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21.01.2015

18:29 Uhr

Was vom Tage bleibt

Warum Gelddrucken Teufelszeug ist

VonOliver Stock

Diese Themen müssen Sie kennen: Mario Draghi ist drauf und dran, Europa mit seiner Droge überzuversorgen. Wer jetzt Gold kauft, hat alles, aber keinen Mut. Und: Charlie Hebdo kann wieder liefern.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Draghis Droge

Morgen Kinder wird's was geben. Morgen werden sich die Anleger freuen, weil Mario Draghi nach allem, was wir so hören, 600 Milliarden Euro für ein Staatsanleihen-Kaufprogramm freigibt. Das fröhliche Gelddrucken hält die Zinsen niedrig, den Euro schwach, die Konjunktur am Köcheln und die Banken am Leben. Das teuflische Gelddrucken belastet Sparer, macht Altersvorsorge witzlos, verhindert Reformen im Euroraum und fördert Preisblasen. Es ist wie eine Droge: Wenn wir ohne sie nicht mehr leben können, sind wir mit ihr bereits krank.

Gold ist etwas für Ängstliche

Und da glänzt es wieder etwas heller: das Gold. Die Feinunze kostet inzwischen so viel wie vor einem halben Jahr. Das ist kein Hype, aber immerhin ein Aufwärtstrend. Gold ist die Währung der Ängstlichen. Vieleicht sind sie die Krisengewinner. Krisenlöser sind Goldanleger aber sicher nicht.

Aus der Psyche eines Attentäters

Heute wird in Leipzig unter dem Namen Legida das nachgeholt, was am Montag unter dem Namen Pegida in Dresden nicht stattfinden durfte: eine Demonstration. Die Absage in Dresden hatte Innenminister Thomas de Maizière mit der Sorge vor einem Attentat begründet. Heute ist diese Sorge offenbar unbegründet. Ich frage mich: So ein Attentäter – denkt der: „Och auf Leipzig hab ich keinen Bock.“ Oder: „Attentate mache ich grundsätzlich nur montags.“ Oder hat er heute seinen freien Abend? Oder war am Ende die Begründung für die Absage doch eher fadenscheinig?

Davos in der Aufwärmphase

Der Co-Chef der Deutschen Bank, Anshu Jain, hat heute eine Diskussion beim Treffen der Wichtigen in Davos geführt und dabei das Geschäftsmodell der Universalbanken gelobt, wie die Deutsche Bank eine ist. Wenn da oben in dem Wintersportstädtchen die nächsten drei Tage weiter Altbekanntes neu aufgewärmt wird, werden die Daheimgebliebenen sich nie für dieses Treffen erwärmen können.

Charlie, die Letzte

Vorhin kam sie mit der Post, die Charlie-Hebdo-Ausgabe, die mein Kollege Thomas Hanke in Paris für mich gekauft hat. „Journal irresponsable“ nennt sich das Magazin. Das unverantwortliche oder das unzurechnungsfähige Magazin, sagt die Übersetzungshilfe zu dieser Vokabel. Ihre Unverantwortlichkeit hat sich in unsere Herzen gebrannt.

Einen herzlichen guten Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (8)

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Herr C. Falk

21.01.2015, 18:56 Uhr

Die Goldphobie des Herrn Stock hat schon etwas Manisches.

Der "Angstschlotternde" kauft Gold, der "Mutige" kauft
giechische Staatsanleihen, oder so ähnlich? lol

Herr Jürgen Dannenberg

21.01.2015, 19:35 Uhr

"er heute seinen freien Abend" Ganz klar.

Herr Werner Wilhelm

21.01.2015, 20:07 Uhr

Geld ist wirklich eine schlimme Droge für die Wirtschaft. Deshalb sollte Nettokreditaufnahme = 0 gelten und zwar für alle. Dann kanns kommen, das natürliche vom Himmel fallende Wachstum.

Und überhaupt Wachstum, das ist eh Teufelszeug, kanns ja auf Dauer nicht geben. Gesundschrumpfen wäre noch viel besser.

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