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10.06.2015

18:53 Uhr

Was vom Tage bleibt

Warum Merkel Griechenland die Hand reicht

VonOliver Stock

Nach dem Essen redet es sich mit den Griechen leichter. Der Papst redet nach der Messe mit Putin. Und der DFB redet über die Fifa. Was heute geschehen ist, lesen Sie hier.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Wille und Weg

In Brüssel wird derzeit zu Abend gegessen und ob die Kanzlerin und der griechische Regierungschef nach dem Dessert noch ein paar klärende Worte füreinander finden, können wir nur hoffen. Merkel hat schon vor der Suppe gesagt, was sie zu sagen hat: „Wir wollen Griechenland im Euro-Raum halten.“ Sie gehe mit der Einstellung an die Dinge heran: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“ Wir mögen die Dame ja für ihre praktischen Ansichten. Ihr Problem ist, dass sie in der eigenen Partei inzwischen dafür nicht mehr so sehr gemocht wird.

Reden ist Silber

Wenn Bundespräsident Gauck zum Papst reisen würde, wäre es ein Besuch des Pastors beim Oberhirten. Wenn Ministerpräsident Putin dem Papst die Hand reicht, ist es Propaganda. Dass es auch unsere Sicht auf die Dinge ist, die mal diese und mal jene Interpretation hervorruft – sei es drum. Festhalten können wir: Der Papst macht das, was den westlichen Staatslenkern derzeit schwer fällt: Er redet mit Putin. Und in diesem Fall gilt: Reden ist Silber. Schweigen ist Mist.

Googles Botschaft

Eric Schmidt war schon da, bevor er auf die Bühne trat. In beinahe jedem Vortrag bei der Berliner Startup-Konferenz Noah fiel jedenfalls der Name Google. Als er dann die Bühne betrat, war der Saal brechend voll. Der frühere Konzernchef und heutige Google-Verwaltungsrat hat folgende Botschaft: „In Zukunft werden wir noch viel mehr Entscheidungen an Maschinen auslagern.“ Die Entscheidung, Googles Einfluss in Europa zu begrenzen, treffen allerdings keine Maschinen, sondern Menschen, wie etwa Wirtschaftsminister Gabriel. Abseits der Konferenz soll sich Schmidt deswegen auch mit ihm getroffen haben. Es wäre ein ermutigendes Zeichen, dass die Menschen hinter den Maschinen eben doch noch gebraucht werden.

Mensch Niersbach

Der Deutsche Fußball-Bund will den Skandal beim Weltverband Fifa bekämpfen. DFB-Präsident Niersbach wendet sich in einem offenen Brief an die rund 26.000 DFB-Vereine und verurteilt darin die Arbeitsweise der Fifa scharf. Die Werte des Fußballs stünden auf dem Spiel. Ein Wert ist: Der Ball ist rund, der Kopf auch und deswegen kann jeder Mensch seine Meinung auch mal ganz fix umdrehen. Und Präsident Niersbach ist schließlich auch nur ein Mensch, weswegen ihm verziehen sei, dass er das Wesen der Fifa erst in fortgeschrittenem Alter erkannt hat.

Schweigen ist doch Gold

Ein Analyst der britischen Großbank Barclays hat eine E-Mail verschickt, in der er Praktikanten Empfehlungen gibt, wie sie sich im Büro verhalten sollen. Erstens: Zieht niemals das Sakko/die Jacke aus. Wir sind hier im Investmentbanking. Zweitens: Bringt euren Mentoren Frühstück mit. Drittens: Bringt ein Kissen mit ins Büro. Das macht die Übernachtung im Büro einfacher. Und so weiter. Der Tipp-Geber soll übrigens inzwischen seinen Job verloren haben. Deswegen hätte der erste Hinweis lauten müssen: Behalte Deine Weisheiten für Dich.

Einen weisen Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

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