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30.09.2015

19:28 Uhr

Was vom Tage bleibt

Warum Putin jedes Jahr einen Krieg braucht

VonOliver Stock

Letztes Jahr Ukraine, jetzt Syrien: Putin steuert wieder einen Angriff. Kanada warnt vor dem wilden, deutschen Osten, Kundus fällt an die Taliban und VW sucht weiter nach Schuldigen. Alles vom Tag lesen Sie hier.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser!

Teufelswerk

Nach wochenlangem Vorbereiten ist heute passiert, was passieren musste: Russlands Präsident Putin hat wieder die Rüstung angezogen und seinen Bombern den Einsatzbefehl über Syrien erteilt. Russland bekämpft damit ein verbrecherisches Regime und stützt ein anderes. Das deutsche Sprichwort vom Teufel, den der Beelzebub austreibt, fällt mir ein. Worauf immer dieser Einsatz hinausläuft – zum Frieden führt er sicher nicht.

Wilder Osten

Die Regierung in Kanada hat eine Reisewarnung für Ostdeutschland herausgegeben. Darin ist die Rede von extremistischen Jugendbanden, die in Teilen Ostdeutschlands eine Bedrohung darstellten. „Meiden Sie alle Demonstrationen und Großveranstaltungen, befolgen Sie die Hinweise der Behörden und verfolgen Sie die Berichterstattung in lokalen Medien“, warnen die Kanadier. Die Regierung weist zudem auf einen „signifikanten Anstieg“ der Zahl von Flüchtlingen in Europa hin. Einige Länder, darunter auch Deutschland, hätten bereits Störungen im Personenzugverkehr gemeldet. Ja – manchmal wird aus der Entfernung nicht alles besser, sondern schlimmer.

Niederlage nach dem Sieg

Bad Kundus gab es nie, aber es gab eine Stadt in Afghanistan namens Kundus, in der deutsche Soldaten dafür garantierten, dass es dort halbwegs friedlich zuging. Inzwischen sind die Deutschen nicht mehr dort und Kundus wieder mehrheitlich in Taliban-Hand. Spricht diese Entwicklung gegen Auslandseinsätze? Nein, aber sie zeigt, dass nach dem Kampf nicht vor dem Sieg heißt.

Weg mit dem Ruß

Wer hat's gemacht? Wer hat's gewusst? Das VW-Aufsichtsratspräsidium beschäftigt sich zur Stunde mit dem Thema Nummer eins, das Deutschland erschüttert, dem Dieselgate. Und es könnten heute weitere Köpfe rollen. Langsam wird es Zeit für eine Gegenrede: VW wird nicht an diesem Skandal zugrunde gehen. Schon allein deswegen, weil der Konzern zum Teil ein landeseigenes Unternehmen ist. In Wolfsburg werden weiter gute Autos gebaut, wahrscheinlich nach dem Skandal noch bessere. Und „made in germany“ ist sicher nicht für alle Zeiten mit Ruß bedeckt. Also liebe Wolfsburger: Aufräumen ist gut, aber jetzt bitte nicht in Selbstmitleid verfallen.

Kachelmann lässt es krachen

635.000 Euro, die bisher höchste Entschädigungssumme in einem derartigen Verfahren, soll der Springer-Verlag an Wettermoderator Kachelmann zahlen. Vor allem die Bild-Zeitung hatte es während des Prozesses gegen Kachelmann wegen angeblicher sexueller Übergriffe so richtig krachen lassen. Der Prozess endete mit einem Freispruch und seither lässt Kachelmann es krachen gegen alle die, die ihn vorverurteilten. Das Ganze ist ein ziemliches Gewitter und das kann bekanntlich reinigend wirken.

Einen reinigenden Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (8)

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Adolf Schickelgruber

30.09.2015, 19:37 Uhr

seither lässt Kachelmann es krachen"
Das Urteil gegen die Lügenpresse lässt hoffen.

Sergio Puntila

30.09.2015, 19:58 Uhr

...nicht nur Putin scheint alljährlich einen Krieg gebrauchen zu können:
die ganze Welt scheint es es sich in der "ultima ratio" heimelig gemacht zu haben...

Kein Wunder: mehr Geld als mit kleinen Brötchen macht man mit Krieg an allen Fronten bis zum geht nicht mehr...

fein

Frau mona mariposa

30.09.2015, 20:31 Uhr

Warum die Medien täglich ihre Lügen verbreiten müssen? Das wäre doch mal eine interessante Schlagzeile. Wem wollen sie eigentlich die Ukrainegeschichte noch so auftischen. Glauben sie ernsthaft, dass ihre Leser so dumm sind?

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