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10.08.2015

18:39 Uhr

Was vom Tage bleibt

Warum Schäuble eigentlich abdanken müsste

VonOliver Stock

Ginge es nach dem Fraktionschef, hätte der Minister, der an der Griechenhilfe zweifelt, schlechte Karten. Dabei hat sich die Hilfe bislang ausgezahlt. Auch für uns. Was heute geschehen ist, lesen Sie hier.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser!

Kauderwelsch
An sich müsste Unionsfraktionschef Volker Kauder Finanzminister Wolfgang Schäuble seines Amtes entheben. Denn Kauder hat angedeutet, dass alle diejenigen in der Union, die gegen weitere Griechenlandhilfen sind, für höhere Aufgaben nicht berufen seien. Schäuble ist gegen diese Hilfe. Wenn Kauders Logik also zwingend ist, hat der Minister keine Zukunft. Wahrscheinlicher als dass der Finanzminister geht, ist allerdings, dass der Fraktionschef nach seiner Äußerung einer ungewissen Zukunft entgegenblickt.


Affäre mit Totalschaden
Die Ermittlungen gegen Netzpolitik.org sind nun offiziell eingestellt. Bilanz: Mehrere Beulen und ein Totalschaden auf Seiten der Bundesanwaltschaft. Wie für jede Affäre gilt auch für diese: Besser sie wäre nicht geschehen.


Warum wir Buffett so lieben
Klar, Warren Buffett ist vor allem ein großer Investor. Aber er ist auch ein großer Eisenbahner, seit ihm eine Eisenbahngesellschaft gehört. Und er ist möglicherweise bald ein großer Flugzeugzulieferer, weil er jetzt für ein paar Milliarden Dollar den Industriekonzern Precision Castparts kaufen will, der eben auch in der Flugzeugbranche aktiv ist. Buffett liebt es handfest. Und dafür lieben alle Buffett.

Langsamer Umbau
2011 hatte die Bundesregierung die Energiewende ausgerufen hat. Man muss sich diese Wende für die Branche so vorstellen, wie die Kirche es einst mit der Wissenschaft erlebte, als die ihr erklärte, dass die Erde keine Scheibe ist. Anstelle der Kirche stehen in unserem Beispiel Energieversorger wie RWE. Viel schneller als damals die Kirche sind die allerdings in ihrer Reaktionsgeschwindigkeit auch nicht. Der RWE-Aufsichtsrat hat sich heute, im Jahr vier nach der Wende, eine neue Strategie verordnet. Der Umbau kommt sozusagen scheibchenweise voran.

Unser Dank geht nach Athen
Hoffentlich erzählt davon keiner was in Athen: 90 Milliarden schulden uns die Griechen. 100 Milliarden haben wir gespart, weil die Zinsen für unsere eigenen Schulden wegen der chaotischen Griechen so niedrig sind. „Efcharisto“ heißt das Wort für „Danke“ auf Griechisch. Wir sollten es schon mal üben, falls den Griechen doch jemand von dieser Rechnung erzählt.

Einen unschuldigen Abend wünscht Ihnen


Oliver Stock

Kommentare (6)

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Frau Michael Engel

10.08.2015, 19:21 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Peter Delli

10.08.2015, 19:47 Uhr

Jetzt ist auch Schäuble ein Verschwörer, ich fordere ein Ermächtigungsgesetz.
Frau Merkel muss ungestört von Verschwörern regieren können.

Herr Werner Müller

10.08.2015, 19:48 Uhr

Nicht so schnell mit Ihrem Flüstern gen Athen.
Haben Sie die Lebensversicherungen und sonstigen Alterssicherungen der biederen deutschen Sparer vergessen? Dank der bedingungslosen und "what ever it takes" Mentalität unseres Herrn EZB-Präsidenten sollten Sie auch die Kolateralschäden betrachten, die u.a. die Rettung unserer griechischen Freunde verursacht hat. Schön, dass der Staat 10 Milliarden gespart hat. Die können die Politiker jetzt wieder hoffentlich sinnvoll ausgeben. Verplant ist dieser Geldsegen bestimmt schon. Aber die dunklen Wolken am Himmel sind nicht zu übersehen. Vielleicht haben sich die Politiker zu früh gefreut. Die Altersarmut wird verheerend sein und die Staatskassen schneller leeren als allen lieb sein wird...hoffentlich helfen uns armen Rentnern dann künftig die reichen Griechen mit Milliardengeschenken!!

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