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05.05.2015

18:14 Uhr

Was vom Tage bleibt

Was denkt Herr Winterkorn wirklich?

VonOliver Stock

Der VW-Chef findet versöhnliche Worte für den, der ihn stürzen wollte. Der Deutsche-Bank-Prozess hakt jetzt schon. Und Griechenland kann vielleicht doch mit einem Schuldenschnitt rechnen. Was heute geschah, lesen Sie hier.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

The winner takes it all

Die entscheidenden Worte klangen so: „Es ist mir wichtig“, sagte Vorstand Martin Winterkorn heute auf der Hauptversammlung des VW-Konzerns, „an dieser Stelle Herrn Dr. Piëch zu danken – im Namen aller 600.000 Mitarbeiter, aber auch persönlich. Ferdinand Piëch hat die Automobilindustrie in den vergangenen fünf Jahrzehnten geprägt wie kein Zweiter – als Unternehmer, als Ingenieur, als mutiger Visionär. Dieser Konzern und seine Menschen haben Herrn Dr. Piëch sehr viel zu verdanken. Das bleibt. Und vor dieser Lebensleistung haben wir und ich großen Respekt.“ Ich finde diese Sätze zeigen Winterkorn als großmütigen Sieger eines Streits. So etwas kommt nicht so oft vor. Deswegen können wir sie ruhig zweimal lesen.

Flashtrader schalten ab

Am zweiten Tag im Prozess gegen ehemalige und amtierende Vorstände der Deutschen Bank sollten an sich die Verteidiger der Herren Fitschen, Ackermann und Co. in die Offensive gehen. Doch es war wieder ein Tag des Richters und der Ankläger: Wollten die Topbanker der Deutschen Bank die Münchener Justiz „gemeinschaftlich hinter die Tanne führen?“, fragte Richter Peter Noll, der privat im landschaftlich reizvollen Münchner Oberland wohnt und Naturvergleiche liebt. Anschließend präsentierte der Staatsanwalt neues Beweismaterial, wodurch der Zeitplan des Mammutverfahrens durcheinander kommt. Fazit: Das Verfahren wird sich hinziehen. Die Flashtrader der Deutschen Bank haben spätestens heute ausgeschaltet.

Schuldenschnitt in Sicht?

Der Internationale Währungsfonds hat einen Schuldenschnitt für Griechenland ins Spiel gebracht, berichtet heute die Financial Times. Der für Europa zuständige IWF-Direktor Poul Thomsen soll die Euro-Finanzminister gewarnt habe, der Währungsfonds könne ohne Schuldenschnitt seinen Anteil an der noch verbleibenden Kredittranche in Höhe von 7,2 Milliarden Euro aus dem laufenden Hilfsprogramm zurückhalten. Kaum war die Meldung draußen, ruderten alle Beteiligten zurück. Thomsen habe lediglich „die Optionen verdeutlicht“, hieß es. Der IWF hat einen Stein ins Wasser geworfen und wollte sehen, was passiert. Das Ergebnis ist klar: Die Wellen verebben wieder, aber der Stein liegt da.

Die liebe Familie

Das Familienunternehmen Le Pen zerlegt sich weiter. Parteigründer Jean-Marie Le Pen hat heute seine Tochter und Nachfolgerin Marine verstoßen. „Ich muss sagen, es ist eine Schande, dass die Präsidentin des Front National meinen Namen trägt. Und ich wünsche, dass sie ihn so schnell wie möglich verliert“, sagt der 86-jährige und reagiert damit auf den Beschluss der Disziplinarkommission des Front National, die ihn suspendieren will. Er legt ihr die Heirat nahe. Wenn jede Äußerung unter diesen Verwandten Le Pen weitere Prozente bei den Wählern kostet, könnte ich dieser Familie noch wochenlang zuhören.

Weißer Rauch

Der Unternehmer und Vielbahnfahrer Oliver Jentsch hat sich heute im Handelsblatt mit Lokführer-Funktionär Ingo Klett gestritten. Natürlich ging es um den Bahnstreik. Jentschs Forderung: „Setzt Euch so lange an einen Tisch, bis wie bei der Papstwahl weißer Rauch aufsteigt und das Problem gelöst ist.“ Die Idee ist leider eine Illusion: Denn an einem allmächtigen Stellvertreter Gottes scheint es der Gewerkschaft GDL ja nicht zu mangeln.

Einen friedlichen Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

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