Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.09.2014

17:21 Uhr

Was vom Tage bleibt

Was interessiert mich mein Gesetz von gestern

VonOliver Stock

Auch wenn die Schuldenbremse in der Verfassung steht, rütteln einige daran. Und wollten Sie Amazon schon immer eins auswischen? Dann ist jetzt die Gelegenheit dazu. Wie? Das lesen Sie im heutigen Tagesbericht.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Finger weg von der Schuldenbremse

Es ist erst fünf Jahre her, da haben wir beschlossen, eine Schuldenbremse in der Verfassung zu verankern. Neue Kredite dürfen nur aufgenommen werden, wenn sie nicht mehr als 0,35 Prozent des Bruttoinlandprodukts betragen. Fünf Jahre sind in der Politik eine Ewigkeit. Bevor die Früchte dieser entscheidendsten Verfassungsänderung des vergangenen Jahrzehnts eingefahren sind, wird in Berlin bereits wieder diskutiert, ob die Bremse tatsächlich so fest angezogen bleiben muss. Ein aktueller Vorschlag aus dem Hause Schäuble lautet, möglicherweise eine höhere Verschuldung der Länder zuzulassen, wenn der Bund gleichzeitig noch stärker auf die Bremse tritt. Ich kann nur raten: Lasst die Finger davon! Gesetze, und da macht die Schuldenbremse keine Ausnahme,  sind dafür da, eingehalten zu werden – auch wenn es schwer fällt. Ansonsten bräuchten wir kein Gesetz.

 

Der Preis des Friedens steigt

Wenn Sie heute Abend über den Sinn oder Unsinn von Sanktionen gegen Russland diskutieren, können Sie zum Beispiel mit Zahlen hantieren: Wir sind Russlands zweitgrößter Handelspartner, Russland ist unser elftgrößter. Sanktionen und Gegensanktionen dürften also für uns glimpflicher ablaufen als für den Partner, der zum Gegner geworden ist. Aber Achtung: Den Frieden zu erhalten hat auch für uns seinen Preis. In kriegerischen Zeiten könnte er in inflationäre Höhen steigen.

Alibaba oder Amazon?

Wir stöhnen über die Macht von Amazon und gehen deswegen wieder zum Buchhändler um die Ecke? Das ist eine Möglichkeit, um die Bäume beim Internethändler nicht in den Himmel wachsen zu lassen. Die andere lautet: Alibaba-Aktien kaufen. Der chinesische Online-Händler dürfte Amazons schärfster Konkurrent werden, wenn er nächste Woche wie geplant Milliarden bei seinem Börsengang einnimmt. Diesen zweiten Weg gehen offenbar viele: Wegen hoher Nachfrage nach Alibaba-Anteilen will das Unternehmen die Bücher nächste Woche einen Tag eher schließen als geplant. Das schöne am Kapitalismus ist, dass er funktioniert.

Sie haben die Wahl

Am Sonntag sind Landtagswahlen in Thüringen und Brandenburg. Sie dürfen wählen, was Sie mehr erregt: Zweimal die AFD im Landtag oder möglicherweise der erste Ministerpräsident, der von der Linkspartei kommt?

Unser Highlander reitet wieder

Wer als Euro-Europäer Sympathie für die schottischen Separatisten hegt, sollte vielleicht in ein schottisches Kochbuch schauen. Die Rezepte beginnen alle mit: „Man leihe sich...“. Das könnte lustig werden. Wie Schottland wirklich tickt, soll unser in Aberdeen verwurzelter Reporter Jan Mallien herausfinden, der vor dem Votum am Donnerstag das Land bereisen wird. Er ist jetzt für eine Woche unser Highlander, Sie können ihm ab Montag täglich auf Handelsblatt Online folgen. Wir hier werden ihm auf jeden Fall ausreichend Nahrung mitgeben.

Ein genussvolles Wahlwochenende wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Peter Spiegel

12.09.2014, 17:28 Uhr

Es ist erst fünf Jahre her, da haben wir beschlossen, eine Schuldenbremse in der Verfassung zu verankern.

Blödsinn darf doch wohl abgeschafft werden. Eine Verfassung haben wir auch nicht.

Herr wulff baer

12.09.2014, 19:51 Uhr

Herr Stock, wieso stöhnen Sie über die Macht von Amazon?
Amazon ist das bestorganisierte und kundenfreundlichste Unternehmen Deutschlands.
Heute bestellt, als Prime-Kunde - morgen geliefert!
Da ich auf dem Land wohne, kaufe ich sehr zum Leidwesen der regionalen Händler alles bei Amazon - mit Ausnahme von Lebensmitteln.
Stöhnen müssen allerdings die deutschen Luschen-Händler mit ihrem Wegduck-Personal und ihrem mangelhaften Sortiment und ihren hohen Preisen.

Herr C. Falk

12.09.2014, 20:16 Uhr

Ich frage mal mit Humor aber auch mit einer gewisssen Neugier, wenn sich Russland und Deutschland gegenseitig ans Hosenbein pinkeln, Russland aber mehr abbekommt weil die deutsche Blase besser gefüllt ist, wer profitiert dann als eher unbeteiligter Dritter, dessen Hose weitgehend unbehelligt bleibt, aber die Waschmaschine und den Trockner besitzt oder womöglich eine Hosenfabrik sollten beide Hosen gänzlich ruiniert sein?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×