Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.11.2014

18:57 Uhr

Was vom Tage bleibt

Was scheren uns die Schulden

VonOliver Stock

Lagarde will mehr ausgeben, als verdient wird. Aldi verdoppelt sich. Fernbusse machen ihren Besitzern keine Freude. Und eine Schlachterfamilie zerfleischt sich. So liest sich die Bilanz dieses Tages.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Lagarde kapituliert

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds Christine Lagarde schießt sich ins Seitenaus. Zumindest aus deutscher Sicht, und wir sind ja schließlich Fußball-Weltmeister. Lagarde tritt neuerdings dafür ein, die Schuldenschleusen zu öffnen und das geltende Limit von 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Richtung des effektiven Standes anzuheben – derzeit wären das in der Euro-Zone 94 Prozent. Lagarde mag das Realismus nennen. Wir sprächen hierzulande eher von Kapitulation. Auch damit haben wir Erfahrungen.

Welcome Aldi!

Neue Jobs für Anfänger und Fortgeschrittene gibt's bei Aldi. Und zwar gleich 35.000. Blöderweise allerdings drüben im Vereinigten Königreich, wo es für den Discounter so gut läuft, dass er 550 neue Filialen eröffnen will. Großbritannien wird mehr und mehr zum Jobwunderland. Mit tatkräftiger Unterstützung Made in Germany.

Manchem Fernbus naht das Ende

Fernbusse sind eine Prima-Erfindung, wissen viele nicht erst seit dem Streik der Lokführer. Nur die Fernbusbetreiber sind davon offenbar nicht restlos überzeugt. DeinBus.de ist jedenfalls am Freitag ökonomisch gegen die Wand gefahren und nun im Insolvenzverfahren. Und der ADAC zieht heute die Notbremse. Er steigt aus dem Fernbus-Gemeinschaftsunternehmen mit der Post aus. Fahrgäste können also jetzt nicht mehr mit Gelben Engeln, sondern nur noch mit Gelben Riesen reisen. Da verspricht wenigstens niemand das Himmelreich.

Fleischerfehde

Bei einer Fehde unter Metzgern drängen sich Wortspiele geradezu auf: Da werden die Messer gewetzt, da wird gekämpft bis aufs Blut. Da zerfleischen sich die Streithähne. So jedenfalls könnte es in der Fleischerfamilie Tönnies zugehen, die seit heute in einem Saal des Bielefelder Landgerichts streitet. Es geht um einen epischen Konflikt. Die Richter müssen entscheiden, ob eine Übertragung von Unternehmensanteilen vor einigen Jahren gültig ist. Im Kern geht es aber nicht um Feinheiten des Schenkungsrechts, sondern vielmehr um die Machtfrage: Wer hat das Sagen im Unternehmen und über einen Umsatz von 5,6 Milliarden Euro. Bei dieser Summe ist es kein Wunder, wenn die Geschichte weiter verwurstet wird.

Lassen Sie sich's schmecken heute Abend, Ihr

Oliver Stock

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×