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22.07.2015

19:23 Uhr

Was vom Tage bleibt

Was vom Zinse übrig blieb

VonMartin Dowideit

Gold verliert seinen Glanz, bei Lebensversicherungen schrumpfen die Zinsen – da bleiben ja eigentlich nur Aktien. Aber auch dort gibt es nicht immer gute Nachrichten. Der Tagesrückblick.

Martin Dowideit ist Deskchef Finanzen beim Handelsblatt.

Was vom Tage bleibt

Martin Dowideit ist Deskchef Finanzen beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,


Die Bürde des Erfolgs
Das iPhone ist der Erfolgsschlager vom Apple und steuert den größten Teil zum Geschäft bei. Der Erfolg des Produkts hat professionelle Beobachter des Unternehmens so verwöhnt, dass schon kleinere Wachstumsschwankungen Anleger nervös machen. Die Apple-Aktie knickt ein – nach der Verkündung eines Umsatzplus von zwölf Milliarden Dollar (+33 Prozent) gegenüber dem Vorjahresquartal. Ein Luxusproblem der besonderen Art.


Der Triple-Gewinner
Wäre Kurt Bock ein Fußball-Trainer, wäre er ein Unikat: Sein Vertrag läuft noch bis 2016 und ist jetzt bis 2021 verlängert worden. Doch auch als Vorstandschef eines Dax-Konzerns ist das ein außergewöhnlicher Vertrauensvorschuss. Kurt Bock führt den Chemie-Riesen BASF mit ruhiger Hand, hält ihn frei von Skandalen und erfreut die Aktionäre – er hat das Triple gewonnen und schickt sich an, es zu verteidigen.

Polit-Rockstar
Heute Abend noch muss der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras weitere Reformen durch das Parlament boxen. In Europa wachsen die Zweifel, dass alle Forderungen der internationalen Gläubiger des Landes auch tatsächlich umgesetzt werden. Eigentlich hatte das Volk ja gegen strikte Auflagen gestimmt – dass Tsipras dann eine Kehrtwende machte, hat ihm aber innenpolitisch überhaupt nicht geschadet. Das hätte selbst das Orakel von Delphi wohl nicht vorhersehen können.

Was vom Zinse übrig blieb
Im Interview mit meinen Kollegen Sara Zinnecker und Jens Hagen warnt der oberste deutsche Versicherungsmathematiker, Wilhelm Schneemeier: Der Garantiezins für Lebensversicherungen dürfte bald weiter sinken. Er liegt zwar schon bei nur 1,25 Prozent – aber ab 2017 dürfte auch das zu viel sein. Das Problem: Lebensversicherer müssen hohe Garantiezinsen aus der Vergangenheit weiter leisten, die Zinsen auf die Wertpapiere im Bestand sind gefallen und Besserung ist kaum in Sicht. Wenn ihr Versicherer also mit einem Vorsorgevertrag ganz ohne garantierte Zinsen winkt: Herr Schneemeier erklärt Ihnen, warum.

Ohne Glanz
Noch weniger Zinsen als Lebensversicherungen wirft Gold ab – nämlich gar keine. Wer das Edelmetall zur Anlage hält muss derzeit stabile Nerven haben. Vom Hoch bei 1900 Dollar ist der Preis der Feinunze Gold bereits auf unter 1100 Dollar gefallen und Beobachter erwarten weitere Rücksetzer auf unter 1000 Dollar. Kursgewinne überblenden also nicht mehr den Nullzins. Da könnte allein der Glanz des Metalls trösten. Aber wer hat sein Gold schon offen rumliegen?

Einen ruhigen Abend wünscht

Martin Dowideit

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