Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.12.2013

18:53 Uhr

Was vom Tage bleibt

Weihnachten naht

VonStefan Menzel

Vor dem Fest sind alle Züge wieder voll, Apple feiert die große Bescherung und Österreich fürchtet eine deutsche Pkw-Maut. Der Dax lässt sich nicht mehr stoppen und Geld ist doch das bessere Geschenk. Der Tagesrückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Keine Züge

Knapp daneben ist auch vorbei. Weihnachten steht vor der Tür und die halbe Republik ist auf den Beinen. Natürlich sind auch die Züge der Deutschen Bahn rappelvoll, wenn über die Feiertage die große Familienzusammenführung des Landes über die Bühne gehen soll. Da ist es im Prinzip eine gute Nachricht, dass die Bahn vier neue ICE-Hochgeschwindigkeitszüge bekommt. Bei mehreren Hundert ICE-Zügen im Bestand sind vier neue allerdings nicht viel mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Die vier zusätzlichen ICE gehen zudem erst einmal nur in den Probebetrieb, sorgen also über die Feiertage nicht mehr für Besserung. Bahn und Eisenbahnbundesamt sollten sich endlich zusammenraufen und ein schnelleres Verfahren für die technische Abnahme neuer Züge finden. Trotz Privatisierung scheint die Bahn immer noch im staatlichen Bürokratismus steckengeblieben zu sein.

Süßes Klingeln

Beim Blick auf den globalen Erfolg von Apple wird wahrscheinlich jedes andere Unternehmen neidisch. Überall in der Welt sind die iPhones und iPads zu finden, Apple kann seine High-Tech-Produkte zudem zu vergleichsweise hohen Preisen verkaufen. Der Neidfaktor dürfte noch zulegen – Apple hat jetzt auch China Mobile als Abnehmer seiner Geräte gewonnen. Damit bekommt der Konzern Zugang zu mehreren 100 Millionen Menschen. Apple dürfte sich über diese Bescherung so richtig freuen. China lässt die Kassen klingeln, das ist Apples Weihnachtsbotschaft dieses Jahres.

Ohne Plan keine Maut

Deutschlands neue Regierung ist im Amt. So kurz vor Weihnachten dürfte es allerdings keine großen Beschlüsse mehr geben, die Regierungsmaschinerie von Union und SPD wird erst im neuen Jahr mit voller Geschwindigkeit anlaufen. Unbeirrt halten vor allem die CSU und ihr Verkehrsminister Alexander Dobrindt an der Pkw-Maut fest. Aber Achtung! Rings um Deutschland herum wird sehr genau beobachtet, was die Berliner Regierung in Sachen Straßenmaut plant. Ausgerechnet die Österreicher, die schon seit Jahren von deutschen Autofahrern Maut kassieren, drohen mit Klage, wenn es in der Bundesrepublik eine Gebühr nur für Ausländer geben sollte. Und wahrscheinlich würden sie vor den europäischen Gerichten für eine Ungleichbehandlung von In- und Ausländern auch noch Recht bekommen. Also, Herr Dobrindt, machen Sie die Maut europafest. Sonst können Sie das ganze Projekt gleich vergessen.

Grenzenlos

Die Rally will kein Ende nehmen. Auch am Montag hat der Dax wieder einmal auf Rekordniveau geschlossen. Deutschlands Leitindex hat die 9500-Marke knapp verfehlt, dürfte das aber an den Tagen nach Weihnachten nachholen. Die 10.000 Punkte noch in diesem Jahr werden allerdings ein unerfüllbarer Traum bleiben. 500 Punkte an zwei Handelstagen zu schaffen, das ist völlig illusionär. Aber niemand muss deswegen die Hoffnung aufgeben: Die 10.000er-Grenze dürfte spätestens im Frühjahr fallen. Solange die Notenbanken die Finanzmärkte mit billigem Geld fluten, so lange sucht genau dieses Geld nach Anlagemöglichkeiten. Und mangels Alternativen landen die gewaltigen Milliardenbeträge dann an der Börse.

Glückliches Schenken

Haben Sie es wieder nicht geschafft, rechtzeitig vor dem Fest alle Weihnachtsgeschenke zu besorgen? Rein theoretisch hätten Sie noch morgen Vormittag Zeit für den Einkauf. Es gibt allerdings auch Hilfe bei Handelsblatt Online. Unser Kollege Jan Mallien hat führende Ökonomen nach Sinn und Unsinn von Weihnachtsgeschenken befragt. Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass Geld das richtige Geschenk ist. Häufig genug werde Nonsens gekauft, den niemand wirklich brauche. Mit Geld könne sich der Beschenkte das holen, was ihn wirklich interessiert. Wenn sich also bei Ihnen morgen jemand beschwert, weil Sie einen Geldschein überreicht haben, dann verweisen Sie auf Handelsblatt Online. Wir liefern die Begründung, warum Geld einfach die bessere Alternative ist.

Mir bleibt nichts anderes übrig, als Ihnen frohe Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr zu wünschen. Ich melde mich 2014 wieder – herzlichst Ihr

Stefan Menzel

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×