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29.05.2015

19:14 Uhr

Was vom Tage bleibt

Welchen Weg nimmt die Fifa?

VonStefan Menzel

Sepp Blatter bleibt Fifa-Präsident, die US-Wirtschaft schrumpft. Kuba steht nicht mehr auf der Terrorliste, Google glänzt mit neuen Produkten und die Deutschen kaufen fast wie verrückt ein. Der Tag im Rückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Alles offen

Sepp Blatter hat es zwar im ersten Wahlgang nicht geschafft. Europa und noch einige Verbündete aus Nordamerika und aus Ozeanien haben sich gegen die Wiederwahl des 79-jährigen Fifa-Präsidenten ausgesprochen. Trotzdem ist Blatter durch den Verzicht seines Gegenkandidaten Ali bin al-Hussein am Ende der klare Sieger. Er hat Afrika und Asien hinter sich, dazu etliche Länder aus Mittel- und Südamerika. Für Blatter ist diese Wahl ein ordentlicher Denkzettel. Der Weltfußball-Verband geht ungewissen Zeiten entgegen. Eine neue Teilung zwischen Nord und Süd, zwischen Reich und Arm zeichnet sich ab. Und wer weiß: Vielleicht boykottieren die Europäer die nächste WM dann doch.

Neue Langsamkeit

Zu früh gefreut. Alles dachte, die USA hätten die Krise hinter sich gelassen und befänden sich unwiderruflich auf dem Weg nach oben. Doch nun ist es amtlich: Im ersten Quartal dieses Jahres ist die US-Wirtschaft sogar geschrumpft. Aus dem Gröbsten mögen die Vereinigten Staaten zwar heraus sein, aber allzu rosig ist die Lage dann noch nicht. Die erwartete Erhöhung der Zinsen wird deshalb länger auf sich warten lassen. Geduld ist gefragt. Denn grundsätzlich sieht es nicht schlecht aus. Das Minus vom Jahresanfang sollte nur eine Ausnahme gewesen sein.

Ganz normal

Von einer wichtigen politischen Entscheidung sollten die USA auch ein wenig ökonomisch profitieren. Washington hat Kuba nun endlich von der Liste der Terror-Unterstützer gestrichen. Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Normalisierung zwischen beiden Ländern. Die USA und Kuba waren im Kalten Krieg steckengeblieben. Wie gut, dass sich beide Staaten jetzt wieder als ordentliche Nachbarn verhalten. Und da sie absehbar auch wieder mehr gegenseitigen Handel betreiben werden, profitiert natürlich auch die Wirtschaft.

Erfinder-Riese

Google hat Probleme mit den Kartellbehörden. Natürlich an erster Stelle in Europa, wo die Auseinandersetzung mit der EU noch immer nicht entschieden ist. Aber auch die US-amerikanischen Wettbewerbsaufseher trauen dem Internetriesen nicht und haben ihn in Verdacht, gegen die Regeln des Wettbewerbs zu verstoßen. Google nutzt seine Marktmacht aus, das ist unstrittig. Trotzdem gibt es noch die guten Seiten des Konzerns: Auf seiner jüngsten Entwicklerkonferenz hat Google wieder als Innovator geglänzt. Neues Bezahlsystem, neue Android-Version und die Cardboard-Brille sind da. Irgendwie sind wir doch alle froh, dass es Google gibt.

Auf zum Shoppen

Lange hat man uns Deutschen vorgehalten, dass wir unverbesserliche Konsummuffel seien. Das mag für lange Zeit gestimmt haben, nun aber hat sich eine grundlegende Veränderung durchgesetzt. Das Konsumklima in der Bundesrepublik ist auf einen neuen Spitzenwert gestiegen. Das belegt, dass wir Deutsche auch shoppen können. Die durchgehend gute wirtschaftliche Entwicklung mag ein wesentlicher Grund dafür sein. Einkaufen macht aber auch einfach Spaß, und den haben wir jetzt auch dabei.

Kaufen Sie also ordentlich an diesem Wochenende ein und genießen Sie die Frühjahrssonne. Aus Düsseldorf grüßt Sie herzlich

Stefan Menzel

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