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02.01.2012

18:33 Uhr

Was vom Tage bleibt

Wenig präsidiale Botschaft

VonOliver Stock

Wulff macht den nächsten Fehler. Der Skandal um defekte Brustimplantate weitet sich aus. Der Iran zündelt am Ölpreis - und all das verhagelt den Anlegern die Laune nicht.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Guten Abend Ihnen allen,

Ins Telefon gewütet

Wie es sich für einen guten Fortsetzungsroman gehört, wird es zum Ende hin immer spannender: Bundespräsident Christian Wulff hat in der unendlichen Geschichte um seinen Privatkredit persönlich versucht, die Berichterstattung der „Bild“-Zeitung zu verhindern. Er hinterließ eine wütende - und wenig präsidiale - Botschaft auf der Mailbox des „Bild“-Chefredakteurs Kai Diekmann, sprach von „Krieg“ und drohte mit strafrechtlichen Konsequenzen. Die "Bild" ließ sich davon nicht beeindrucken, und Wulff hat sich später entschuldigt. In der aufgeheizten Atmosphäre ist es damit allerdings nicht getan - weswegen der Präsident mit dem heutigen Tag noch mehr Menschen gegen sich aufgebracht haben dürfte. Geht dieser Roman mit einem Rücktritt aus? Das wäre sicher nicht das letzte Kapitel, denn es muss einer kommen, der Wulff ersetzt. Ob das denjenigen, die am Drehbuch schreiben, schon bewusst ist?

In die Brust statt an den Bau

Was als Dichtungsmasse auf dem Bau geht, könnte doch auch im Körper des Menschen funktionieren, haben sich offenbar die Beteiligten im Skandal um Brustimplantate gedacht. Der deutsche Chemikalienhändler Brenntag jedenfalls hat Silikon, das vorwiegend in der Montagebranche verwendet und dort als Dichtungsmasse eingesetzt wird, an den französischen Hersteller von Brustimplantaten PIP geliefert. PIP hat damit dann Brust-Implantate gefüllt. Bei zahlreichen Kissen sind inzwischen Risse aufgetreten - das Silikon soll sich in den Körpern der betroffenen Frauen verteilt haben. Kritikern zufolge könnte der Stoff krebserregend sein. Frankreich hat rund 30.000 Patientinnen aufgefordert, sich die Implantate wieder herausoperieren zu lassen. Deutschland, Großbritannien und Brasilien haben betroffene Frauen aufgefordert, einen Arzt aufzusuchen. Insgesamt sollen weltweit bis zu 300.000 Frauen die Produkte des französischen Unternehmens PIP eingesetzt bekommen haben. Sie leben nun in ständiger Angst. Dass sich auch einige Geschäftsleute Sorgen machen müssen, hilft ihnen nicht.

Iran zündelt am Ölpreis

Der Iran demonstriert militärische Stärke und hat nach eigener Darstellung zwei Langstreckenraketen erfolgreich getestet. Da war es gut, dass die meisten Handelsplätze dieser Welt heute noch geschlossen waren. Der Ölpreis blieb deswegen konstant. Morgen dürfte er im Gleichtakt mit den Raketen des Regimes in Teheran abheben.

Endlich Einstiegskurse

Am Dax ging es endlich mal wieder aufwärts. Wie eine verspätete Silvesterrakete schoss der deutsche Leitindex durch die 6000er Marke. Schwergewichte wie RWE, Allianz und ThyssenKrupp AG gewannen jeweils mehr als drei Prozent. Das deutsche Solarunternehmen Sunways AG vollzog abseits der großen Indizes in Frankfurt wegen eines Übernahmeangebots den heftigsten Kurssprung seit mehr als fünf Monaten. Mit einem Plus von bis zu knapp 27 Prozent reagierte der Kurs auf zuvor unterbreitete Übernahmepläne von LDK Solar Co. aus China. Wahrscheinlich haben Anleger jene Handelsblatt-Geschichte von heute gelesen. Viele Firmen haben mehr Eigenkapital als Börsenwert steht da drin. Folglich sind sie viel zu günstig bewertet. Also: Einstiegskurse.

Ein anregenden Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (1)

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Fragezeichen

02.01.2012, 19:26 Uhr

Häh ???? @++---..;;;

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