Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.01.2014

18:44 Uhr

Was vom Tage bleibt

Wenn der Staatsanwalt beim Finanzamt klingelt ...

VonOliver Stock

... kann es an sich nur um Ulli Hoeneß gehen. Prokon jedenfalls ist noch kein Fall für die Ermittler. Die Allianz hingegen muss Kunden besser informieren. Und bei den Unruhen in Kiew versagt die EU. Der Tagesbericht.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Das ist mal eine neue Situation: Nicht das Finanzamt ruft nach dem Staatsanwalt, sondern es wird selbst Gegenstand der Ermittlungen. So geschehen heute in Miesbach und im Rechenzentrum der Finanzverwaltung in Nürnberg. Dort klopfte der Staatsanwalt an, weil er auf der Suche nach einer undichten Stelle ist, durch welche die Hoeneß-Akten immer wieder nach außen gelangen. Das Verfahren gegen den Fußballvereinsboss wird zusehends verfahrener. Nach diesem Eigentor hat es das Zeug dazu, die Einschaltquoten zur Fußballweltmeisterschaft in diesem Jahr zu übertreffen.

Sieg des Bösen

Carsten Rodbertus hat die Welt jahrelang in gut und böse eingeteilt. Die Guten, das waren die Prokon-Jünger, die Gutgläubigen, die dem Finanzierer von Windkraftanlagen bereitwillig ihr Geld gaben. Die Bösen, das waren die, die an diesem Geschäftsmodell zweifelten: Die Banken, die Journalisten, die Kritiker eben. Jetzt hat das Böse gesiegt und Prokon steckt im Insolvenzverfahren. Die Gefährlichen sind die Guten auf dieser Welt, sagt Oscar Wilde. Das liege daran, dass sie dem Bösen so viel Bedeutung beimessen. Rodbertus ist da leider eine Ausnahme. Er hätte dem Bösen mehr Aufmerksamkeit schenken können.

Allianz patzt bei Verträgen

„Wir haben verstanden“, heißt das Motto, dem sich ein Versicherer verschrieben hat. Bei einigen Riester-Verträgen der Allianz verstehen Kunden dagegen nur Bahnhof. Sie verstehen jedenfalls nicht, was dort verklausuliert steht: Nämlich dass sie die Überschussbeteiligung, die ihnen als besonders attraktiv angepriesen wurde, wahrscheinlich gar nicht bekommen werden. Diese Verträge hat ein Richter in Stuttgart jetzt für wenig durchsichtig erklärt und damit der Klage des Bundes der Versicherten Recht gegeben. Die Allianz muss ihre Verträge ändern, damit mehr Menschen verstehen, dass es für sie im Alter finanziell eng werden könnte. Hoffentlich achtet die Allianz bei den neuen Klauseln darauf, dass sie niemanden davon abhalten, lange zu leben.

Das Schweigen der EU

Von Wien aus ist es deutlich näher nach Kiew als nach Berlin. Dennoch hat EU-Europa jahrelang zugeschaut, wie in der Ukraine diejenigen, die ihre ganze Hoffnung auf sie setzen, ins Hintertreffen gerieten, und diejenigen, die auf Russland als beschützendes Väterchen bauten, die Oberhand gewannen. Jetzt sind sich beide Seiten so spinnefeind, dass es Tote gibt. Der einzige Grund, warum niemand sagen kann, dass die EU-Außenpolitik hier versagt hat, ist der, dass niemand von einer EU-Außenpolitik sprechen kann.

Chat mit Snowden

Heute Nacht können Sie mit Edward Snowden chatten. Sie können die Chatterei live auf Handelsblatt Online verfolgen. Falls Sie selbst zum Zuge kommen, winkt Ihnen möglicherweise ein doppelter Gewinn: Vielleicht bekommen sie eine schlaue Antwort, ganz sicher aber landet ihr Beitrag an einer herausragenden Stelle in den ewigen Speichern der NSA.

Einen redseligen Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×