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02.04.2012

18:00 Uhr

Was vom Tage bleibt

Wenn Hoffnungsträger pleite gehen

VonFlorian Kolf

Stell dir vor es ist Energiewende - und es fehlen die Alternativen. Das erlebt gerade die Bundesregierung angesichts der Turbulenzen in der Wind- und Solarbranche. Woanders dagegen gelingt die Wende. Der Tagesrückblick

Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.

Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.

Wunderschönen guten Abend,

Dämmerung bei Q-Cells

Deutschland soll die Energiewende schaffen, das ist das erklärte Ziel der Regierung. Doch in den Branchen, die für den Ersatz der Atomkraft sorgen sollen, herrscht eher Not als Aufbruchstimmung. So hat der Solarhersteller Q-Cells heute angekündigt, dass er Insolvenz beantragen wird. Der Solarzellenhersteller will in Eigenregie seine Schulden loswerden. Das wäre schon die vierte große Pleite in der deutschen Solarbranche. Die völlig planlose Hin und Her in der Förderpolitik der Bundesregierung ist in so einer Situation alles andere als hilfreich.

Nordex im Gegenwind

Harte Zeiten erlebt auch die deutsche Windkraftbranche. Auch hier ist es asiatische Konkurrenz, die mächtig Druck macht. Doch der deutsche Windturbinenhersteller Nordex macht jetzt wieder in Optimismus - auch wenn er heute einen Verlust melden musste. Die stärkere Konzentration auf Windkraftanlage auf dem Land soll die Wende bringen. Die riskanteren Windparks im Meer dagegen will Nordex in ein Joint Venture mit einem größeren Partner einbringen. Die Signale in der Windkraftbranche stehen auf Konsolidierung.

Sprengstoff im Euro-Raum

Die Arbeitslosenquote in der Euro-Zone hat im Februar den höchsten Stand seit 15 Jahren erreicht: Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote in den 17 Euro-Ländern lag im Februar bei 10,8 Prozent, gegenüber 10,7 Prozent im Januar. Aber was wirklich Sorge machen muss, sind die großen Unterschiede zwischen den Ländern, die sich dahinter verstecken. So liegt die Quote in Deutschland nach der EU-Rechnung bei 5,7 Prozent, im Krisenland Spanien dagegen bei 23,6 Prozent. Es sind halt nicht nur die aufgetürmten Schulden, die für Sprengstoff im Euro-Raum sorgen.

Wandel durch Handel

Ein Hoffungsschimmer zieht in Birma auf: Zwar gibt es noch keine endgültigen Zahlen, aber die Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi und ihre Partei NLD haben bei der Nachwahl zum Parlament mindestens 40 der 45 zur Abstimmung stehenden Sitze errungen. Damit dominiert zwar immer noch das Militär das Parlament, aber ein Anfang ist gemacht. Und mit dem ersten Hauch von Demokratie öffnet sich das Land auch wirtschaftlich: Heute hat die Regierung den Wechselkurs der Landeswährung weitgehend freigegeben und damit ein großes Hindernis für eine engere Einbindung der birmanischen Wirtschaft in die Weltwirtschaft beseitigt. Wandel durch Handel.

Ich wünsche Ihnen einen guten Feierabend.

Florian Kolf

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Kommentare (3)

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Mattern

02.04.2012, 18:34 Uhr

Die Pleite von Q-Cells hat sicherlich nichts mit der Förderpolitik des Bundes zu tun, sondern mit viel zu schnellem Wachstum durch Kauf bzw. Beteiligung bei unrentablen Firmen und der sehr aggressiven Konkurrenz aus China. Ohne das EEG wäre Q-Cells gar nicht auferstanden!!

AlbertMagens

02.04.2012, 19:16 Uhr

Hier gelingt die Energiewende auch.
Mit Q-Cells & Nordex haben sie sich auch zwei sehr schwache Firmen herausgesucht, mit denen man keinen Staat machen kann.Die Solarindustrie bekommt nach vielen sehr guten Jahren erst einmal einige sehr schwere Jahre zu spüren, bis es dann für die starken Firmen wieder bergau geht. Im Windbereich müssen sie nur mal kucken,wie erfolgreich die Firma Enercon ist, mit denen, ein paar neuen Netzen und Speichern, haben wir es schon fast geschaft.
A.Magens

Klimaterror

02.04.2012, 22:30 Uhr

Die Energiewende geht in die Hose. Ich finde das gut, denn es gibt überhaupt keinen Grund unseren Strom teuerer und unsicherer zu machen. Die Klimalüge ist aufgeflogen und Fukushima war kein GAU. Also, warum sollen wir unsere Zukunft verspielen?
Unsere Nachbarn rüsten die Kernkraft auf, da sie einen Strommarkt bei uns entdecken, wir dagegen zahlen für Überschüsse noch! Die Franzosen speichern den geschenkten Strom in Speicherheizungen und Heisswassertanks. Bei uns wird dieses natürlich abgelehnt.
So gehen wir weiter in die falsche Richtung und verspielen die Zukunft unserer Kinder und zukünftigen Rentenzahler.

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