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11.12.2014

19:21 Uhr

Was vom Tage bleibt

Wer braucht den 380er?

VonStefan Menzel

Dem Riesenvogel von Airbus droht das Ende, der Daimler-Kronprinz naht. Die Ukraine braucht Milliarden, Berlin hat einen neuen Bürgermeister und die Mietpreisbremse kommt. Der Tagesrückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Im Tiefflug

Mit seinem Riesen-Flugzeug wollte der Airbus-Konzern den globalen Triumph für sich verbuchen. Doch der Airbus A380 verkauft sich viel schlechter als erwartet. Das Interesse der Fluggesellschaften ist – vorsichtig formuliert – schwach bis mäßig. Kein Wunder also, dass der Airbus-Konzern über die Zukunft des Flugzeugs nachdenken muss. Und dazu gehört natürlich auch, dass es eine vorzeitige Einstellung der 380er-Produktion geben könnte. Sparten-Chef Fabrice Bregier mag das zwar heute „nur als Extrem-Szenario“ verstanden wissen. Aber ein Ende ist nun definitiv nicht mehr ausgeschlossen. Wer heute mit dem 380er unterwegs ist, sollte den Flug genießen. Vielleicht gibt es das Flugzeug in einigen Jahren schon nicht mehr.

Wechselfieber

BMW und Volkswagen haben in dieser Woche mit ihren Vorstands- und Chefwechseln die Schlagzeilen der Autobranche bestimmt. Die Daimler-Konkurrenz aus Stuttgart war in den Vorstandsrochaden bislang noch nicht aufgetaucht. Bislang. Denn die Schwaben müssen natürlich auch darüber nachdenken, wie es nach der Amtszeit von Vorstandschef Dieter Zetsche weitergeht. Der Schwede Ola Källenius gilt in Stuttgart als erklärter Favorit auf die Zetsche-Nachfolge, nun soll er immerhin schon in den Daimler-Vorstand aufrücken. In Stuttgart wird Källenius nach klassischem Muster als Spitzenkraft aufgebaut. Ein oder zwei Jahre kann es noch dauern, aber dann wird auch der Daimler-Konzern seinen neuen Vorstandschef präsentieren.

West oder Ost

Der Aufschrei des ukrainischen Premiers Arseni Jazenjuk ist laut genug gewesen. Wenn das krisen- und kriegsgeplagte Land nicht bald weitere Milliardenhilfe aus dem Ausland bekommt, dürfte der Staatsbankrott unausweichlich sein. Machen wir uns nichts vor: Der Mann hat Recht, auch wenn er die Not seines Landes allein schon qua Amt in der Welt verbreiten muss. Der Westen hat direkt oder auch indirekt über den Währungsfonds schon Milliarden in das Land gepumpt. Weitere Zahlungen werden folgen müssen. Die Alternative: Der Westen überlässt das Land den Russen. Dann bleiben die Kosten auch in Moskau hängen.

Hoffen auf den Neuen

Berlin hat einen neuen Regierenden Bürgermeister, Michael Müller übernimmt das Amt von Klaus Wowereit. 13 Jahre stand der SPD-Politiker an der Spitze der Hauptstadt. Für so manchen Sozialdemokraten reicht allein schon die lange Amtszeit, um in große Lobeshymnen für Wowereit zu verfallen. Wer das macht, der vergisst die großen Pleiten des Klaus Wowereit. Allen voran natürlich der unvollendete neue Berliner Großflughafen, für den alle Steuerzahler in Deutschland Milliarden aufbringen müssen. Als neuer Bürgermeister verdient Michael Müller immerhin einen gewissen Vertrauensvorschub: Hoffen wir einfach einmal, dass er es besser als Wowereit macht.

Bremskräfte

Im nächsten Jahr wird Deutschland die neue Mietpreisbremse bekommen. Freuen kann sich darüber eigentlich nur die SPD, weil sie sich in Berlin damit gegen den Koalitionspartner CDU durchgesetzt hat. Aber vielleicht hätten die Sozialdemokraten einfach ein zweites Mal über die Mietpreisbremse nachdenken sollten. Sie ist eben nicht das von der SPD gerühmte soziale Instrument, mit dem sich hohe Mietsteigerungen künftig verhindern lassen. Aus der Mietpreis- wird vielmehr eine Investorenbremse. Geldgeber werden künftig weniger Kapital in den Mietwohnungsbau stecken, der Wohnungsmangel wird in den Großstädten noch größer. Damit passiert genau das Gegenteil dessen, was die SPD eigentlich erreichen wollte. Danke.

Verzweifeln Sie nicht, irgendwie geht es doch immer weiter. Genießen Sie den Abend. Es grüßt Sie herzlich

Stefan Menzel

Kommentare (1)

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Herr C. Falk

11.12.2014, 20:02 Uhr

Herr Menzel, machen Sie mal investigativen Journalismus und
verifizieren Sie ob Jazenjuk Mitglied der Scientology-Sekte
ist oder nicht.

"Verschiedenen Medienberichten zufolge soll Jazenjuk einen
Abschluss an der Kaderschule der Sekte "Schule für Dianetik" gemacht haben und seit 1998 Mitglied der Scientologie Organisation sein."

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