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18.12.2012

18:39 Uhr

Was vom Tage bleibt

Wer hilft in der Not?

VonFlorian Kolf

Kanzlerin Angela Merkel sitzt Gerhard Schröder aus, doch die Armen in Deutschland können sich davon nichts kaufen. Denn die Geschenke bekommen mal wieder andere. Der Tagesrückblick.

Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.

Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.

Wunderschönen guten Abend,

In Kohls Schatten

Selbst wenn Angela Merkel im kommenden Jahr nicht wiedergewählt werden sollte, hat sie ihren Vorgänger bereits in den Schatten gestellt. Sie ist heute genau einen Tag länger Regierungschef als Gerhard Schröder. Wer hätte das damals gedacht, als sie als „Kohls Mädchen“ verspottet auf die große Bühne der Politik kam? Doch um auch aus Kohls Schatten zu treten, müsste sie noch genau neun Jahre im Amt bleiben, woran wohl auch sie selber kaum glauben wird. Aber auf die Länge kommt es ja eh nicht an, oder?

Im Elend

Ohnehin wird Merkel von der Nachwelt eher an ihren Taten gemessen – und da schneidet sie bei einem immer größeren Teil der Bevölkerung wohl schlecht ab. Denn neue Untersuchungen bestätigen den altbekannten Befund: die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander. Die Nationale Armutskonferenz fordert deswegen flächendeckende Mindestlöhne. Dabei wäre es sinnvoller, endlich einmal eine echte Rentenreform anzugehen.

In Seenot

Große Not herrscht auch in der deutschen Schifffahrt. Die beiden großen deutschen Linienreedereien Hapag-Lloyd und Hamburg Süd prüfen deswegen einen Zusammenschluss. Die Reeder haben sich weltweit in eine prekäre Situation gebracht: Sie haben große Kapazitäten aufgebaut, die sie aber wegen der schwächelnden Weltkonjunktur nicht auslasten. Ein Gutes jedenfalls hätte eine Fusion: Es müsste nicht wieder der Staat einspringen, um kranke Firmen zu retten.

In Weihnachtsstimmung

Die Investoren scheinen schon in vorweihnachtlicher Schenk-Laune zu sein. Spanien hat heute über den Geldmarkt 3,52 Milliarden Euro bekommen - mehr als erwartet - und auch für das klamme Griechenland blieben noch 1,3 Milliarden Euro. So ganz nachvollziehbar ist das nicht angesichts der weiter schwelenden Krise. Aber es regiert wohl das Prinzip Hoffnung, das auch den Dax heute auf neue Höhen getrieben hat.

Was fehlt? Deutsche Richter halten die Konsumenten wohl für extrem dumm. Beim Betrachten eines in Goldfolie eingepackten Schoko-Teddy denke er unweigerlich an die Gummibären von Haribo – nur weil diese als Goldbären beworben werden. Man könnte fast lachen, wenn nicht deswegen Lindt seine Schokobären einstampfen müsste.

In der Hoffnung, dass der Feierabend auch für Sie ein Geschenk bereit hält, grüßt Sie

Florian Kolf

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Kommentare (2)

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Insider

18.12.2012, 19:21 Uhr

Schröder hätte ja bis 2006 regieren können-selbst Schuld !

Account gelöscht!

19.12.2012, 17:23 Uhr

Merkel macht doch nichts anderes als Schröder-Politik, nur ein wenig schlimmer und härter
Das ist halt Sozialismus, oben geben und das Volk verarmen

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