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08.03.2012

19:25 Uhr

Was vom Tage bleibt

Wer sich Griechenland leisten kann

VonOliver Stock

Der Schuldenschnitt kann gelingen. Die Unternehmensgewinne sprudeln. Unter den Superreichen ist auch ein Deutscher. Ein fast optimistischer Tagesbericht.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Guten Abend Ihnen allen,

Des einen Freud, des anderen Leid

Griechenland feiert, Deutschland feiert nicht mit. Nach Angaben eines hochrangigen Regierungsvertreters in Athen haben sich mehr als 75 Prozent der Gläubiger am Schuldenschnitt für Griechenland beteiligt. Damit kann die Regierung sogenannte Umschuldungsklauseln in manchen Anleihenverträgen aktivieren und damit das Tauschangebot verbindlich für alle Gläubiger machen. Die Teilenteignung der Gläubiger ist das Opfer, dass sie für Europa aufbringen sollen. Das Problem ist, dass sie genau berechnen können, was sie der Schnitt kostet. Was er am Ende bringt - dafür gibt es keine Zahlen.

Jain und das Kasino


Ob sich Anshu Jain seine erste Amtshandlung so vorgestellt hat? Noch bevor er gemeinsam mit Jürgen Fitschen an die Spitze der Deutschen Bank gelangt, hat er zwei lang gediente Weggefährten im Vorstand entlassen und eigene Getreue um sich geschart. Intern sorgt das für Stirnrunzeln bei denen, die glauben, als nächste unfreiwilliges Ziel von Veränderungen zu werden. Und je weiter weg die Kritiker sitzen, desto deutlicher werden sie: „Deutsche Einlagen dürfen nicht im Kasino landen“, sagt Unionsfraktionsvize Michael Meister. Die Aktionäre allerdings sind erfreut. Sie haben die Bankaktie heute nach oben geschickt. Sie wissen: Vom Geld verdienen, versteht Jain eine Menge.


Frau BMW


Am „Tag der Frau“ erlaubt sich BMW einen besonderen Gag: Der Autobauer sortiert seinen Vorstand um. Mit der gebürtigen Spanierin Milagros Caina Andree rückt erstmals eine Frau in das Gremium. Die Meldung überstrahlte glatt, dass BMW nebenbei auch noch ein Rekordergebnis für 2011 verkünden konnte. Unter dem Strich verdiente der Autobauer 4,9 Milliarden Euro - ein Plus von 51,3 Prozent. Das ist zumindest ein Anzeichen dafür, dass es die Männer, die vorher im Vorstand unter sich waren, auch nicht ganz schlecht gemacht haben. Überhaupt: Was ist eine Frau im Vorstand gegen eine weibliche Produktpalette, wie sie die Konkurrenz von Alfa Romeo zu bieten hat: Einst die Gulia, heute die Gulietta - das zeugt von wahrem Verständnis für Gleichberechtigung.

Der Abschwung fällt aus

Nicht genug, dass BMW gut verdient. Henkel, Post, EADS - alle haben sie heute hervorragende Zahlen vorgelegt. Und sie haben auch mit einigem Optimismus nach vorne geblickt. Die Prognosen zeigen vor allem eines: Der von Schwarzmalern für diese Jahr befürchtete Einbruch bleibt aus. Es geht weiter im moderaten Wachstumsmodus. Wir können uns Griechenland sogar erlauben.

Die alten Superreichen


Ein großes Stück Griechenland kaufen könnten sich auch jeder einzelne der zehn Menschen, die an der Spitze der Reichenliste stehen, die das US-Magazin „Forbes“ jedes Jahr vorstellt. Aldi-Gründer Karl Albrecht (92) kommt danach auf 25,4 Milliarden Dollar im Jahr 2011, das ist Platz zehn. Der 72-jährige Mexikaner Carlos Slim bleibt weit vor Bill Gates und Warren Buffett der reichste Mann der Welt. Dumm nur, dass diese Leute meist ihr Geld dorthinein stecken, wo es sich vermehrt. Und Griechenland gehörte bislang nicht zu diesen Zielen.

Schluss?

Ja Schluss. Denn jetzt ist Zapfenstreich.

Regen Sie sich dabei nicht zu sehr auf, wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

08.03.2012, 21:29 Uhr

Nach Angaben der FT Live-Blog:

http://blogs.ft.com/the-world/ ...

es gibt schon ein grauer Markt in den neuen griechischen Anleihen und indikativen Quotes sind rund 17 bis 28 Cent auf den Euro, Renditen von 17 bis 21%.

Mit anderen Worten, ist der Konsens der Beteiligten, dass Griechenland sehr wahrscheinlich wieder Standard ist.

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