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09.08.2012

17:48 Uhr

Was vom Tage bleibt

Wer's glaubt, wird selig

VonFlorian Kolf

Ikea verscherbelt seine Marke an eine Tochter, die Commerzbank bietet immer neue Überraschungen, die Koalition erstickt im Streit und Taucher erfüllen sich einen Traum. Der Tagesrückblick

Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.

Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.

Wunderschönen guten Abend,

Das System Ikea

Ist es das fröhliche gelbe Logo? Sind es die preiswerten Köttbulla? Ist es der sympathische schwedische Akzent? Ikea hat es geschafft, sich ein wunderbar positives Image zu erwerben. Mit der Realität deckt sich dieses Bild aber nur bedingt. Das Unternehmen lässt nicht nur in Billiglohnländern zu zum Teil bedenklichen Konditionen produzieren (man denke nur an den DDR-Arbeitslager-Skandal), sondern schafft es auch, durch ein verschachteltes System von Tochterfirmen Steuerzahlungen zu vermeiden. Jetzt hat es die Rechte an der Marke für neun Milliarden Euro an eine Tochter verkauft. Dass das nur dazu dient, „die Unternehmensstruktur zu stärken und zu vereinfachen“, wie der Konzern mitteilt, mag glauben, wer will.

Immer neue Löcher

Wenn die Commerzbank ihre Zahlen vorstellt, gibt es jedesmal neue Überraschungen - und selten sind es positive. Jetzt sickerte durch, dass allein die Schiffsfinanzierung ein Loch von rund 300 Millionen Euro in die Bilanz gerissen hat. Gleich zwei Vorstände braucht die Bank, um ihre internen Altlasten abzubauen; sie stehen der neuen Bad Bank der Commerzbank vor. Erstaunlich ist, dass sich angesichts dieses Desasters Bankchef Martin Blessing noch so gut im Sessel hält. Dafür müssen wieder die Mitarbeiter bluten: Bis November soll ein Sparprogramm stehen, das wohl auch tief ins Filialnetz schneidet.

Schwarz-gelbe Streithähne

Die Bundesregierung kann offenbar kein Thema mehr anpacken, ohne dass es sofort Streit in der Koalition gibt. Heute erwischte es die Rentenpläne von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen. Kaum hatte sie ihr Konzept eines Rentenzuschusses vorgestellt, fuhr ihr FDP-Chef Philipp Rösler in die Parade und lehnte es rundweg ab. Dabei ist die Bekämpfung der Altersarmut bei Frauen ja grundsätzlich eine gute Sache, auch wenn man über die Details der Ausgestaltung sicher noch beraten kann. Aber wahrscheinlich ist es bei den schwarz-gelben Streithähnen schon ein Reflex: Ist nicht von mir, lehne ich ab.

Schröders Fehlschläge

Vom koalitionsinternen Streit zerrieben wird mehr und mehr auch die Familienministerin Kristina Schröder. Jetzt hat sie ihr Lieblingsprojekt "Flexi-Quote" offiziell begraben, mit dem sie mehr Frauen in Führungspositionen in der Wirtschaft bringen wollte. Wenn man die Reihe der Fehlschläge sieht, die Schröder in ihrer Amtszeit produziert hat, ist aber auch eines klar: Würde sie in der freien Wirtschaft arbeiten, hätte sie nicht mal eine Frauenquote vor dem Rauswurf bewahrt.

Was fehlt? Eine Geschichte wie aus einem Film: Taucher haben vor Tonga ein verschollen geglaubtes Schiffswrack mit einem sagenhaften Piratenschatz gefunden. Das zeigt, dass es sich manchmal doch lohnt, auch an das scheinbar Unmögliche zu glauben.

Ich wünsche Ihnen einen traumhaften Feierabend,

Florian Kolf

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Kommentare (1)

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...und_ne_buddel_rum

09.08.2012, 19:00 Uhr

Gutsherr Trelawney, Dr. Livesey und die übrigen Herren haben mich gebeten, unsere Fahrt nach der Schatzinsel vom Anfang bis zum Ende zu beschreiben, und dabei nichts zu verschweigen als die genaue Lage der Insel, und zwar auch dies nur deshalb, weil noch jetzt ungehobene Schätze dort vorhanden sind...

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