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08.09.2014

18:30 Uhr

Was vom Tage bleibt

Wie die Schotten das Pfund weichkochen

VonOliver Stock

Als wäre Maria Stuart auferstanden: Die Queen bangt um Schottland. Schalke könnte bald ein Problem haben – aber nicht mit Ball und Gegner. Und wir Deutschen sind entweder fleißig oder dumm. Das müssen Sie heute wissen.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Baumstammweitwurf mit Folgen

Wenn das kein Statement ist: In eine typisch schottische Wolldecke in Karo-Muster eingewickelt, den Hut adrett wie immer, sitzt die Queen im schottischen Braemer und sieht kräftigen Kerlen beim Baumstammweitwurf zu. Sie ist Gast bei den traditionellen „Highland Games“. Sie lächelt „amused“, ganz so, als drohe Großbritannien kein Ungemach. Dabei könnte sich Schottland schon bald vom Vereinigten Königreich lossagen. Nur noch zehn Tage bleiben bis zum Referendum. Und je näher das Votum rückt, desto weiter entfernt fühlen sich die Schotten vom Rest des Landes. Stimmungsmesser ist derzeit das britische Pfund: Mit ihm geht es abwärts, weil die Abspaltung droht. Derzeit landet es auf dem niedrigsten Stand seit November 2013. Seit Maria Stuart haben weder Schotte noch Schottin das Empire derart empfindlich getroffen.

Schalke zittert um seinen Sponsor

Der FC Schalke 04 zittert. Nicht vor dem nächsten Bundesligaspieltag, sondern der nächsten Sanktion gegen Russland. Die könnte nämlich Versorger wie Gazprom treffen. Kontensperrungen könnten die Folge sein, und das wäre blöd: Gazprom ist der Hauptsponsor von Schalke. Und ohne das russische Geld gehen im Stadion schnell die Lichter aus. Das ganze klingt nach einem Fall für Putin- und Gazprom-Freund Gerhard Schröder. Wo steckt der eigentlich?

Steve Jobs Erbe blüht

Auch wenn Steve Jobs nicht mehr lebt: Apple ist quicklebendig. Wenn die IT-Könige dazu einladen, neue Produkte anzuschauen, kursieren im Netz ähnlich viele Gerüchte wie Katzenbilder und in New York kampieren die Menschen vor dem Apple Store, um die Geräte zuerst kaufen zu können. Unterschiedliche Bildschirm-Größen, Saphirglas, Aluminiumgehäuse und vielleicht ein Computer im Uhrenformat – all das könnte uns blühen und es ist wahrscheinlich, dass genau das kommt. Unwahrscheinlich ist, dass sich die Hoffnung jener erfüllt, die damit nichts anfangen können: Die Geräte, so dachten sie einst, würden immer kleiner, und irgendwann verschwänden sie ganz.

Fleißig oder dumm?

Deutsche Arbeitnehmer machen nach Erkenntnissen der EU-Kommission in Brüssel im Durchschnitt mehr Überstunden als ihre Kollegen in übrigen Europa. Es geht um die tarifliche Wochenarbeitszeit und die tatsächlich geleistete Arbeit. Der Unterschied zwischen beiden beträgt hierzulande durchschnittlich vier Stunden. Jetzt gibt es zwei Interpretationen dieser Information: Entweder wir arbeiten uns dumm und duselig. Oder die Tarifwochenarbeitszeit ist eben beim besten Willen nicht mit der Wirklichkeit zu vereinbaren. Auf jeden Fall richtig ist: Wir sind ganz schön blöd, dass das so läuft.

Einen wohlverdienten Feierabend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (1)

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Herr Teito Klein

08.09.2014, 19:41 Uhr

The Queen is not amused
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Wenn das kein Statement ist: In eine typisch schottische Wolldecke in Karo-Muster eingewickelt, den Hut adrett wie immer, sitzt die Queen im schottischen Braemer und sieht kräftigen Kerlen beim Baumstammweitwurf zu. Sie ist Gast bei den traditionellen „Highland Games“. Sie lächelt „amused“, ganz so, als drohe Großbritannien kein Ungemach.

Schottland droht sich vom vereinigten Königreich abzuspalten. Hierzu gibt es in 10 Tagen ein Referendum.
Das britische Pfund befindet sich im freien Fall.
Cameron zittert.

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