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31.05.2013

17:59 Uhr

Was vom Tage bleibt

Wie überlebt der Euro?

VonOliver Stock

Bei einer Diskussion zur Zukunft unserer Währung sind Ihre Fragen erwünscht. Die Volkszählung birgt kein Aufreger-Potenzial. Blockupy protestiert nur noch müde. Und Microsoft repariert Windows. Die Kommentare zum Tag.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Ihre Fragen bitte . . .

Wir Deutschen schimpfen so laut über den Euro, dass eine ganze Partei glaubt, nur von diesem Thema leben und auf dieser Welle in den Bundestag einziehen zu können. Schimpfen wir zu Recht, oder sind wir Deutschen nicht die heimlichen Gewinner der Eurokrise? Bringt uns die Rettung der Einheitswährung mehr als sie uns kostet? Wo stehen wir eigentlich bei dieser Rettungsaktion - kann sie noch misslingen? Am Montagabend diskutiere ich darüber bei einer Veranstaltung der KfW in Berlin. "Eurokrise und kein Ende" lautet der Titel; meine Gesprächspartner sind die finanzpolitischen Sprecher der Fraktionen. Also: Klaus-Peter Flossbach für die CDU/CSU, Gerhard Schick für die Grünen, Axel Troost für die Linke, Volker Wissing für die FDP und Manfred Zöllmer für die SPD. Die Herren dürften eine Meinung haben - und Sie liebe Leserinnen und Leser können Fragen stellen, wenn Sie mir jetzt schreiben: stock@handelsblatt.com ist die E-Mail-Adresse. "Fragen zum Euro" im Betreff macht mir das Sortieren leichter. Wir werden am Dienstag auf Handelsblatt Online über die Veranstaltung berichten, und ich werde versuchen, auch Ihre Frage an die Politiker direkt loszuwerden.

Volkszählung - na und?

Zwei Jahre ist es her, dass die Statistiker Deutschland ausgezählt haben: Seither haben sie gerechnet, überprüft und verglichen. Heute schließlich haben sie ihr Ergebnis veröffentlicht. Ein paar kleine Überraschungen sind dabei, wie etwa der Umstand, dass in der Bundesrepublik eine Million Menschen weniger leben als angenommen. Oder dass mit den Augen der Statistiker gesehen in einer Wohnung nicht einmal mehr zwei Menschen wohnen. Wenn sich CDU und SPD jetzt also beim Einführen einer Mietpreisbremse überbieten, müssen sie sich fragen lassen, ob sie nicht lieber Mitwohnzentralen fördern wollen. Das bringt für alle mehr und wirkt gegen Vereinsamung genauso wie gegen zu viel Fernsehkonsum. Das eigentlich Spannende an der neuesten Volkszählung aber ist, dass sie geräuschlos über die Bühne ging. Es war nicht wie letztes Mal 1987, als niemand geschätzt werden wollte. In den 26 Jahre seither, an deren Ende wir heute täglich nicht nur nach unserem Namen, Geschlecht und Alter, sondern auch nach unserem Gewicht bei der Flugbuchung, unserem Einkommen beim Telefon-Vertrag und unserer Kreditkartennummer sowieso gefragt werden, sind wir ziemlich unempfindlich geworden, was unsere Daten anbelangt.

Kein Hunger auf Gen

Der US-Agrarkonzern Monsanto gibt den Kampf für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in Europa auf. "Wir machen dafür keine Lobbyarbeit mehr", sagte ein Monsanto-Sprecher. Vielleicht liegt der Misserfolg der Gentechnik daran, dass Monsanto den nicht sehr schmackhaften Namen MON810 für seinen Genmais gewählt hat. Wer will schon MON810 essen, wenn Bonduelles Zartgemüse im Regal daneben steht? Auch BASF war mit seiner Amflora-Genkartoffel nicht viel erfolgreicher. Mais hin, Kartoffel her - klar ist aber auch, dass sich die Heilsversprechen für die Bauern nicht erfüllt haben. Bio lohnt sich hierzulande mehr als Gen. Und in Entwicklungsländern ist ein guter Trecker mindestens so viel wert, wie gentechnisch widerstandsfähig gemachte Kartoffeln. Ich glaube, in Monsantos Abgesang steckt eine gute Nachricht. Sie lautet: Der Hunger ist zwar noch ein Problem, das die Menschheit nicht gelöst hat, aber wir wissen inzwischen: Zu essen gibt es genug. Bloß ist es nicht immer da, wo es gebraucht wird.

Müder Protest

Okay - es hat in Frankfurt heute morgen in Strömen geregnet. Aber 1000 Protestler vor der EZB und 300 vor der Deutschen Bank - das ist doch etwas mau, wenn es darum geht anzuprangern, dass die Banken noch immer nichts aus der Krise gelernt haben. Das schmale Häuflein der Aufrechten könnte die Blockupy-Bewegung dazu veranlassen, ihre These zu überprüfen Sind Banker böse? Sie sind es nur, wenn sie Leistungswillen mit Gier übersetzen und Erfolg mit Unbarmherzigkeit. Manchmal allerdings machen die Fehler die Übersetzer und nicht die eigentlichen Autoren.

Zurück auf Start

Die Welt dreht sich schneller, der Fortschritt schreitet fort und das gilt besonders in der Welt der Programme und Computer. Da ist es doch wunderschön zu hören, dass einer der fortschrittlichsten Konzerne , Microsoft nämlich, innehält und zu Altbewährtem zurückkehrt. Microsoft-Manager Antoine Leblond hat jedenfalls in seinem Blog beschrieben, wie die überarbeitete Version von Windows 8 – nun Windows 8.1 genannt – bald aussehen wird. Eine der wichtigsten Neuerungen: Der Start-Knopf links unten am Bildschirmrand, 18 Jahre lang ein kaum wegzudenkendes Element und dann verschwunden: Er kommt wieder. Mich hat an diesem Knopf immer fasziniert, dass es der einzige Start-Knopf ist, den ich kennen, an dem sich ein Gerät ausschalten lässt. Liebe Entwickler, wenn ihr diese Marotte bitte wieder einführt - es macht euer Programm so menschlich. Denn wie oft starten wir etwas und wissen doch: Eigentlich ist es schon vorbei.

Einen gelungenen Start ins Wochenende wünsche ich Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (41)

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Trojaner

31.05.2013, 18:15 Uhr

Guten Abend Oliver Stock. Viele Foristen sind vom Abschalten oder Nichteinschalten der Kommentarfunktion wenig begeistert. Ist das notwendig? Zugegeben, es geht nicht immer sehr nett zu, aber ich freue mich immer die "Stimmen des Volkes" zu hören. Also lassen Sie mir doch bitte die Freude.

kraehendienst

31.05.2013, 18:27 Uhr

Der EURO ist ein Konstrukt, das seinen Kontinent zerstören wird und zerstört. Er ist ein Diktat machthungriger Eliten in den USA wie Rockefeller David, der 1994 meinte, es müsse eine richtig große Krise alle Nationen schütteln, damit man die neue Weltordnung akzeptiere. Der EURO mit der UNION ist ein strategischer Schritt dazu, den Kontinent schlagkräftig vernichten zu können. Die EU ist ein Sklavenkartell dieser Elite. Juncker meinte sinngemäß bei seinem Neujahrsvortrag offiziell am Pult, man solle 100 Jahre zurückblicken, 1913 sei das letzte Friedensjahr vor dem kalten Krieg gewesen. Verschwörung? Faselworte... Schröder ist das nächste - im doppelten Sinn - Beispiel. Auf einer Kundgebung in Heidelberg-Uniplatz Dez 2004: "wir können nicht anders!" rhetorische Pause. Verschwörung??? Weil unter FED, Goldman-Sachs-Druck!! Es ging um Hartz-4-Einführung. Dieser Schritt war ein solcher mit gewaltiger Aushungerungswirkung auf die Allgemeinheit! Die Suppenküchen nahmen zu, bis dahin auch im Mittelstand fest etablierte Personen/Familien waren betroffen von sie erreichender, wachsender Unsicherheit. Drei Jahre später arbeitete der eher klein-also napoleonisch-wüchsige, machtgierige G. Schröder bei Rothschild. Aber nicht als Sachbearbeiter. - WARUM EINE WÄHRUNG über soviele,VERSCHIEDENE Nationen und: in Deutschland ist ein Mindestlohn bei verschiedenen Bundesländern lt. Merkel indiskutabel????? - ACH JA! Lassen Sie die Kommentarfunktion bitte offen, um ein Minimalstproportionalchen Demokratie leben zu lassen. Sicherlich eine emotionale (End-?) Zeit, schon weil Juncker für 2014 kriegerische Zustände öffentlich an die Wand malte. Danke Herr Stock!

Account gelöscht!

31.05.2013, 18:33 Uhr

"Wie überlebt der Euro?"

LOL Ach Gott...garnicht....Herr Stock :D

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