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29.07.2014

17:41 Uhr

Was vom Tage bleibt

Wieso dürfen Kanadier in Merkels Handy eindringen?

VonOliver Stock

Seit wir wissen, wie uns die NSA durchleuchtet, sind wir froh um jede Verschlüsselungstechnologie. Jetzt wird der wichtigste deutsche Hersteller verkauft – nach Nordamerika. Was heute sonst noch geschah.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Merkel-Schützer lassen sich kaufen

Blackberry – wir erinnern uns: Das ist jener kanadischer Smartphone-Hersteller, dessen immer wieder abstürzendes Gerät wir vor etwa zwei Jahren in die Schublade gelegt hatten. Dieses Unternehmen kauft Secusmart, einen Düsseldorfer Anbieter von Verschlüsselungstechnologie. Auf Merkels Handy zum Beispiel läuft dieses System und hat vielleicht schon Geheimnisse bewahren helfen. Doch das war gestern. Jetzt gehen auch die Secusmart-Geheimnisse über den großen Teich. In der Schlacht darum, wer die Informationen im Netz kontrolliert, hat Deutschland heute ein Nachhutgefecht verloren.

Wie wir uns selbst sanktionieren

Die EU bestraft Russland härter dafür, dass sich das Regime an keine Regeln hält. Die Sanktionen sollen jetzt nicht nur Putins enge Kumpel treffen, sondern zum Beispiel die Banken, denen das Leben in Westeuropa schwer gemacht wird. Oder die Rüstungsindustrie, die bis auf weiteres ohne Nachschub aus Frankreich, Deutschland und Co. klarkommen soll. Damit gewinnen die Sanktionen eine neue Qualität. Für uns. Denn jedes russische Unternehmen, das nun leidet, hat einen europäischen Geschäftsfreund, der mitleidet.

Die Banken und ihr doppelter Boden

Die Deutsche Bank verbessert ihr operatives Ergebnis, die Schweizer UBS auch. Bei beiden hat das Investmentbanking angezogen und beide leiden darunter, dass Rechtsstreitereien sie jede Menge Geld kosten. Ist diese Entwicklung also sozusagen Schicksal? Nein. Wer einen Prozess nach dem anderen führen muss, scheint eine Strategie zu haben, über die es zumindest zwei Meinungen gibt. Ich wünsche mir Geldhäuser, deren Strategie von Eindeutigkeit geprägt ist.

Bernie will sich freikaufen

Bernie Ecclestone bietet der Bayerischen Landesbank 25 Millionen Euro Ausgleichszahlung dafür an, dass er sie beim Handel mit Formel-1-Anteilen möglicherweise übers Ohr gehauen hat. Die Staatsanwaltschaft, die in dieser Sache ermittelt, hält den Vorschlag für gar nicht so schlecht. Merke: Im zweistelligen Millionenbereich werden keine Strafen verhängt, sondern eben „Ausgleichszahlungen“ geleistet.

Einen ausgeglichenen Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (1)

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Herr Clemens Keil

30.07.2014, 10:38 Uhr

Wie naiv
Was Vorstand, Behördenchefs , Firmeninhaber aber auch Minister/Kanzler/Präsidenten über die Sicherungsmöglichkeiten der heutigen IT-Infrastruktur wissen sollten:
Zwar liegen Ihre "Kronjuwelen" (sprich: Blaupausen, Erfindungen, Strategiepapiere,...) in einem "Safe", gehen Sie aber davon aus, dass der eine oder andere Spionagedienst Zweitschlüssel besitzt.
Zwar sind Ihre Know-how-Träger verschwiegen, gehen Sie aber davon aus, dass der eine oder andere Spionagedienst mitliest, was er auf seinem PC so treibt.
Zwar mögen Preisinformationen und Kalkulationen Ihrer Produkte und/oder Dienstleistungen geheim sein, gehen Sie aber davon aus, dass der Stempel geheim den einen oder anderen Spionagedienst geradezu anlockt, Ihr Geheimnis zu enttarnen.
Wenn Sie sich von diesem Schock erholen wollen, empfehle ich Ihnen die NSA-Trilogy des Singer-Songwriter's Sigismund Ruestig:

http://youtu.be/v1kEKFu6PkY
http://youtu.be/pcc6MbYyoM4
http://youtu.be/_a_hz2Uw34Y

Viel Spaß beim Anhören.

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