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15.04.2013

18:43 Uhr

Was vom Tage bleibt

Wieso Hollande übers Ziel hinausschießt

VonOliver Stock

Mit der Transparenz treibt es Hollande in Frankreich zu weit. Die Deutsche-Bank-Chefs verdienen halb so viel wie ihr Vorgänger. Der NSU-Prozess wird verschoben. Und der Goldpreis fällt ins Bodenlose. Der Tagesbericht.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Oliver Stock ist Chefredakteur von Handelsblatt Online.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Transparenz auf Teufel komm raus

Transparenz ist Trumpf? In Frankreich haben heute Abend alle Kabinettsmitglieder ihre finanziellen Verhältnisse offengelegt. Der Schritt ist Teil verschärfter Regeln für den Umgang von Regierungsbeamten mit ihren Finanzen, die Hollande nach Bekanntwerden des Skandals um den Budgetminister angekündigt hatte. Er hatte eingeräumt, 20 Jahre lang ein geheimes Konto im Ausland unterhalten zu haben. Transparenz kann auch Terror werden. Was wie eine gutgemeinte demokratische Regel daher kommt, ist, wenn es übertrieben wird, ein Debakel für die Demokratie: nämlich die Vernichtung des Privaten. Hollande ist anfällig dafür. Hoffentlich findet er hierzulande keine Nachahmer.

Halbe Portion

Zur bereits bei uns praktizierten Transparenz gehört, dass Dax-Chefs offenlegen, was sie verdienen: Exakt 4.878.638 Euro – soviel ist es bei den Co-Chefs der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen und Anshu Jain. Das Erstaunliche: Sie haben sich tatsächlich daran gehalten, dass die zwei, die jetzt die Arbeit von einem machen, auch nur halb so viel kriegen, wie damals der eine. Josef Ackermann jedenfalls erhielt im letzten Amtsjahr eine beinahe doppelt so hohe Vergütung.

Auftakt vergeigt

Der Prozess um die Neonazi-Mordserie beginnt später als geplant. Das Oberlandesgericht München verschob den Auftakt auf den 6. Mai. Grund ist der Streit über die Presseplätze im Gerichtssaal. Es sei ein neues Akkreditierungsverfahren für Journalisten notwendig, teilte das Gericht mit. „Dies ist bis zum geplanten Hauptverhandlungsbeginn am 17. April 2013 zeitlich und organisatorisch nicht mehr möglich“, heißt es in dem OLG-Beschluss. Liebe Richter, ihr hättet auch schreiben können: „Weil wir uns wochenlang gewehrt haben, umzuplanen, kriegen wir es jetzt nicht mehr rechtzeitig gebacken.“

Goldene Zweifel

Hallo – wo seid ihr, ihr Schnäppchenjäger? Wo seid ihr, die ihr Gold bei Preisen jenseits der 1900 Dollar gekauft habt? Wer von seiner Investition überzeugt ist, der müsste doch jetzt erst recht nachkaufen, wo das Edelmetall schon zum Discount-Preis unter 1400 Dollar zu haben ist. Aber: Fehlanzeige. Der Preis fällt und fällt und fällt. Offenbar haben die Goldhorter doch Handelsblatt Online gelesen. „Es wird also höchste Zeit, den Goldschatz nicht nur mit dem Misstrauen eines nationalen Spießers zu prüfen – man sollte ihn jetzt verkaufen und in verzinsliche Anleihen tauschen“, schrieb unser Kolumnist Wolfram Weimer vor einem halben Jahr. Sechs Monate Reaktionszeit – das ist im Online-Zeitalter jetzt kein Renner, aber besser, als wenn gar nichts passiert.

Dennoch einen goldigen Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (6)

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leser

15.04.2013, 20:11 Uhr

der commons sense bleibt: alles offenlegen ohne dass irgendjemand genaueres weiß.
und das ist auch ganz richtig so.
hollande blieb wenig mehr als sich auf dieses schauspiel einzulassen.
nun haben sie alle alles offengelegt.
fein.
und danach gehts weiter...

striptease

15.04.2013, 20:33 Uhr

und die Opposition hat gar keine Pfründe...
we like sowas.

Account gelöscht!

15.04.2013, 21:25 Uhr

...Hollande ist ein Depp, - und genauso ein Clown wie Grillo und Berlusconi.

Die gehören aus dem Weg "gefegt" !

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