Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.09.2014

18:28 Uhr

Was vom Tage bleibt

Wieviel Gesichter hat der Emir?

VonOliver Stock

Der Emir von Katar hat uns einen heiklen Besuch abgestattet. Wer vertraut ihm? Die Nasa schickt wieder Piloten ins All, kann Tesla helfen? Und: Der Themomix verdirbt den Brei. Warum, das lesen Sie im Tagesbericht.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Guten Tag, Herr Emir

Wir konnten uns heute entscheiden: Empfangen wir einen Wirtschaftsboss? Empfangen wir einen Staatsmann? Empfangen wir einen Angeklagten? Angela Merkel hat die mittlere Variante gewählt. Sie hat den Emir von Katar, der ihr nicht im traditionellen Gewand sondern in Schlips und Kragen gegenübertrat, mit Blaskapelle als Staatsmann empfangen, wohlwissend, dass der Mann und seine Verwandten ihr Geld in einige der wertvollsten deutschen Unternehmen investiert haben – und wohlwissend, dass ihn einige in Verdacht haben, auch noch die ein oder andere grauenvolle Terrororganisation zu unterstützen. Aber wie heißt es? Lieber drüber reden, als drüber schweigen. Insofern war der Besuch des Emirs eine vertrauensbildende Maßnahme.

Tesla hebt ab

Tesla-Gründer und SpaceX-Chef Elon Musk muss an seinen bodengebunden Fahrzeugen noch feilen, damit sie zum Verkaufsschlager werden. Im All gelangt er dagegen 2017 ans Ziel. Die Nasa hat angekündigt mit SpaceX zusammen die bemannte Raumfahrt wieder aufzunehmen. Erst vor drei Jahren hatte sie sich entschieden, das sein zu lassen. Der immerhin schon 56 Jahre alten Weltraumbehörde lässt sich somit eine gewisse Sprunghaftigkeit nicht absprechen. Elon Musk ist das egal. Er weiß, wo er hin will und es klingt ganz so, als würde Tesla künftig auch Busse bauen wollen – jedenfalls fürs All: Die Nasa-Umentscheidung, sagt Musk, „ist ein wichtiger Schritt auf einem Weg, der uns zu den Sternen führen und die Menschheit zu einer Spezies machen wird, die viele Planeten bewohnt.“

Afrika-Konferenz ohne Ebola

Am 24. September lädt die Unions-Bundestagsfraktion zu einem Afrika-„Fachgespräch“ in den Bundestag. Es geht um die „Chancen für die deutsch-afrikanische Wirtschaftskooperation“. Das Thema Ebola steht nicht auf der Tagesordnung, obwohl selbst US-Präsident Obama Soldaten als Helfer entsendet und die Lage inzwischen so einschätzt, dass die Epidemie „tiefgreifende wirtschaftliche, politische und sicherheitsrelevante Auswirkungen auf uns alle“ haben könnte. Der Obama von Berlin, beziehungsweise der persönliche Afrika-Beauftragte der Kanzlerin, heißt Günter Nooke. Er kommt auch zur Tagung. Sein Thema lautet: „Wirtschaftskooperation auf Augenhöhe: Von der Rohstoffabhängigkeit zur Wertschöpfungskette.“ Er sollte besser nochmal über das Manuskript gehen.

Die große Themomix-Enttäuschung

Man stelle sich vor, Apple würde still und leise ein neues iPhone auf den Markt werfen, ohne Ankündigung, ohne große Show, einfach so. Von einem Tag auf den anderen gäbe es nur noch das neue Modell. Wer kurz vorher gekauft hätte, sähe alt aus. Bei Vorwerk ist genau das passiert: Der Thermomix TM31 wurde durch den TM5 zu ersetzt – und zwar von einem Tag auf den anderen. Im Internet ist seitdem die Hölle los, handelt es sich doch nicht einfach um eine Küchenmaschine, sondern um eine Haushaltshilfe, die rühren, mixen, dünsten, garen oder kochen kann, weswegen sie auch mehr als 1000 Euro kostet. „Wollte Vorwerk erst die Ladenhüter an den Mann bringen?“, fragt ein Kunde namens „Ancyra“. Mein Verständnis hört da auf: Ich wollte mir heute Abend Rote Bete mit Mozzarella und Honig in den Ofen schieben. Ich bezweifele, dass das der TM5 oder irgendein Nachfolgemodell jemals können wird.

Guten Appetit wünscht Ihnen

Oliver Stock

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×