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19.11.2014

19:02 Uhr

Was vom Tage bleibt

Wir warten auf den nächsten Streik

VonStefan Menzel

Die Bahn-Gewerkschaften können sich nicht einigen, Thüringen bekommt Rot-Rot-Grün. Cannabis wird zum großen Geschäft, bei Prokon geht der Gründer und die Fifa verspielt den letzten Rest ihres Rufs. Der Tagesrückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Tollhaus

Die Streithähne wollen einfach nicht lockerlassen. Die beiden konkurrierenden Bahn-Gewerkschaften EVG und GDL können sich auf keinen gemeinsamen Kurs für die Tarifverhandlungen mit der DB verständigen. Jeder kocht sein eigenes Süppchen, jeder denkt nur an die Interessen der eigenen Mitglieder. Die Konsequenzen sind offensichtlich. Die Suppe auslöffeln müssen wieder einmal wir, die Kunden. Demnächst wird es den nächsten Bahn-Streik geben, die Züge in Deutschland werden wieder einmal stehen. Eine Ende des Wahnsinn ist nicht absehbar. Es sei denn, es käme wirklich bald ein neues Gesetz aus Berlin, das diesem Tollhaus ein Ende bereitet.

Nur Thüringen

Das öffentliche Gejammer der Gegner ist groß: Es sei eine Schande für die Bundesrepublik, dass Thüringen als erstes Bundesland einen Ministerpräsidenten von der Linken bekommt. Rot-Rot-Grün haben sich in der Tat geeinigt, Bodo Ramelow dürfte Anfang Dezember in Erfurt zum neuen Regierungschef gewählt werden. Opfer des DDR-Regimes werden sich zurecht darüber aufregen. Aber lassen wir doch bitte die Kirche im Dorf: Es geht doch nur um das kleine Thüringen. Allzu viel werden die Linken dort nicht anrichten können.

Profitabler Rauch

Cannabis ein großes Geschäft? Die meisten werden darüber noch schmunzeln, vergessen aber, dass sich in vergangenen Monaten eine ganze Menge getan hat. Einige US-Bundesstaaten haben schon die Legalisierung des Cannabis-Gebrauchs beschlossen, andere stehen kurz davor. Es dürfte nicht mehr allzu lange dauern, dann wird die Droge fast überall in den USA legalisiert worden sein. Und danach folgt der Rest der Welt. Deshalb ist es nur recht und billig, dass die ersten Unternehmen ein neues Geschäft wittern und sich auf die Freigabe vorbereiten. Bob Marley soll die erste weltweite Cannabis-Marke werden. Eine bessere Wahl kann es einfach nicht geben.

Neuanfang

Der Schlussstrich ist endlich gezogen: Prokon-Gründer Carsten Rodbertus gibt seine Anteile zurück und lässt auch die Mitarbeit im Unternehmen komplett ruhen. Unter Führung des Insolvenzverwalters kann es nun den dringend erforderlichen Neubeginn beim Windparkbetreiber geben – ohne den störenden Einfluss des Gründers. Die Vernunft hat am Ende gesiegt, das Unternehmen Prokon wird davon profitieren. In anderen insolventen Firmen ist der Kampf mit dem Gründer zäher und langwieriger. Prokon könnte ein Musterbeispiel dafür werden, wie die Sanierung eines angeschlagenen Unternehmens verlaufen sollte. So und nicht anders.

Müder Kick

Das Trauerspiel will einfach nicht zu Ende gehen. Erst verbreitet der Weltfußballverband Fifa, dass bei der Vergabe der Weltmeisterschaft in Russland und Katar alles mit rechten Dingen zugegangen sei. Doch wenige Tage später kommt alles ganz anders und die Fifa stellt Strafanzeige gegen unbekannt – weil es eben doch dunkle Geschäfte gegeben haben könnte. Das Vertrauen in die Fifa und ihren langjährige Präsidenten Sepp Blatter ist im Keller, wer glaubt Verantwortlichen in Zürich noch? Niemand wahrscheinlich. Ein personeller Neubeginn wäre dringend geboten. Nur so dürfte sich der Nebel der Korruption über der Fifa-Zentrale in der Schweiz endlich auflösen.

Einen schönen Abend wünscht Ihnen  

Stefan Menzel

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