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24.07.2014

19:32 Uhr

Was vom Tage bleibt

Wirtschaft gegen Putin

VonStefan Menzel

In den Firmen kippt die Stimmung gegen Moskau, Facebook verblüfft alle. Die BayernLB gibt die Ungarn-Tochter ab, Apple will mit dem Smartphone bezahlen lassen und Pleite für die Mineralwasser-Branche. Der Tagesrückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Ein Flugzeug ändert alles

In der deutschen Wirtschaft setzt ein Sinneswandel, mit dem vor ein paar Tagen noch nicht zu rechnen war. Jetzt würden auch die in Russland engagierten Unternehmen bei einem härteren Sanktionskurs gegen die Regierung in Moskau mitmachen. Eckhard Cordes, mächtiger Chef im einflussreichen Ostausschuss der deutschen Wirtschaft, geht die Einflussnahme von Präsident Putin in der Ukraine nun doch ein Stück zu weit. Moskau soll die Rebellen in der Ostukraine zur Vernunft bringen. Passiert das nicht, kommen die harten Sanktionen. Moskau wird sich ärgern: Wäre es bloß nicht zum Abschuss von MH17 gekommen.

Zu früh gefreut

So mancher hatte schon das Totenglöckchen geläutet: Facebook gehen die jungen Leute verloren, das so gewaltig gefeierte soziale Netzwerk stehe vor dem brutalen Absturz. Nichts dergleichen ist passiert. Facebook glänzt unverändert, verdient prächtig und schiebt den eigenen Aktienkurs mächtig nach oben. Die Totengräber sollten sich das nächste Mal vielleicht genauer überleben, wenn sie da zugrunde richten (wollen). Facebook wird allerdings definitiv nicht dabei sein.

Nie wieder Puszta

Aufatmen in München, endlich ist die verlustreiche ungarische Altlast namens MKB weg. Unwichtig, dass die BayernLB für die Trennung sogar noch einmal drauflegen muss, Hauptsache weg. Die frühere österreichische BayernLB-Tochter Hypo Alpe Adria hat Milliarden verschlungen, bei der MKB dürfte sicherlich ein ordentlicher dreistelliger Millionenbetrag zusammengekommen sein. Beide Zukäufe stehen für den ungezügelten Expansionsdrang der Münchener Landesbanker, die von Bayern aus die Welt erobern wollten. Sie hätten es besser bleiben lassen sollen, der Steuerzahler durfte dafür bluten.

Zahlen mit dem Handy

Bleibt das Portemonnaie bald zu Hause, wenn wir aus dem Haus gehen? Nach den Plänen von Apple wird genau das kommen. Die Smartphones des US-Konzerns dürften in Zukunft deshalb mit einer Zahlungsfunktion ausgestattet sein. Im Prinzip ist das eine gute Idee. Warum soll man nicht mit dem Handy bezahlen? Die ganze Sache hat nur einen Haken: die Sicherheit. Beim regulären Online-Banking häufen sich bereits die Beschwerden über Betrug und Hacker-Zugriffe. Das Bezahlen mit dem Handy wird sich nur dann durchsetzen, wenn es wirklich sichere Systeme gibt. Wenn nicht, dann kommt das Portemonnaie eben doch noch mit.

Edler Tropfen

Wasser ist ein wundervolles Produkt. Es kostet nicht besonders viel aus Herstellersicht, lässt sich aber mit hohen Aufschlägen als Mineral- und Heilwasser verkaufen. Nun kommt die Stiftung Warentest zu dem Schluss, dass so mancher Abfüller die Renditemaximierung übertrieben und verdrecktes Wasser verkauft hat. Vielleicht ist das der Weckruf für viele Verbraucher, die ihr Heil bislang nur im Supermarkt vor dem Getränkeregal gesehen haben. Wasser aus der Leitung schmeckt jedoch mindestens genauso gut und kommt sogar direkt ins Haus. Kontrolliert wird es auch noch, die (Leitungs-)Wasserqualität in Deutschland ist deshalb überall ausgezeichnet. Warum also dafür noch in den Supermarkt?

Einen schönen Abend, hoffentlich nicht allzu trocken, wünscht Ihnen

Stefan Menzel

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