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21.08.2014

19:01 Uhr

Was vom Tage bleibt

Wo bitte geht's zum Happy End?

VonOliver Stock

James Foley sollte befreit werden, doch der Versuch misslang. Die Wirklichkeit hält sich eben nicht an Drehbücher. Und was müssen Sie sonst wissen? Vielleicht das: Geldhaie bringen eine Geldbuße hinter sich.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Misslungene Rettung

James Foley, der grausam von der IS-Miliz enthauptete US-Journalist, sollte gerettet werden. Präsident Obama selbst hatte die Befreiungsaktion gutgeheißen – doch sie ging schief. Ein Flugzeug hatte mehrere Dutzend Soldaten einer Spezialeinheit abgesetzt. Doch die Geiseln hätten sich nicht an dem vom Geheimdienst genannten Ort aufgehalten. Das ganze sieht aus, als hätte es sich Hollywood ausgedacht. Mit dem Unterschied, dass nirgendwo ein James Bond in Sicht ist.

Bitte um Verzeihung

Die Mordserie der rechten Terrorzelle NSU hätte nach Einschätzung des Thüringer Untersuchungsausschusses verhindert werden können, wenn die Ermittlungsbehörden nicht so gravierende Fehler begangen hätten. 1800 Seiten ist der Abschlussbericht stark, sie handeln von einem Desaster. Den wichtigsten Satz der ganzen Untersuchung, den gab es heute aber nur mündlich: „Wir bitten sie“, sagte die Ausschussvorsitzende und richtet sich an die Angehörigen der zehn NSU Mordopfer und den Verletzten der Kölner Sprengstoffanschläge, „für die Verdächtigungen und für die lange Zeit fehlende Empathie um Verzeihung.“

Geldstrafe für die Geldhaie

Die Bank of America büßt mit 12,5 Milliarden Euro für Zockereien am Hypothekenmarkt. Das ist der höchste Betrag, den ein Unternehmen jemals in einer zivilrechtlichen Auseinandersetzung mit der US-Regierung zahlen musste. Nach unbestätigten Berichten knallten nach dem Urteil bei der Bank die Sektkorken: Die Strafe ist längst eingeplant. Diejenigen, die bis heute ihre Job haben, werden ihn deswegen nicht mehr verlieren. Und das Beste: Die Unsicherheit ist vorbei und der Börsenkurs springt wieder an. Einer Bank eine Geldbuße aufzuerlegen ist etwa so zielführend, wie eine Brauerei zu Freibier zu verdonnern.

Zapfenstreich

Der Umzugsunternehmer Klaus Zapf ist tot. Der Mann mit dem langen weißen Bart ist auch als Berufskläger und Aktionär zu zweifelhafter Berühmtheit gelangt. Er klagte unter anderem gegen Windsor, Axel Springer, AXA, Karmann, die Bremer Wollkämmerei und diverse andere Aktiengesellschaften. Sein Geschäftsmodell war es, die Aktienkultur mit Füßen zu treten. Die Seufzer, die nach der Nachricht des Ablebens in deutschen Vorstandsetagen zu hören waren, klangen deswegen nicht nur nach tiefer Trauer.

Heißer Preis für Migräne-Wein

Der verurteilte Ex-BayernLB-Chef Gerhard Gribkowsky hat Weine im Keller, die jetzt von der bayerischen Justizverwaltung zum Mindestgebot von 38.000 Euro versteigert werden. So soll er einen Teil seiner Schulden begleichen. Unser Wein-Experte Jürgen Röder hat sich die Sammlung angesehen. Sein Fazit: Viele Migräne-Tropfen und nur ganz wenige sogenannte Status-Weine, eher ein Sammelsurium von vielen geschenkten Flaschen. Die Preisvorstellungen sind völlig überzogen. Bestes Beispiel: Ein 1999er Ornelaia von dem gleichnamigen Weingut aus der Toskana steht auf der Liste mit 180 Euro. Doch ein 15 Jahre alter Ornelaia wird derzeit pro Flasche auf Auktionen mit 111 Euro gehandelt. Die Justizverwaltung setzt also das Modell Gribkowsky munter fort. Es heißt: Der Preis ist heiß. Jedenfalls für den Verkäufer.

Bleiben Sie heute im eigenen Keller, wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (1)

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Herr C. Falk

21.08.2014, 19:36 Uhr

Ach, Herr Stock, der Zapf war ein Orginal, ein Mann mit
Charakter und einigen Schrulligkeiten und dazu ein erfolgreicher Unternehmer. Bin selber mal mit ihm umgezogen,
hat alles gut geklappt. Ruhe in Frieden, Klaus
Ein bißchen zu früh mit 62 zu gehen. Lag auch ein bißchen an den unorthodoxen Essgewohnheiten nachts regelmäßig um 3.00h aufzustehen und eine Fleischwurst zu verdrücken.++++

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