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14.08.2015

19:17 Uhr

Was vom Tage bleibt

Wollen Sie mal was richtig Gemeines über Deutschland lesen?

VonOliver Stock

Warum wir in den USA nicht immer den besten Ruf haben, warum Schäuble doch ein Optimist ist, und warum kein Geld für Flüchtlinge auch keine Idee ist, lesen Sie hier.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser!

Hässliche Deutsche

Jon Hilsenrath schreibt für das „Wall Street Journal“ über Geldpolitik. Der Mann ist nicht gerade unser Freund. Während alle Welt auf China eindrischt, weil das Land seine Währung abwertet, sagt Hilsenrath, dass nicht das Reich der Mitte, sondern jenes Mittelreich in Europa, bad old Germany eben, der Buhmann sei. Er rechnet vor: Seit 2008 ist der Wert des Euro gegenüber anderen wichtigen Währungen um 12,5 Prozent gesunken. Die chinesische Währung hat hingegen seit damals um 34 Prozent zugelegt, die jüngste Abwertung fällt kaum ins Gewicht. Er interpretiert das als unerhörtes Exportförderprogramm für die Deutschen. Hilsenraths Haltung gegen Deutschland hat einen Hintergrund: Die Amerikaner halten uns für unerträglich selbstgerecht im Umgang mit Griechenland. Wir müsen ihnen nicht zustimmen, aber wir könnten uns gern darüber streiten.

Wie viel Geld braucht ein Flüchtling?

Angesichts vieler Flüchtlinge purzeln Vorschläge vom Baum, wie wir des Andrangs Herr werden können. Jetzt hat auch der deutsche Innenminister einen eingereicht: Streicht ihnen die Kohle und schon fällt der Anreiz weg, zu uns zu stoßen, meint de Maiziere. Ich glaube: Kein Geld ist auch keine Lösung. Oder haben Sie schon mal erlebt, dass sich ein Problem erledigt, wenn Sie Ihre Rechnung nicht bezahlen?

Der Optimist

Wolfgang Schäuble hat eben in Brüssel gesagt: „Ich bin eigentlich ganz zuversichtlich, dass wir heute zu einem Ergebnis kommen werden.“ Schäuble verhandelt mit seinen europäischen Kollegen darüber, ob Griechenland frisches Geld bekommt, jetzt, wo die Griechen dem Sparpaket zugestimmt haben. Erschüttern könnte seine Zuversicht die Ankündigung aus Athen, dass der griechische Ministerpräsident die Vertrauensfrage stellen wird. Verliert er sie, braucht Schäuble nicht ein bisschen Zuversicht, sondern eine Riesenportion Optimismus, dass Reformen in Griechenland dennoch stattfinden.

Cuba Libre

Auf Kuba weht seit heute die US-Flagge. Jedenfalls über dem Botschaftsgebäude. Zuvor war John Kerry als erster US-Außenminister seit 1945 auf der Insel gelandet. 70 Jahre Feindschaft – das ist auch wirklich genaug. Da gehen einem irgendwann die Streitthemen aus.

Verzockt

Als Moritz Faber am 15. Januar dieses Jahres seinen Computer an einem regnerischenWintermorgen in Nordrhein-Westfalen hochfährt, ist seine Welt noch in Ordnung. Aber nur kurz. Um 10.30 Uhr verkündet die Schweizer Notenbank, dass sie die Bindung des Frankens an den Euro beendet, und mit einem Schlag hat Privatanleger Faber 300.000 Euro Schulden auf der Uhr. Er hat sie mit einem Einsatz von 3200 Euro verursacht, die er in so genannte CFD's investiert hat. Mein Kollege Michael Brächer hat Fabers Gerschichte aufgeschrieben. Sein Fazit: „Die Straßenverkehrsordnung verbietet es in Deutschland auf Brücken im Gleichschritt zu marschieren. Doch der CFD-Handel fällt durchs Netz des Gesetzgebers.“

Paten aufgepasst

Man möchte nicht Taufpate des HSV-Stadions werden. Und das nicht deswegen, weil der HSV eine Gurkentruppe ist, sondern weil auf dem Stadion eine Art Fluch liegt. Erst hieß das Ding AOL-Arena, bis AOL unbedeutender wurde, als es der HSV heute ist. Auf AOL folgte die HSH Nordbank als Namensgeber. Auch eine Art Fast-Pleite-Kandidat. Schließlich folgte als Stadionsponsor die niederländische Imtech-Gruppe. Auch sie ist jetzt insolvent. Ich würde an dieser Stelle beispielsweise Air Berlin dringend davon abraten, als nächster Taufpate aufzutreten.

Ein sportliches Wochenende wünscht Ihnen

Oliver Stock

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