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23.06.2014

18:16 Uhr

Was vom Tage bleibt

Woran die WestLB in Wahrheit gestorben ist

VonOliver Stock

Peer Steinbrück ist wieder da – als Zeuge in einem Untersuchungsausschuss. Deutschlands wichtigster Windpark hat einen Kurzschluss. Und: Wissen Sie, wofür Gijón steht? Was Sie vom Tag behalten sollten, lesen Sie hier.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Der Weg in den Untergang

Die WestLB hat die Finanzkrise nicht überlebt, weil sie erstens von ihren Eigentümern getrieben wurde, Geld wie die Großen zu verdienen, und weil sie sich zweitens hat dazu treiben lassen. Diese simple Wahrheit wird am Ende auch ein Untersuchungsausschuss des Düsseldorfer Landtags testieren. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Heute hat auf diesem Weg erstmal Peer Steinbrück ausgesagt, der als Finanzminister und Ministerpräsident die Geschicke der WestLB einst eng im Auge hatte. Seine Erkenntnis: Managementfehler waren schuld. Ich frage mich nun, ob Steinbrück als ehemaliger Ministerpräsident eines Landes, das Miteigentümer und damit Mitmanager gewesen ist, eine Mitschuld auf sich nimmt? Die Antwort dürfen Sie erraten.

Alles bleibt beim Alten

Achtung: Dies ist eine Nichtmeldung, denn es ändert sich nichts. Jean-Claude Juncker bleibt der EU in führender Funktion erhalten. Martin Schulz bleibt Parlamentspräsident. Und Günther Oettinger bleibt EU-Kommissar. So viel Kontinuität war selten. Natürlich betonen alle, dass diese Kandidaten wirklich erste Wahl seien. Was keiner sagt: Wenn alle weitermachen wie bisher, gibt es keinen Fortschritt. Wäre die EU ein Buch, müsste man sie vom Bereich Science Fiction direkt in die Abteilung Geschichtsromane umräumen.

Tragischer Absturz

Nach einem Zusammenstoß mit einem Kampfjet der Luftwaffe ist ein mit zwei Menschen besetztes Zivilflugzeug über Olsberg im Sauerland abgestürzt. Inzwischen kommt heraus: Das Zivilflugzeug gehörte einer Airbus-Tochter, die sich darauf spezialisiert hat, „bewegliche Ziele“ bereitzustellen. Irgendjemand hat hier tragischerweise dieses Geschäftsmodell viel zu wörtlich genommen.

Kurzschluss im Meer

Bard 1 heißt der erste kommerzielle Windpark in der Nordsee. Er steht weit draußen vor den Ufern von Borkum – und liefert keinen Strom. Im März hat ihn ein Schwelbrand lahmgelegt und seitdem geht da draußen nichts mehr. Das ist blamabel, aber nicht schlimm, da derzeit soviel Strom aus erneuerbaren Energien produziert wird, dass der Strompreis sowieso am Boden ist. Trotzdem wäre es interessant zu wissen, ob da nur ein Kabel schwelt oder möglicherweise die Energiewende einem Schwelbrand zum Opfer fallen könnte.

Schändlicher Nichtangriffspakt

Selten war im Fußball ein Wort so schnell in aller Munde wie „Gijón“. In der spanischen Hafenstadt spielte 1982 eines der unschöneren Kapitel der Fußballgeschichte: Deutschland traf auf Österreich. Die Nationalmannschaft brauchte einen Sieg aber keinen hohen. Die Österreicher hingegen konnten mit einer knappen Niederlage leben. Ein 1:0 für Deutschland wäre optimal. Man schloß einen Nichtangriffspakt und das gewünschte Ergebnis stellte sich ein. Den Spielverlauf bezeichnete ARD-Kommentator Eberhard Stanjek damals als eine „Schande“. Wäre Stanjek noch bei der Arbeit, würde sein Herz jetzt schneller schlagen: Das Spiel Deutschland gegen die USA darf unentschieden ausgehen, damit beide Mannschaften weiterkommen. Hoffentlich erinnern sich Löw und Klinsmann rechtzeitig daran, dass Gijón wirklich in Spanien und nicht in Brasilien liegt.

Einen ausgeglichenen Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

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