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06.09.2013

19:05 Uhr

Was vom Tage bleibt

Wundersames Wolfsburg

VonStefan Menzel

Bei VW könnte sich ein Neubeginn abzeichnen und die Telekom zockt. Die Bahn verspricht wieder einmal Besserung, die USA sind in der Syrien-Frage isoliert. Einen Platz an der Sonne hat die Kanzlerin. Der Tagesrückblick.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Stefan Menzel ist Chef vom Dienst beim Handelsblatt.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Wechsel bei Volkswagen

Geht er oder geht er nicht? Der Volkswagen-Konzern beschäftigt sich jetzt intensiv mit der Zukunft seines Aufsichtsratsvorsitzenden und langjährigen Vorstandschefs Ferdinand Piëch. Das Handelsblatt hatte aus Konzernkreisen erfahren, dass Piëch recht bald Abschied nehmen könnte. Schnell folgte die offizielle Reaktion aus der Wolfsburger Konzernzentrale: Piëch werde noch „lange“ Aufsichtsratsvorsitzender bleiben. Doch was ist unter „lange“ zu verstehen? Die unklare Antwort aus Wolfsburg lässt jedenfalls Raum für Spekulationen jeder Art. Und die Fakten? Piëch ist 76 Jahre alt. Mit diesem Alter denkt der eine oder andere über seinen Rückzug nach.

Umdenken in Bonn

Mit dem klassischen Telefon-Geschäft lässt sich nicht mehr viel verdienen. Insbesondere im Mobilfunk-Bereich gehen die Renditen dramatisch in den Keller. Große Konzerne wie die Deutsche Telekom bekommen diese Entwicklung täglich zu spüren. Was ist die logische Reaktion darauf? Die Telekom-Chefs suchen nach neuen Aktionsfeldern. Jetzt kommen die Bonner auf die Idee, künftig auch noch Sportwetten anzubieten. Das ist schon eine wundersame Entwicklung: Beim einstmals biederen Staatskonzern beginnt bald das große Zocken.

Skepsis bei der Bahn

Die Deutsche Bahn ist noch immer komplett unter Kontrolle des Staates. Zurecht kommt regelmäßig die Frage auf, ob das Staatseigentum nicht der Grund für wiederholt wundersame Entwicklungen bei der Bahn ist. Klimaanlagen in Zügen, die nicht funktionieren. Stellwerke, wo plötzlich das Personal fehlt. Solche Fehlschüsse kennen wir zur Genüge. Trotzdem sollten wir nicht alle Hoffnung aufgeben, vielleicht wird es irgendwann einmal besser. Jetzt verspricht der Staatskonzern, dass die Gewinne zum Ausbau des Schienennetzes verwendet werden sollen. Skepsis ist allerdings angebracht, ob es wirklich dazu kommt.

Amerikanische Isolation

Die Signale aus St. Petersburg sind eindeutig: Die G20-Staaten können sich in der Syrien-Frage nicht auf eine gemeinsame Linie verständigen. Ein Kompromiss zwischen USA und Russland ist meilenweit entfernt und erscheint aus heutiger Sicht völlig unmöglich. St. Petersburg hat gezeigt, dass US-Präsident Obama immer stärker in eine außenpolitische Isolation geraten ist. Es gibt kaum noch ein Land, das eine Attacke auf Syrien unterstützt. Obamas Vorgänger George Bush hat den Irak trotzdem angegriffen, obwohl er politisch ähnlich isoliert war. Man sollte annehmen, dass sich Obama in seinem militärischen Handeln deutlich von George Bush unterscheiden möchte.

Freie Bahn für Merkel

Die Zeiten für Rot-Grün sind miserabel. Die Umfragewerte dürfen als ziemlich gesichert gelten, am 22. September wird es bei der Bundestagswahl keine Mehrheit für die beiden Oppositionsparteien geben. Öffentlich können das die rot-grünen Spitzenpolitiker natürlich (noch) nicht eingestehen. Aber das gemeine Wahlvolk darf sich zum Glück immerhin schon so seine Gedanken machen. Die Fakten liegen also ziemlich eindeutig auf dem Tisch: Angela Merkel dürfte uns auch die kommenden vier Jahre mit klarer Mehrheit im Rücken regieren.

Einen entspannten Abend und ein erholsames Wochenende wünscht Ihnen

Stefan Menzel

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

08.09.2013, 20:30 Uhr

Anstatt sich in Wolfsburg wegen der lächerlichen Piech-Ente zu entschuldigen und die Huzpe zu haben, sich für den genannten Mist verantwortlich zu zeichnen, schildert das HB nun seine eigenen Taten ausgesprochen ruhmreich nach. Ein Kunde weniger ab 1.10.13.

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