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01.09.2014

18:19 Uhr

Was vom Tage bleibt

Zahltag für Staatsschulden ist niemals

VonOliver Stock

Warum Schulden machen nicht wehtut; warum wir Waffen an die Kurden liefern; warum die AFD zulegt und wo sich Russland seine Taktik abschaut – hier sind die Antworten.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser,

Mit Absicht weichgespült

Der Euro wird weicher, was ganz im Sinn der Europäischen Zentralbank und unserer Exporteure ist. Bald, so schätzen heute die Profis von Goldman Sachs, ist ein Euro ein Dollar wert. Wir entsinnen uns: Irgendwo bei diesem Verhältnis zum Dollar haben wir mal angefangen mit dem Euro. Dann haben die USA nicht aufgehört, sich zu verschulden, während das in Europa nicht alle gemacht haben. Der Euro wurde härter, der Dollar weicher. Inzwischen haben wir von Amerika gelernt. Wir wissen: Zahltag für Staatsschulden ist niemals. Wie heißt es? Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.

Rat fürs Leben

Von unserer praktischen Frau Bundeskanzler gab es heute, als es im Bundestag um Waffen für die Kurden ging, wieder einen Rat fürs Leben. Sie teilt die Sorgen, dass einmal gelieferte Waffen nicht mehr eingesammelt und später in falsche Hände geraten könnten. Aber sie wischt sie mit folgender Einstellung vom Tisch: „Das was ist, wiegt schwerer als das, was sein könnte.“

AFD'ler sind keine besseren Menschen

In der AFD, so schreibt uns heute ein Leser nach der Wahl in Sachsen, seien zu viele Spinner und Nostalgiker zuhause. Manche wollten die D-Mark zurück, manche leugneten den Klimawandel, manche hielten erneuerbare Energie für Teufelszeug, manche wollten eine Rückkehr zu mehr Nationalstaatlichkeit innerhalb Europas und manche wünschten sich das Familienbild der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurück. „Das ist weltfremd. Die AFD wird von einem Großteil ihrer Wähler darum angekreuzt, weil sie einige Punkte im Wahlprogramm der AFD sehen, die sie bei den etablierten nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt finden. Also wird mal was Neues ausprobiert. Den Gedanken, dass die Politiker der AFD im Vergleich zu denen der etablierten Parteien die besseren Menschen seien, halte ich für naiv. So einfach ist die Welt nicht.“ Ich finde, wir haben tolle Leser.

Arme Krakeeler

Der bundesweite Warnstreik der Lokführer könnte heute noch den Personenverkehr teilweise lahmlegen. Die Lokführer-Gewerkschaft hält sich zugute, besonders erfolgreich für die Interessen ihrer Mitglieder zu kämpfen. Wir haben mal nachgerechnet: Die Lokführer konnten seit 2007 einschließlich der aufgestockten Beiträge zur Altersvorsorge 25,7 Prozent mehr Lohn durchsetzen. Die viel größere, aber friedlichere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft schaffte in zähen, aber stilleren Verhandlungen im gleichen Zeitraum ein Plus von 27,3 Prozent. Wir sehen: Krakeelen kostet Knete.

Achtung: Hier kommt ein schwieriger Vergleich

Heute vor 75 Jahren hat die deutsche Nazi-Regierung den zweiten Weltkrieg entfacht. Viel wird darüber in diesen Tagen berichtet. Vom Aufstieg des Despoten Adolf Hitler, über seine Politik der Worte, die stets etwas anderes verkündeten, als seine Taten zeigten. Über das jahrelange Zuschauen der Briten und Franzosen, die dem deutschen Diktator immer noch eine und noch eine Chance gaben, weil sie den Frieden bewahren wollten. Über den Anschluss Österreichs und die Zerschlagung der Tschechoslowakei. Hitler behauptete stets, um Hilfe gerufen worden zu sein, wenn er in Wahrheit zuvor monatelang daran gearbeitet hatte, einen Nachbarstaat zu destabilisieren. Das Vorgehen der Deutschen damals gleicht fatal dem, was derzeit Russland mit der Ukraine treibt. Geschichte wiederholt sich nicht, sagt Mark Twain. Aber sie reimt sich.

Einen furchtlosen Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (1)

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Herr otto r. kristek

02.09.2014, 13:29 Uhr

liebe HB ler

wiederholt solchen blödsinn wie
-zahltag für staatsschulden ist niemals-
nicht so oft! es könnte noch jemand dran glauben
wir alle, insbesondere
die häuslebauer
die sparer
die versicherungsnehmer
die mittelständler
usw. usw.
zahlen jeden tag rund um die uhr

ich danke euch

aber vielleicht ist die krise in osteuropa schon der entschuldungsschnitt

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