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19.12.2012

18:21 Uhr

Was vom Tage bleibt

Zinsmanipulation – „kein Problem“

VonMartin Dowideit

Bei der Schweizer Großbank UBS kostet der Abschluss eines dunklen Kapitels der Unternehmensgeschichte einen Milliardenbetrag. Auch für einen deutschen Manager wird es ungemütlich – und für Raucher sowieso.

Martin Dowideit leitet das Ressort Unternehmen & Märkte bei Handelsblatt Online.

Martin Dowideit leitet das Ressort Unternehmen & Märkte bei Handelsblatt Online.

Guten Abend,

Abgeraucht

Die EU-Kommission hat heute neue Pläne vorgestellt, um die Einnahmen aus der Tabaksteuer zu beschränken – könnte man sagen. Künftig sollen 75 Prozent der Zigarettenschachteln mit Bildern von Raucherlungen oder ähnlich abschreckenden Motiven bedruckt werden. Europa hinkt bei den Warnungen auf den Schachteln bisher dem Rest der Welt hinterher. Aber lehnen sie sich beruhigt zurück: Sie können noch die ein oder andere Kippe in Ruhe ziehen – denn mit einer europaweiten Umsetzung ist erst 2015 oder 2016 zu rechen.

Ein berechtigter Zahltag

In der Deutschen Bank dürfte derzeit der Rechenschieber kräftig genutzt werden. Mehrere Banken haben sich wegen ihrer Verwicklungen in die Libor-Affäre um manipulierte Zinssätze bereits mit Behörden geeinigt. Die einen zahlten einen dreistelligen Millionenbetrag, die Schweizer Großbank UBS jetzt gar 1,16 Milliarden Euro. Denn auf dem Libor basieren Finanzprodukte in dreistelliger Billionenhöhe. Mehr als 1100 verfängliche E-Mails sind bei den Ermittlungen zu Tage getreten. „Klar, kein Problem“, meldeten die Händler, wenn mal wieder ein Kollege um eine Manipulation gebeten hatte.

Höchstens ein bisschen was gelernt

Unsere Berichterstattung über die Vertriebsmethoden von Wüstenrot hat für großes Aufsehen gesorgt. Mit hohen Provisionen wurden Berater animiert, Kunden aus lukrativen Bausparverträgen zum Wechsel in andere Produkte zu bewegen. „Wenn ein Versicherer einen Kunden dazu überredet, einen Vertrag aufzulösen, um einen neuen, für den Kunden weniger günstigen Vertrag bei ihm abzuschließen, ist das ein Problem – nicht nur für die Reputation des Unternehmens“, sagte die Chefin der Finanzaufsicht Bafin, Elke König, dem Handelsblatt. Es scheint, als seien im Finanzvertrieb nur wenige Konsequenzen aus der Finanzkrise gezogen worden. Immerhin hat Wüstenrot umgehend Besserung gelobt und benachteiligten Kunden eine Rückabwicklung versprochen.

Mit Vollgas bis vor Gericht?

Gegen den Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking ist von der Staatsanwaltschaft Stuttgart Anklage wegen des Verdachts auf Aktienkursmanipulation erhoben worden. Der Lauttreter habe im Herbst 2008 gegenüber Anlegern dementiert, eine VW-Übernahmen anzustreben und gleichzeitig genau diesen Plan vorangetrieben. Noch ist unklar, ob Wiedeking vor Gericht erscheinen muss. Er sollte gut überlegen, ob er mit dem Porsche vorfährt. Großspuriges Auftreten gefällt nur wenigen Richtern.

Klappt es noch bis Weihnachten?

Eine schlechte Nachricht zum Schluss: Wenn Sie noch für Weihnachten im Internet Geschenke bestellen wollen, könnte der Zug in einigen Fällen bereits abgefahren sein. Und das ist durchaus auch mal wörtlich zu verstehen.

Einen schönen Abend wünscht

Martin Dowideit

Der Autor auf Twitter: @MDowideit

Kommentare (1)

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Mazi

19.12.2012, 18:36 Uhr

LIBOR-Skandal

Jetzt wissen wir's! Justizia ist käuflich.

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