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25.08.2015

18:46 Uhr

Was vom Tage bleibt

Zittern vor Furcht und Hoffnung

VonOliver Stock

Die Flüchtlingsdebatte hält nicht nur die Flüchtlinge in Atem. Am Tag nach dem Börsenbeben kommen die Propheten wieder aus ihren Löchern. Und: Bier ist nicht bekömmlich. Die Nachrichten des Tages stehen hier.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Was vom Tage bleibt

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.

Guten Abend liebe Leserinnen und Leser!

Regt Euch ab

Erst der Vizekanzler – nun auch die Chefin: Angela Merkel will nach ihrem heutigen Ausflug ins Duisburger Problemviertel Marxloh morgen auch Heidenau besuchen, jenen Ort also, wo Rechtsradikale ein Flüchtlingsheim attackiert hatten. Übertrumpfen sich jetzt beide in zur Schau gestellter Flüchtlingspolitik? Dann wäre Gabriel vorn. Dessen eindeutige Auftritte haben dazu geführt, dass die SPD-Parteizentrale in Berlin eine Bombendrohung erhielt. Ich glaube, es ist nicht die Zeit, dass einer den anderen ausspielt. Es ist Zeit für Deeskalation. Nur ein unaufgeregtes Volk ist bereit für praktische Lösungen. Oder wie Ovid es sagt: Aufgeregte Gemüter zittern gleichzeitig vor Hoffnung und vor Furcht.

Müder Dax

Geht es nach der Großbank Société Générale, hätten deutsche Anleger bereits im Mai den Dax meiden sollen. „Switch out of the Dax“ rieten die Analysten damals. Heute bekräftigen sie ihre Botschaft und sagen, obwohl es in Frankfurt wieder aufwärts geht: „Fangen Sie nicht das fallende Messer auf“. Der deutsche Leitindex sei einfach ausgepowert, glauben die Analysten und fast hätten sie uns überzeugt, wenn sie nicht ausgerechnet als Alternative französische Aktien empfehlen würden. Möglicherweise ist da doch der Wunsch der Vater der Analyse.

Der Schleifer kommt

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank erhöht den Druck auf den Neuen an der Spitze: John Cryan. Vom 10. bis 12. September, so heißt es aus dem Gremium, soll er bitteschön auf einer Klausurtagung im Golfhotel Margarethenhof am Tegernsee den Feinschliff an der „Strategie 2020“ vorstellen, die seine Vorgänger bereits angekündigt hatten. Sie sieht eine Schrumpfkur des Privatkundengeschäfts vor. Es könnte sein, dass Cryan zum Tegernsee nicht nur das Schleifpapier, sondern auch den Hobel parat hält.

Milliarden-Segen

Das ist die gute Nachricht: Die Haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung haben im ersten Halbjahr 21 Milliarden Euro mehr eingenommen als erwartet. Hauptgründe dafür sind der robuste Arbeitsmarkt und die günstige Konjunkturentwicklung. Die Zahl müssen unter anderen all jene kommentieren, die jetzt sagen, es sein kein Geld für Flüchtlinge da.

Ist Bier unbekömmlich?

Wir haben es heute mit den klassischen Philosophen. Plutarch schrieb dereinst: „Bier ist unter den Getränken das Nützlichste, unter den Arzneien die Schmackhafteste und unter den Nahrungsmitteln das Angenehmste.“ Diese heitere Auffassung – von der die Übersetzter übrigens streiten, ob nicht eher der Wein gemeint war – können die Richter des Landgerichts Ravensburg nicht teilen. Mit dem Begriff „bekömmlich“ jedenfalls darf die Brauerei Clemens Härle ihrem Urteil nach nicht mehr wie bisher für ihr Bier werben. Der Verband Sozialer Wettbewerb sah darin eine unerlaubte Werbung mit Gesundheitsbezug. Dieser Verband hält nichts von klassischen Philosophen, was einen schwer verdaulichen Mangel an Bildung offenbart.

Einen bekömmlichen Abend wünscht Ihnen

Oliver Stock

Kommentare (7)

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Herr Peter Spiegel

25.08.2015, 19:36 Uhr

Bier ist nicht bekömmlich.
Immer diese Fehlinformationen von der Kampf-Presse. Ich bin empört..Niemals
dürfen solche, die Wehrkraft des Volkes zersetzende kräfte, die Oberhand gewinnen.

Sergio Puntila

25.08.2015, 19:55 Uhr

Plutarch (Πλούταρχος) war Grieche.
Den frühesten Nachweis für Bier soll es aus dem Altmesopotamischem (heute Irak) geben und vmtl wären Pyramiden in Ägypten ohne Bier für die Arbeiter von eben jenen nicht gar so herrlich hingestellt worden.
Dass aber Plutarch einem Sklavengetränk, wie es Bier auch ist, das hohe Lied gesungen haben soll dürfte eher zu bezweifeln stehen.
Gleichwohl, gegen ein gut gezapftes Bier dürfte auch heute kaum etwas einzuwenden sein außer, es steigt einem zu Kopfe...

Herr Peter Spiegel

25.08.2015, 20:04 Uhr

Sinuhe der Ägypter hat schon Bier getrunken soweit ich mich erinnere war aber das
Krokodil sein bevorzugtes Getränk, ein Weinbrand zur innerlichen Erwärmung.

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