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15.08.2012

17:54 Uhr

Was vom Tage bleibt

Zu viel Ballast an Bord

VonFlorian Kolf

Warum der absurde Kampf der SPD-Troika aktive Frauenförderung ist, Mehdorns Mission zum Himmelfahrtskommando wird und ein Einbrecher sein Ein-Dollar-Wunder erlebte. Der Tagesrückblick

Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.

Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.

Wunderschönen guten Abend,

Die lachende Vierte

Da verschleißt sich die SPD in quälenden Diskussionen, wer von ihrer Führungstroika (Steinmeier, Steinbrück, Gabriel) nun die Ehre haben soll, als nächster Kanzlerkandidat anzutreten, und wer profitiert? Die tatsächliche Kanzlerin. Nach einer aktuellen Umfrage hätte keiner der drei auch nur den Hauch einer Chance gegen Angela Merkel, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre. Kein Wunder, bei dem Theater. Vielleicht aber ist die Partei bald die ganze Troika-Diskussion leid und es gibt noch eine ganz andere lachende Dritte: Noch ist nicht ausgeschlossen, dass die SPD NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft aufs Schild hebt und die Bundestagswahl zum Frauenduell wird.

Mehdorns Himmerfahrtskommando

Es ist selbst für einen Manager vom Format eines Hartmut Mehdorn ein Himmelfahrtskommando: Die Fluggesellschaft Air Berlin steckt so tief in Problemen, dass es unsicher ist, ob sie der zupackende Chef überhaupt wieder flott bekommt. Dass er heute vorsichtshalber den Schwarzen Peter der Berliner Flughafengesellschaft zuschiebt, die es nicht auf die Reihe bekommt, den neuen Hauptstadtflughafen pünktlich zu eröffnen, ist verständlich. Doch viele Probleme von Air Berlin sind hausgemacht: Die unklare strategische Ausrichtung, die kunterbunte Flottenzusammenstellung, die ungeschickte Partnerwahl. Zu viel Ballast an Bord.

Zersplitterte Bildungschancen

Sachsen ist in Deutschland Spitze in der Bildung, Schleswig-Holstein ist das Schlusslicht, das legt der Bildungsmonitor 2012 offen. Doch wichtiger als solche Ranglisten ist die Erkenntnis, dass die Unterschiede zwischen den Ländern weiter so groß sind. Das zeigt, wohin uns der völlig unzeitgemäße Bildungsförderalismus geführt hat. Es müssen endlich einheitliche Bildungsstandards eingeführt werden, von der frühkindlichen Bildung bis zu den Hochschulen. Der Wechsel von Schulen zwischen den Bundesländern muss problemlos möglich werden. Und es muss mehr Bundesmittel für die Bildung geben. Nur so bleibt Deutschland international wettbewerbsfähig.

Chancen in Europa

Und nun ein Quäntchen Hoffnung: Der bekannte Investor Marc Faber, eigentlich eher ein Untergangsprophet, kauft wieder europäische Aktien. Die Sorge vor einem Zusammenbruch des Euro habe Kaufgelegenheiten eröffnet, sagte er in einem Interview. Nun ja, wer sich die guten Quartalsbilanzen vieler europäischer Konzerne anschaut, dem dürfte diese Einschätzung gar nicht so absurd vorkommen - Euro-Krise hin oder her.

Was fehlt? Ein Einbrecher, der das Haus des verstorbenen Apple-Gründers Steve Jobs ausgeräumt hat, machte auf den ersten Blick einen lukrativen Fang. Er nahm eine Brieftasche mit, die ein komplettes Jahresgehalt von Jobs enthielt. Leider ließ sich der Apple-Chef pro Jahr nur einen Dollar auszahlen.

Ich wünsche Ihnen einen ertragreicheren Feierabend,

Florian Kolf

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