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09.05.2012

18:00 Uhr

Was vom Tage bleibt

Zwischen Kapitallücken und Gierbankern

VonFlorian Kolf

Die Commerzbank wird zum spannenden Studienobjekt für die Folgen der Finanzkrise und ein Familienunternehmer bringt einen Weltkonzern zurück in die Erfolgsspur. Der Tagesrückblick

Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.

Florian Kolf ist Managing Editor des Handelsblatts.

Wunderschönen guten Abend,

Keine Ausrede mehr für Martin Blessing

Aufatmen in Frankfurt: Die Commerzbank kann den Stresstest der EU-Bankenaufsicht EBA trotz eines Gewinneinbruchs im ersten Quartal vorzeitig abhaken. Die zweitgrößte deutsche Bank hat die von der EBA Ende 2011 festgestellte Kapitallücke von 5,3 Milliarden Euro Ende März nicht nur geschlossen, sondern sogar einen zusätzlichen Puffer von 1,1 Milliarden Euro aufgebaut. Das sind auch gute Nachrichten für Berlin: Denn jetzt hat Commerzbank-Chef Martin Blessing keine Ausrede mehr für ausbleibende Gewinne. Und die Bundesregierung wartet doch schon sehnsüchtig darauf, dass der Staatsanteil endlich mal Rendite bringt.

Der Gierbanker ist zurück

Am gleichen Tag aber holte die Commerzbank der lange Schatten der Finanzkrise doch noch mal ein. Ein Londoner Gericht gab 100 Investmentbankern Recht, die von dem Institut ausstehende Bonuszahlungen in Höhe von 52 Millionen Euro fordern. Die Logik des Urteils bestätigt alle Vorurteile vom Gierbanker: Obwohl die Investmentbanker einen Verlust anhäuften, stehe ihnen eine Prämie vertraglich zu. Bezahlt aus deutschen Steuergeldern.

Toyoda gelingt das Comeback

Ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben kommt der japanische Autokonzern Toyota wieder richtig in Fahrt: Im ersten Quartal vervierfachte er den Gewinn gegenüber dem Vorjahreszeitrum. Der erstaunliche Turnaround gelang ausgerechnet dem Enkel des Firmengründers, Akio Toyoda, dem dieses Kunststück bei seinem Amtsantritt nur wenige zugetraut hatten. Das zeigt, dass in schwierigen Phasen nicht immer der Sanierer von außen kommen muss. Oft ist das Herzblut des Familienunternehmers das beste Mittel gegen die Krise. Der deutsche Mittelstand macht es täglich vor.

Landesvater auf dem Rückzug

Gehen, wenn es am schönsten ist - das ist offenbar das neue Motto des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten. Trotz aller Dementis scheint Kurt Beck seinen Rückzug vorzubereiten. Einen Favoriten für seine Nachfolge hat der 63-Jährige offenbar auch schon: Innenminister Roger Lewentz. Wie kaum ein zweiter hat sich Beck in seinen mehr als 17 Jahren im Amt das Etikett "Landesvater" verdient. Doch nun scheint er selber zu merken, dass der SPD ein Generationenwechsel gut täte. Immerhin lag er zuletzt bei Umfragen hinter der 39-jährigen CDU-Landeschefin Julia Klöckner.

Was fehlt? Ein russischer Hoffnungsträger. Der neue Superjet 100 von Suchoi sollte die Luftfahrtindustrie des Landes wieder international wettbewerbsfähig machen. Doch nun der schreckliche Rückschlag: Auf einem Werbeflug in Indonesien ist ein Exemplar des neuen Düsenflugzeugs vom Radar verschwunden. Angesichts der vermissten 46 Passagiere mag man an den drohenden Imageschaden für die russische Luftfahrtindustrie noch gar nicht denken.

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Feierabend

Florian Kolf

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Kommentare (2)

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OLDENDORP

09.05.2012, 21:49 Uhr

sehr geehrter herr kolf,
..
..
WAS VON DER WAHRHEIT BLEIBT..!!
...............................
die forderungen gegenüber der cobank sind im jahre 2007
entstanden - per gericht wurden die rechtmässigkeit an -
gefochten, aber die COBANK zur zahlung verpflichtet....
..
ihr kommentar ist somit nicht sauber recherchiert bzw.
auf effekthascherei aus..
..
zum zeitpunkt der boniforderungen - wie diese auch zu
bewerten sein mögen - war die COBANK noch nicht teil -
weise in staatsbesitz..
..
die rückzahlungsverfügung des gerichtes trifft also in
erster linie die aktionäre..
..
mfg
thomas oldendorp

OLDENDORP

13.05.2012, 09:04 Uhr

KEINE AUSREDEN FÜR JOURNALISTEN MEHR..!
.......................................
ja.ja.
wo meinung im vordergrund steht -
bleibt die sachlichkeit auf der strecke..
.
sie mahnen in ihrem kommentar RENDITE an,
und verkünden aber gleichzeitig, die ka -
pitallücke sei vorzeitig geschlossen wor-
den..
.
sehr geehrter herr kolf, diese massnahme
ging natürlich zulasten der rendite und
belastete die Q-berichte (sollten sie evtl.
mal lesen..google-alert-cobank)
.
apropos wertentwicklung
die cobank gehört mit einem plus von 25%
seit jan.2012 zu den besten dax-werten..
.
bin selber aktionär der COBANK und finde
es nicht korrekt, dass in ihrer zeitung fak-
ten falsch dargestellt werden, damit sie ihre
meinung besser zur geltung bringen..
.
siehe auch boniforderungen aus 2007 - zahlung
aus staatsgeldern..das ist "BILDZEITUNGSNIVEAU"
.
entschuldigen sie diesen vergleich, aber wer die
fakten so dreht, muss diesen vergleicht aushalten.
..
mfg
thomas oldendorp
.
.

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