Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.10.2012

09:36 Uhr

Weimers Woche

Das Kabinett Merkel III

VonWolfram Weimer

Die Mehrheit der Deutschen wünscht sich eine Große Koalition. Mangels mehrheitsfähiger Alternativen dürfte es wohl auch so kommen. Schon malt man sich in Berlin aus, wie das dritte Kabinett Merkel aussehen könnte.

Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.

Wolfram Weimer

Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.

Der Stotterstart von Peer Steinbrück als Kanzlerkandidat hat die Perspektive auf die Bundestagswahl im kommenden Jahr verfestigt. Kaum jemand glaubt derzeit ernsthaft an eine Ablösung der Beliebtheitskanzlerin Angela Merkel. Aber sehr viele erwarten eine Wiederauflage der Großen Koalition. Selbst innerhalb der SPD hält man Steinbrück – und zwar jenseits der Nebenverdienst-Skandälchen – nur für einen Vizekanzler-Kandidaten. Insgeheim bereiten sich auch die Sozialdemokraten auf ein Kabinett Merkel III vor, in dem sie Schlüsselpositionen erobern dürften.

Die personale Perspektive sieht derzeit so aus: Von den bestehenden Kabinettsmitgliedern werden neben sämtlichen FDP-Ministern auch Ilse Aigner (weil sie nach Bayern zurückkehrt, um Horst Seehofer zu beerben), Kristina Schröder (weil ihr die gesellschaftliche Akzeptanz fehlt) und Annette Schavan (weil sie kein Landesverband mehr stützt) wohl nicht mehr in der Regierung bleiben.

Als gesetzt können hingegen die „Merkelianer“ Ursula von der Leyen (die sozialdemokratischste Konservative aller Zeiten), Thomas De Maiziere (der superstrukturierte Preuße) und Peter Altmaier (der umarmende Rheinländer) gelten. Die CSU dürfte hingegen neues Personal ins Merkel III-Kabinett schicken, wahrscheinlich müsste sich die Hauptstadt sogar an Markus Söder (eine Art fränkischer Chuck Norris) gewöhnen.

Die Schlüsselfrage aus Unionssicht liegt in der Person Wolfgang Schäubles. Er ist der wichtigste Minister in Merkels Kabinett, und er steht für die Verlässlichkeit und Seriosität bürgerlichen Regierungshandelns. Ihm aber dürfte die SPD das Finanzministerium streitig machen – und das Außenministerium, mit dem Schäuble durchaus liebäugelt, ebenfalls. Wohin also mit Schäuble? Der Architekt der Einheit und Machtstratege der Kohl-Ära hat ein politisch-sentimentales Ziel – Europa zusammen halten. Er könnte daher in ein europäisches Spitzenamt wechseln, dann aber fehlte der Kanzlerin die zentrale Säule ihrer deutschen Machtarchitektur. Eine offene und zugleich gefährliche Partie für die Kanzlerin.

Prominente fragen die Kanzlerin: Angela Merkel ganz privat

Prominente fragen die Kanzlerin

Angela Merkel ganz privat

Wonach duftet die Kindheit der deutschen Kanzlerin? Wie lässt Frau Merkel Dampf ab? Und welche Sportart hatte die DDR für sie in ihrer Kindheit vorgesehen? Alles, was Sie schon immer über Angela Merkel wissen wollen.

Bei der SPD sind die Personalfragen schon traditionell gefährlich. Peer Steinbrück hat sich mit seiner Ankündigung, nicht noch einmal als Minister unter Merkel zu dienen, ganz scharf an die Kante der politischen Bühne gestellt. Er dürfte daher ziemlich rasch nach der Wahl in die Wirtschaft zum weiteren Geldverdienen wechseln. Dann könnte der allseitig respektierte Thomas Oppermann (eigentlich ein idealer Innenminister-Kandidat) neuer Finanzminister werden.

Kommentare (17)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Raho

12.10.2012, 10:05 Uhr

Was zahlen Sie Weimer eigentlich fuer sein substanzloses
Spekulationsgeschreibsel?

Account gelöscht!

12.10.2012, 10:08 Uhr

Die Mehrheit wünscht sich mit Sicherheit keine große Koalition.
Vielmehr wünscht sie sich eine Partei, die ihre nationalen Interessen vertritt.
Der EURO ist der Untergang.
Wir zahlen, andere genießen.
Die PIGSI-FR-B-Staatten und die ausländischen Zinskassierer aus *Übersee, die anschließen, wenn wir sturmreif geschossen sind mit ihrem Spielgeld unsere Sachwerte kaufen: Aktien, Grund und Boden, Patente.Zum Schluß sind nicht nur wir, sondern auch Kinder und Kindeskinder Zinssklaven.
Schon jetzt ist der Zins dder zweitgrößte Ausgabenblock nach den Sozialausgaben.

Account gelöscht!

12.10.2012, 10:20 Uhr

Wolfram Weimer verliert so langsam die Orientierung.
Vor kurzem noch schwarz/grün als einzige Alternative nach den Wahlen 2013, jetzt Merkel III mit der SPD ? Eine Ablösung der Beliebtheitskanzlerin Merkel
kaum möglich? (Wo steht die CDU bei der Sonntagsfrage?)
In einem Jahr bis zur Wahl kann noch sehr viel passieren. Und wenn erst die Steuern für den € erhöht werden müssen……

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×