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09.08.2013

15:00 Uhr

Weimers Woche

Die Tragödie der SPD-Troika

VonWolfram Weimer

Der SPD-Wahlkampf ist ein Desaster, die Umfragen düster und nun erfasst der Spähskandal auch Steinmeier. Bei der SPD zeichnet sich ein großes Gewitter ab. Wie wird sich die Partei wohl nach der verlorenen Wahl formieren?

Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.

Wolfram Weimer

Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.

Die SPD liefert den schlechtesten Wahlkampf ihrer bundesrepublikanischen Geschichte ab. Selbst die getreuesten Genossen sind erschüttert, dass diesmal so gar nichts klappt. In dieser Woche brüskierte Steinbrück die Ostdeutschen mit seinem Hinweis, dass Angela Merkel schon deswegen eine schlechte Europäerin sei, weil sie aus dem Osten komme. Die Empörung jenseits der Elbe war da, doch in Anbetracht der haarsträubenden Fehltrittserie des Kanzlerkandidaten wollte sie gesamtdeutsch schon gar nicht mehr aufbranden. Das staunende Publikum wartet mittlerweile nur noch ab, den nächsten Abstand von Fettnapf zu Fettnapf wieder in der Einheit “Steinbrück” zu messen.

Auch die Strategie, die amerikanische Abhöraffäre der Bundesregierung irgendwie anzukreiden, ist in dieser Woche zum Eigentor geworden. Ex-Innenminister Schily hatte seine Partei gewarnt. Dass nun aber ausgerechnet Frank-Walter Steinmeier als Urheber des NSA-Abhörabkommens bekannt geworden ist, macht die Attacken der SPD zur Selbstdemontage. “Alles läuft schief”, resümierte ein ranghoher Sozialdemokrat in Berlin die wieder einmal verlorene Woche in einer Aufholjagd, die sich immer nur selbst ins Knie schießt.

Thomas Oppermann: Steinbrücks Mann für alle Fälle

Thomas Oppermann

Steinbrücks Mann für alle Fälle

Er bringt als einziger Farbe ins SPD-Schattenkabinett: Thomas Oppermann. In der NSA-Affäre trumpft er mächtig auf. Damit empfiehlt er sich für höhere Aufgaben. Aber nutzt sein Hau-drauf-Stil auch dem Kanzlerkandidaten?

Als dann auch noch die “umweltverträglichen” SPD-Wahlkampfplakate Probleme machten, weil sie "Regen nicht standhalten, aufweichen und abfallen", da breitete sich langsam Mitleid aus - eine Kategorie freilich, die im Kampf um die Macht so gar keine Hilfe ist.

An einen rot-grünen Wahlsieg oder einen Kanzler Steinbrück glaubt inzwischen kaum noch ein Genosse wirklich. Viele aber bereiten sich darauf vor, “dass es nach der Wahl knallt”. Hinter den Kulissen werden Schuldige gesucht und Absprachen getroffen. Dabei ist Peer Steinbrück intern schon aus dem Rennen. Seine eigenen Parteifreunde nennen ihn schon “den Schatten”. Seine Autorität dürfte innerhalb der Partei am 22. September um 18 Uhr auf Nullniveau gesunken sein.

Er wird sich nach der Wahl aus der Politik zurück ziehen und auch in einer etwaigen Großen Koalition – wie er es selber angekündigt hat - keine Rolle mehr spielen. Zwischen Steinmeier und Gabriel aber ist der Machtkampf eröffnet. Beide haben ein Interesse, die Schuld an der Wahlniederlage entweder Steinbrück, besser noch dem Konkurrenten zuzuschieben. Darum ist die Wende in der Spähaffäre vor allem für die internen SPD-Verhältnisse von Belang. Denn Steinmeiers Position war in den letzten Wochen deutlich gewachsen.

Kommentare (26)

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Kritiker

09.08.2013, 15:22 Uhr

SPD-Wahlkampf - hahaha !

Account gelöscht!

09.08.2013, 15:43 Uhr

SPD-Troika? Müßte das nicht Triade heißen?

Charly

09.08.2013, 16:00 Uhr

"Steinmeier und Steinbrück wirken nach der NSA-Affäre wie die Männer der alten Schröder-Garde,......."

Die wirken nicht nur so !!

Es sind die diejenigen die mit Gazprom-Gerd und dem Verräter Fischer Korruption und Lobbyismus in Deutschland salonfähig gemacht haben !

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