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30.08.2013

12:19 Uhr

Weimers Woche

Linke Duldung wie einst in NRW

VonWolfram Weimer

Für Rot-Grün ist die Wahl verloren. Nur mit Hilfe der Linkspartei ist die Ablösung von Merkel möglich. Schon kursieren in Berlin SPD-Planspiele, wie das ohne Koalition geht: wie einst in NRW, mit der Duldung der Linken.

Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.

Wolfram Weimer

Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.

Der Spiegel in Hamburg gibt die Losung vor. Sein Vordenker und Mitinhaber Jakob Augstein fordert offen den Machtwechsel mit Hilfe der SED-Nachfolgepartei: „(SPD-)Kandidat und Partei brauchen mehr Mut: Für eine Regierung mit der Linkspartei.” Sein Kollege-Leitartikler von Spiegel-Online, Wolfgang Münchau, assistiert eifrig und freut sich schon auf Sozialisten an der Macht. Ihm geht nicht nur um Deutschland, die Linkspartei an Berliner Regierungshebeln würde gleich ganz Europa beglücken: “Rot-rot-grün ist die beste Lösung für Europa.” Ihr Programm basiere “auf einer ehrlichen und intelligenten Analyse der Euro-Krise”.
Die Sehnsucht der Salonsozialisten nach Macht ist so groß, dass sie den Bund mit den Altstasi-Kadern und DDR-Veteranen nicht scheuen. Nun wird die Taktik wie die Nachwahlwochen offen dargelegt. Da die SPD eine Koalition mit der Linkspartei ausschließt und man hinterher nicht in die Ypsilanti-Falle aus Lüge und Verrat tappen will, ist das „Modell NRW” plötzlich in aller Munde: Man bildet eine rot-grüne Minderheitsregierung unter Duldung der Linken. Augstein findet: “Die Linken sind nicht 'unkalkulierbar' und eine Minderheitsregierung ist durchaus zu verantworten - wenn man sie richtig führt.”

Genau das bietet der Linken-Bundesvorsitzende, Bernd Riexinger, SPD und Grünen nun an wie eine Braut die wilde Ehe. „Wenn es nach dem 22.9. eine Mehrheit gegen Merkel gibt, dann schließe ich ausdrücklich keine Option aus. Dann entscheiden bei uns keine Animositäten und keine Formalitäten, nur die Inhalte.“
Anlass für das Angebot ist der Wahlaufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Dieser formuliere geradezu das Programm für eine Mehrheit links der Mitte, jubiliert Riexinger. „Mindestlohn, gerechte Renten, soziale Sicherheit, Schluss mit dem Sozialabbau, das wäre das Mindestprogramm einer Regierung, die wir unterstützen.“

Kommentare (10)

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omegalicht

30.08.2013, 12:56 Uhr

Träumen dürfen Sie.
Wir aber sind Realisten und können auch Politik.
Als dann, diesen Wahnsinn verhindern und AfD wählen !
Im September ist Zahltag, Deutschland muss regierbar bleiben.

JohnSheridan

30.08.2013, 13:01 Uhr

Jakob Augstein erinnert an das Vorbild dieser Option: „Hannelore Kraft hat das in Nordrhein-Westfalen vorgemacht..." dann sollte der Text aber so weitergehen: "... wie man Schulden ohne Ende macht unb dabei nie einen rechtskonformen Staatshaushalt zu Stande bekommt."
Manchmal frage ich mich, für wie unfähig (oder dumm?) mittlerweile auch 'Schreiberlinge' wie Herr Augstein, Blome und Konsorten die Leser halten. Warum wundert sich die schreibende Presse (bis auf wenige rühmliche Ausnahmen), daß ihre Presseprodukte von keinem mehr abgenommen werden. Will man linke Propaganda langt es, das Staatsrats-Zwangsgebühren-TV einzuschalten.
Ich halte hier Wetten, dass weder der linke (SPD/Grüne/Linke/Piraten) noch der andere linke Block (CDU/CSU/FDP) zusammen jeweils über 38% kommen. Alle diese verstaubten Selbstbediener und Schönredner dieser Blockparteien gehören, bis auf wenige Ausnahmen, ohne jedwede Pension ins Harz IV Boot geschickt. Zusätzlich bekommen Sie als Auflage, täglich für mindestens 3 Stunden ihre eigenen volksverdummenden (und schwachmatischen) Aussagen hören zu müssen.

Numismatiker

30.08.2013, 13:11 Uhr

@JohnSheridan


""...unb dabei nie einen rechtskonformen Staatshaushalt zu Stande bekommt.""

Was unsere Kanzlerin vorgemacht hat (das Ignorieren von Verträgen/Verfassung/Gesetzen/Abkommen/Versprechen/Zusagen) wird dann zum Dauerzustand bis in alle Ewigkeit.

Die gesamte Politiker-Kaste hat moralisch längst abgewirtschaftet.

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