Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.11.2012

11:44 Uhr

Weimers Woche

Röslers Rücktritt hat begonnen

VonWolfram Weimer

Dirk Niebel hat in der FDP eine Debatte entfacht, ob Rösler wohl der beste Spitzenkandidat für den Wahlkampf sei. Das ist er natürlich nicht. Es scheint, als wäre sein Sturz nach der Niedersachsenwahl beschlossene Sache.

Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.

Wolfram Weimer

Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.

BerlinPhilipp Rösler ist so etwas wie das Mainzelmännchen der deutschen Politik. Alle finden ihn nett und putzig – aber eben nur als Pausenfüller. Der freundliche Parteichef der FDP steht vor dem Ende seiner politischen Regentschaft, die in Wahrheit nur ein Interregnum gewesen ist.

“Es gab eine Ära Westerwelle und es wird eine Ära Lindner geben - dazwischen liegt bloß ein schwieriger Übergang”, raunte ein Spitzenliberaler dieser Tage in Berlin. In der FDP wird hinter den Kulissen bereits die Zeit nach Röslers Rücktritt geplant. Dabei verrutschte in dieser Woche freilich der Vorhang, und man sah für einen Moment die liberalen Machthandwerker beim Umdisponieren. 

Entwicklungsminister Dirk Niebel hatte mit seinem Vorschlag einer Wahlkampf-Doppelspitze das mühsam gehaltene Schweigegelübde in Sachen Rösler gebrochen. Niebel war erst vor wenigen Wochen zum Spitzenkandidaten der mächtigen Südwest-FDP für die Bundestagswahl gekürt worden. Also schlug sein Misstrauensvotum gegenüber Rösler ein wie eine schwäbische Bombe. Denn in Wahrheit sagte Niebel damit, was alle denken: Rösler ist der falsche Man, um die lebensbedrohliche Bundestagswahl für die FDP noch zu retten. 

Rösler ist es bislang kein bisschen gelungen, seine taumelnde Partei aus dem Umfragetief zu holen. Nach derzeitigem Stimmungsstand droht der FDP der komplette Rauswurf aus dem Bundestag. Rösler gilt als integrer Mann, aber nicht als erfahren, hart und souverän genug, um in einer derartigen Krise das sinkende Schiff noch zu retten. Darin sind sich mittlerweile die meisten Führungskräfte in der FDP einig. 

Kommentare (13)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

G4G

30.11.2012, 13:17 Uhr

Rösler war von Anfang an eine Fehlbesetzung. In seiner Amtszeit wurden eigentlich nur Fehler gemacht. Der Bürger wird es 2013 zu spüren bekommen, was die Röslerlobby bewirkt hat.
Da kann man sich nur vor unsinnigen Ausgaben für die Energiewende fürchten. Wir benötigen dezentrale Kleinanlagen und keine Windkraftmonster in Wald und Flur oder auf See.
Biogasanlagen sind genauso ein Mist.
Oder die neue GAS-Lobby die mit Fracking die Schiefergasförderung am Bodenseee und in Bayern in Gang setzen will.
Fazit: Der Wirtschaftsminister Rösler ist extrem unwirtschaft und umweltfeindlich. Mensch, Natur und Soziales Engagement sind bei Rösler und der FDP unerwünschte Faktoren.
Die FDP ist keine Partei mehr, die man mit den urspünglichen liberalen und sozialen Gedanken einer sozialen Marktwirtschaft in Einklang bringen kann.
Sie ist wie Gift in der politischen Suppe der Neuzeit, die insgesamt ungeniessbar scheint. Rösler ist ein Fliegenpilz für Europa, Deutschland und die Umwelt.

Totengraeber

30.11.2012, 13:21 Uhr

Wenn die FDP aus dem Bundestag fliegt, dann wird Niebel und viele seiner FDP Mitstreiter zumindest, was die politische Karriere angeht arbeitslos.

Dann ist Schluss mit fetten Diäten. Dann gilt das Leistungsprinzip der FDP. Mehr Netto vom Brutto oder Leistung muss sich wieder lohnen. Dazu kann man dann nicht mehr auf Steuerzahlerkosten sich in Sitzungen langweilen oder mit einer Regierungskoalition streiten. Wenn die FDP unter 5% landet, dann sind die "Schlaraffenlandbedingungen" zu Ende.

In Deutschland hat dies mittlerweile jeder Wähler verstanden. Auch ein Brüderle oder Lindner werden dies nicht mehr ändern können.

Zu schwer wiegen, die vielen nicht eingehalten Versprechungen der FDP.

Hinzu kommen die vielen Affären oder Affärchen, wie Plaggiatsaffären und Abwesenheiten im Europaparlament einer Koch-Mehrin, der Teppich aus Afghanistan von Niebel, die Postenschachereien in Niebels Umfeld, der Brudermord an Westerwelle, die "dekadenten" Auswüchse der FDP gegenüber sozial schwach aufgestellten Bevölkerungsschichten, die fortwährende Klientelpolitik, der ewige Streit mit dem Regierungspartner und und und...

Die FDP ist in Deutschland so überflüssig, wie ein Abszess am After...

Herr_schmeiss_Hiere_ra

30.11.2012, 14:05 Uhr

@Totengräber:
Unsere "quasi gleichgeschalteten Medien" und die von ihnen Manipulierten ohne eigene Denkfähigkeit werden so lange über die FDP herziehen, bis sie sich für eine Ampelkoalition hergibt: das kann sehr bald der Fall sein! [...] was aber Rot-Grün unserem Land angetan hat (Energiepreise, Inovations- und Technikfeindlichkeit, kostentreibende Verbürokratiserung, um nur ein paar Beispiele zu nennen) und noch antun will (noch kostet ja der Liter Sprit erst ca 3,50DM und das Liter Heizöl 1,80) ist noch viel viel schlimmer [...] Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×