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19.07.2013

11:48 Uhr

Weimers Woche

Ude verliert die Bundestagswahl

VonWolfram Weimer

Die SPD hat nur noch eine Chance – ein Stimmungsumschwung in letzter Minute. Die Wahlen in Bayern am wären die perfekte Bühne für den Last-Minute-Swing. Doch der droht zum Last-Minute-Killer zu werden – dank Ude.

Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.

Wolfram Weimer

Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.

Es schien alles so gut zu passen: Christian Ude war ein beliebter Bürgermeister in München, die CSU hatte ihre Probleme, eine Verwandtschaftsaffäre kam auf und damit schien die Landtagswahl in Bayern der perfekte Anlass für den Last-Minute-Swing einer bundesweit angeschlagenen SPD. Wenn die CSU vom Bayernthron gestoßen würde, dann bekäme auch Merkel große Schwierigkeiten.

Doch es ist anders gekommen, ganz anders. Nach neuen Umfragen winkt der CSU sogar die absolute Mehrheit der Mandate, Seehofer wirkt so souverän landesväterlich wie nie und die Bayern-SPD rutscht auf klägliche 18 Prozent in der Wählergunst ab. Es droht den Sozialdemokraten das schlechteste Ergebnis der Geschichte. Unter Genossen heißt es inzwischen: „Ude versemmelt die Wahl.“ Bitter ist das auch für die Bundes-SPD, denn aus dem Last-Minute-Swing droht nun ein Last-Minute-Killer zu werden. Am Ende könnte es sogar heißen: Ude verliert die Bundestagswahl.

Der politische Absturz des Christian Ude hat verblüffende Parallelen zum Schicksal Peer Steinbrücks. Beide sind als populäre Querköpfe gestartet, aber im Wahlkampf spekaktulär gescheitert. Beide blamieren sich regelmäßig mit unbedachten Äußerungen, beide fremdeln mit ihrer eigenen Partei und beide schlagen sich nur in der jeweiligen Hauptstadt gut. Wie Steinbrück auf dem Berliner Parkett bestens ankommt, so hat Ude in München freundlichen Rückhalt. Doch in der Provinz verhält es sich bei beiden genau umgekehrt.

Ude leidet darunter, dass Münchner Oberbürgermeister im Bayernland grundsätzlich so beliebt sind wie Keuchhusten. Er tut sich in Ober- und Niederbayern ebenso schwer wie bei Franken oder Schwaben; überall dort vermutet man in ihm einen eitlen Kandidaten, der nur München bevorzugen wolle. Wenn er dann auch noch Erzgebirge (Sachsen) und Fichtelgebirge (Bayern) verwechselt oder wenn sein Personalreferent es für eine Zumutung hält, dass Münchens Beamte im oberfränkischen Hof „nahe der tschechischen Grenze“ ausgebildet werden, dann ist die versammelte Provinz verärgert über die Münchner Arroganz.

Kommentare (13)

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19.07.2013, 12:01 Uhr

Ude ist halt nur ein Schicki Micki Bürgermeister.

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19.07.2013, 12:07 Uhr

In Bayern wird doch eh alles unter Amigos ausgemacht, warum nicht auch die Wahl? Vom Rechtsstaat meilenweit entfernt, nicht erst seit Mollath.
Ein interessanteres Thema für diese Woche wäre natürlich die Spionageaffähre, insbesondere bzgl. Wirtschaftsspionage der USA zum Schaden unseres Landes gewesen. Speziell dabei die Rolle von Schwarz -Geld!

Aber das ist wohl nicht zulässig?

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19.07.2013, 12:27 Uhr

Der Ude hat das Ende der Schwabinger 7 zu verantworten (nicht die Bombe, aber die Baugenehmigung für Warburg Bank).

Das war sein letzter Streich, nun ist bald Ende Gelände.

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