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15.06.2012

11:47 Uhr

Zschaber zündelt

Eine neue Deutsche Mark ist keine Lösung

VonMarkus Zschaber

Aktuelle Umfragen zeigen mehr denn je: Die Deutschen möchten ihre geliebte D-Mark zurück und der Euro-Zone lieber heute als morgen den Rücken kehren. Doch der Zerfall der Währungsunion hätte unberechenbare Folgen.

Markus C.Zschaber – Zschaber zündelt. Er ist Geschäftsführer der gleichnamigen Vermögensverwaltung in Köln

Markus C.Zschaber – Zschaber zündelt. Er ist Geschäftsführer der gleichnamigen Vermögensverwaltung in Köln

Mehr als 50 Prozent der Deutschen sind angesichts der jüngsten Verwerfungen dafür, die D-Mark wieder einzuführen. Doch ist dies so ohne weiteres überhaupt möglich oder hat man sich in den 90er-Jahren unweigerlich für alle Zeiten von jener Währung verabschiedet, die uns das deutsche Wirtschaftswunder beschert hat?

Fest steht, dass ein Zerfall der Währungsunion vor allem der Exportmacht Deutschland nahezu unberechenbare Effekte bescheren würde. Die neue Deutsche Mark würde sofort massiv aufwerten und zu einer der stärksten Währungen auf dem Globus avancieren.

Wieso? Die Erklärung hierfür ist recht einfach. Eine Geldflut aus dem Ausland würde Deutschland bevorstehen und die heimische als Hort der Sicherheit Währung aufwerten. Wir rechnen, je nach Währung, mit einer Spanne von 15 bis 45 Prozent Aufwertungspotenzial.

Zwar würden unsere Unternehmen von den positiven Effekten verbilligter Rohstoffe profitieren, doch im Gegenzug würden Produkte „Made in Germany“ auf dem globalen Markt deutlich teurer angeboten werden müssen. Das drückt die Exportmargen, was mit einem starken Rückgang der Wettbewerbsfähigkeit einhergehen und unser gesamtes Exportsystem in Frage stellen könnte.

Ein solches Szenario hätte also weitreichende Folgen für unser Wachstumsmodell und den heimischen Arbeitsmarkt. Um die Preise auf dem Weltmarkt einigermaßen stabil halten zu können, gäbe es für die Unternehmen im Grunde nur die Möglichkeit, massiv die Kosten zu reduzieren. Zum Beispiel über Standortverlagerungen ins Ausland oder drastische Lohnkürzungen.

Der Preis für den Ausstieg aus der Währungsunion wäre also sehr hoch. Dazu kommen viele weitere Konsequenzen, wie etwa die Tatsache, dass über Immobilien, Lebensversicherungen und weitere Investitionen große Vermögenswerte im europäischen Ausland investiert sind. Große Vermögensverluste würden dem deutschen Bürger bevorstehen. Auch die Bundesbank müsste eine enorme Summe ihrer Target-Ansprüche abschreiben. Die Schuldenquote des Bundes könnte so sehr schnell auf mehr als 115 Prozent des BIPs ansteigen.

Kommentare (50)

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holyowly

15.06.2012, 11:56 Uhr

Eine Wiedereinführung der DM trifft hauptsächlich die Großen (Banken, Firmen, Versicherungen). Ein Verbleib im Euro wird hauptsächlich von den Kleinen (Arbeitnehmer, Rentner, Kleingewerbetreibende) finanziert.

Es ist mir schon klar, warum die erste Lösung von der Finanzoligarchie bevorzugt wird!

Kritiker

15.06.2012, 11:59 Uhr

Wegen der DM müsste die Bundesbank enorme Summen ihrer Target-Ansprüch abschreiben ???????? Umgekehrt - wird ein Schuh daraus. Wegen dem Euro sind die Target-Salden entstanden und wegen dem Euro müssen wir das Geld abschreiben.

Profit

15.06.2012, 12:00 Uhr

Die D-Mark ist die einzige Lösung! Das Wort "Euro" kann man nämlich nicht mehr hören, da es nur noch ein Synonym für "Chaos" und "Ausbeutung der deutschen Bevölkerung" ist!

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