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16.03.2012

11:24 Uhr

Zschaber zündelt

Gold ist kein „sicherer Hafen“ mehr

VonMarkus Zschaber

In der Finanzkrise ist Gold zu einer Ersatzwährung geworden. Der Goldpreis ist deutlich gestiegen - doch damit nehmen auch die Risiken zu. Im Goldmarkt steckt zu viel Spekulation.

Markus C.Zschaber – Zschaber zündelt. Er ist Geschäftsführer der gleichnamigen Vermögensverwaltung in Köln

Markus C.Zschaber – Zschaber zündelt. Er ist Geschäftsführer der gleichnamigen Vermögensverwaltung in Köln

Der Goldmarkt befindet sich im Wandel. Während früher die Schmuckindustrie für die größte Nachfrage sorgte (rund 75 Prozent) und sich der Rest auf Notenbanken, die Industrie und den sogenannten „Freeflow“ verteilte, hat sich das Verhältnis im Zuge der Subprime- und Finanzkrise deutlich verändert.

Gold wurde immer mehr als Ersatzwährung gegenüber dem US-Dollar, dem Euro oder dem japanischen Yen angesehen. Natürlich ist das eine Folge der Geldpolitik der wichtigsten Zentralbanken, die die Geldmenge exorbitant ausgeweitet haben und weiter ausweiten. Für die Notenbanker gilt Liquidität als das Allheilmittel gegen die Wirtschafts-, Währungs- und Finanzkrisen.

Doch diese Geldpolitik hat das Vertrauen in die Papierwährungen beschädigt – und Gold als harte Ersatzwährung gestärkt. Das ist insofern nachvollziehbar, da Gold im Gegensatz zu Papiergeld nicht beliebig vermehrbar ist. Auch ich habe 2007 begonnen mehr Gold zu kaufen.

Allerdings erhöhte sich der Anteil an privaten und institutionellen Goldkäufern im Zuge der Schuldenkrise nochmals sehr stark. Statistiken belegen, dass bereits 2009 der Anteil der Schmuckindustrie an der Goldnachfrage unter 60 Prozent fiel, da immer mehr Investoren auf den Goldmarkt aufmerksam wurden. Stattdessen erhöhte sich der der Anteil an privaten und institutionellen Investoren, vor allem aus Asien. Nach meiner Erkenntnis liegt der Anteil, der bereits durch diese besagten Investoren nachgefragt wird, bei über 30 Prozent.

Kommentare (16)

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otto15

16.03.2012, 12:00 Uhr

Ja wo sind sie denn die sicheren Häfen, vielleicht in den Börsen? Bei deutschen Anleihen habe ich immerhin die Sicherheit eines realen Verlustes von 2% pro Jahr.

Durchblicker

16.03.2012, 12:14 Uhr

Noch ein Beitrag in der Reihe: "Leute geht raus aus Gold". Für mich und viele Durchblicker ein Kontraindikator. Gold ist noch nie pleite gegangen und hat seine Kaufkraft über Jahrtausende erhalten. Kein Papier kommt da mit.
Die Spekulanten machen nichts, es sind die Manipulationen von ganz oben die den Goldpreis gelegentlich abstürzen lassen. Die wirklichen Goldbugs kümmert das nicht, die verkaufen nicht, sondern nutzen die Gelegenheit zum kaufen. Warum kaufen denn Regierungen?
Wer gibt eigentlich den Auftrag für diese Panikartikel zum Gold? Sieht es so böse aus mit dem Euro?

denk.mal

16.03.2012, 12:29 Uhr

@ Durchblicker

Es sind Leute wie Sie, die der Markt braucht, damit auch an Ihrem Ende Vermögen vernichtet werden kann.

Während Herr Zschaber in weiten Teilen Recht hat (keine Blase) und nur im Finale schwächelt (was für eine Schlussfolgerung soll das sein), liegen Sie in jedem zweiten Satz falsch. Ich bin Ihnen sehr dankbar dafür.

Nur kurz die Belege für meine Behauptungen:

- Nirgendwo im Artikel steht "raus aus dem Gold".

- Regierungen kaufen kein Gold, sondern Notenbanken. Überlesen Sie jeden Artikel bezüglich des Streits zwischen Notenbanken und Regierungen über die Verwendung?

- Kein Papier kommt mit Gold bzgl. Kaufkrafterhalt mit: Das galt vielleicht mal früher, als es schwer war, sich ausländische Aktien ins Depot zu holen.

- Es sind nur Manipulationen: Sie übersehen wichtige Fakten. Selbstverständlich gibt es Preismanipulationen am Edelmetallmarkt, aber die jüngsten Schwankungen sind dadurch nicht erklärbar.

Es tut mir ja auch ein bisschen leid, dass die Welt nicht so einfach gestrickt ist, wie Sie sich das ausmalen. Glauben Sie mir, ich wünschte selbst, sie wäre es.

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