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02.03.2012

09:00 Uhr

Zschaber zündelt

Hut ab vor den Griechen

VonMarkus Zschaber

Griechenland steckt in einer Misere, die wirklich sehr schmerzhaft für alle Beteiligten ist. Dennoch gibt es nicht nur Schatten. Was Griechenland braucht, ist ein Fahrplan, den alle Europäer gemeinsam unterstützen.

Markus C.Zschaber – Zschaber zündelt. Er ist Geschäftsführer der gleichnamigen Vermögensverwaltung in Köln

Markus C.Zschaber – Zschaber zündelt. Er ist Geschäftsführer der gleichnamigen Vermögensverwaltung in Köln

Die Maßnahmen der Athener Regierung haben die Neuverschuldung um etwa fünf Prozent im Jahr 2010 gedrückt. Auch 2011 hat Griechenland diesen Kurs fortgesetzt. Im internationalen Vergleich ist das eine absolut erstaunliche Leistung. Außerdem stiegen allein in den vergangenen zwölf Monaten die griechischen Exporte um mehr als 50 Prozent bei weiter ansteigender Dynamik. Das sollte nach meinen Annahmen, bei gleichzeitig abnehmender Importquote, zu einer Reduzierung des Handelsbilanzdefizits in 2012 gegenüber dem Jahr 2008 um mehr als 65 Prozent führen.

Die Aussagen, es fehlt an Reformen, sind einfach nicht korrekt. Erfolgreiche Reformbeispiele sind die bereits in 2010 umgesetzten Personalkürzungen im öffentlichen Sektor oder die Kürzungen der öffentlichen und privaten Renten um jeweils zehn Prozent. Oder der eingeführte Solidaritätszuschlag auf die Bruttoeinkommen und die hohen Reduzierungen der Sozialsausgaben in 2011, die in den kommenden vier Jahren die Staatskasse um bis zu fünf Milliarden Euro entlasten sollten. Interessanterweise werden diese Erfolge der bereits angelaufenen Reformen nicht oder nur unzureichend in der öffentlichen Wahrnehmung gewürdigt und durch die Märkte honoriert.

Ich kann das nicht nachvollziehen. Wenn ich auf die Reformen in Griechenland als Ganzes blicke, stelle ich fest, dass ein Großteil erfolgreich umgesetzt wurde. Insofern erachte ich die Diskontierungen und Kursabschläge an den Börsen, die immer wieder panikartig einsetzen, als oftmals nicht gerechtfertigt.

Kommentare (26)

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Augias

02.03.2012, 09:32 Uhr

Schön, schön, zu schön um wahr zu sein. Wer sich in "Schönheit" geschönt in die Tasche lügen will, wie der Artikelschreiber, soll es machen.Es ist nichts als die übliche Schönfärberei bestimmter Kreise, die diese Beschäftigung schon immer ausgezeichnet verstanden haben.

MikeM

02.03.2012, 09:34 Uhr

Hut ab vor dem HB, dass es solche Artikel noch druckt. Das ist wirklich völliger Schwachsinn. Die Griechen haben bislang nichts erreicht. Zwar wurde dem Normalvolk das Gehalt und die Renten leicht gekürzt, die echten Probleme aber wurden ausgeklammert. Die Wirtschaft stürzt ab, Korruption gedeiht weiter und die reichen bringen ihr Geld in die Schweiz. Zschbaer: setzen 6!

Mazi

02.03.2012, 09:45 Uhr

Braucht Griechenland wirklich einen Fahrplan?

Mit dem jetzigen Fahrplan funktioniert es so wie es für die Griechen nicht besser sein könnte. Der griechische Finanzminister hat doch alle EU-Politiker in die Tasche gesteckt. Selbst bei Schuldenfreiheit braucht Griechenland Geld. Das war so und so bleibt es.

Problematisch ist an der Sache doch nur eines, dass die Deutschen bezahlen sollen, ohne dass das Volk es abgenickt hat. Seit Monaten muss dem letzten Politiker klar sein, dass er das Volk nicht mehr vertritt. Nach den Grundzügen eines geordneten Demokratieverständnisses sind Neuwahlen angesagt. Diese Parlamentarier haben ihre vom Volk verliehene Legitimation verloren. Ausnahmslos!

Die einen, weil sie es angerichtet haben und die anderen weil sie untätig zugesehen haben und zusehen.

Schaut man in die Rettungschirmverträge (hier speziell § 27 ff.), sieht man darin die Grundzüge kriminellstem Agieren verankert. Das jüngste Urteil des Bundesverfassungsgericht hat dies in juristisch feinstem Deutsch zum Ausdruck gebracht.

Was passiert? Nichts! Das Parlament kümmer sich noch nicht einmal um's Gericht. Frau Merkel stört's ohnehin und Herr Prfalla kann deren Fresse nicht mehr sehen.

Wo sind wir eigentlich?

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