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01.06.2012

20:11 Uhr

Zschaber zündelt

Möglicher Grexit belastet den Euro

VonMarkus Zschaber

Durch die Unsicherheit rund um einen möglichen Austritt Griechenlands wird der Euro wird zum Spekulationsobjekt. Damit Investoren weltweit wieder Vertrauen in die Euro-Zone fassen, muss die Politik klare Ansagen machen.

Markus C.Zschaber – Zschaber zündelt. Er ist Geschäftsführer der gleichnamigen Vermögensverwaltung in Köln

Markus C.Zschaber – Zschaber zündelt. Er ist Geschäftsführer der gleichnamigen Vermögensverwaltung in Köln

Viele Marktteilnehmer aus den USA halten den Grexit – also den Austritt Griechenlands aus der europäischen Währungsunion – für das wahrscheinlichste Szenario für die Zukunft der Hellenen. Diese Prognose beflügelt am Markt die Spekulationen gegen den Euro.

Interessant und auffällig ist, dass viele gute Nachrichten aus der Euro-Zone und Deutschland gänzlich ignoriert werden. Negative Nachrichten rücken dagegen besonders intensiv in den Fokus des Marktes. Von einer neutralen Bewertung kann aktuell also nicht die Rede sein.

Hinzu kommt, dass sich manche Nachrichten, die die Kapitalmärkte erreichen, im Nachhinein als schlicht unwahr erweisen. So beispielsweise das Gerücht, die Europäische Zentralbank (EZB) hätte die Pläne zur Rekapitalisierung der spanischen „Bankia“ abgelehnt. Die Folgen dieser Berichterstattung waren eine dynamisch ansteigende Risikoaversion und deutliche Kursabschlägen an den Aktienmärkten.

Für Spekulanten, die auf einen Euro-Zerfall wetten, kam dies natürlich wie gerufen. Als kurz darauf die EZB dementierte, war jedoch keine Entspannung an den Finanzmärkten zu erkennen. Die systemischen Einflüsse und Fakten werden also nicht mehr gleichmäßig bewertet. Der Euro wird zum Spekulationsobjekt und die Käufer halten sich zurück.

Zur Lösung der strukturellen Probleme in der Euro-Zone melden sich viele Stimmen mit kreativen Lösungsansätzen zu Wort. Das wirkt sich nicht gerade positiv auf das Vertrauen der Investoren rund um den Globus aus.

Eine der jüngeren Ideen aus der Bankenlandschaft ist der Geuro: Eine Parallelwährungen zum Euro für Griechenland in Form von Schuldscheinen. Aus technischer Sichtweise und mit dem nötigen theoretischen Hintergrund ist dies ein interessanter Ansatz. Aus praktischer und politischer Sicht ist die Umsetzung aber mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht realistisch.

Kommentare (14)

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DerFrankenberger

01.06.2012, 12:35 Uhr

Glaubt man diesen Kommentatoren, lauern überall nur böse Spekulanten, die die unschuldigen Euro-Länder ruinieren wollen. Dabei sprechen die Finanzmärkte nur das aus, was die sogenannten Europäischen Eliten nicht begreifen wollen. Das Spiel ist aus, der Euro funktioniert mit den derzeitigen Mitgliedern nicht. Für Deutschland stellt sich nun die Frage, ob es bis zum Knall bereits dem Druck seiner Freunde nachgegeben und seine gesamte Zukunft zugunsten des großen Euro-Traums verschenkt hat. Während rot-grün seine Kinder schon lange in Brüssel verpfändet hätte, bleibt bei Frau Merkel noch ein Funken Hoffnung.

Account gelöscht!

01.06.2012, 13:00 Uhr

"Fest steht, eine Fiskal-, Geld- und Wachstumsunion erfordert auch eine gesellschaftliche Union."

Genau das ist die zentrale Lüge des Euros. Die EMU ist wie die EU eine Union der Lügen und des perpeturierten Betruges des Bürgers.

Niemand hat die Deutschen oder die anderen Bürger Europas jemals gefragt, ob sie eine politische Union wollen oder wollten. Sie hätten ja Nein sagen können, das war nicht akzeptabel.

Der Euro war deshalb das Werkzeug, um diese Union durch Krisen zu erzwingen. Er ist also ein Verbrechen an den europäischen Völkern.

"Vertrauen ist der Schlüssel."

Einfach lachhaft, die Eurokraten sowie die Banker haben jedes Vertrauen verspielt. The Game is up!

Account gelöscht!

01.06.2012, 20:45 Uhr

eigenartig, für die Vertreter der Finanzbranche ist der Zusammenhalt des Euro-Raums ein Dogma. Warum wohl?

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