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03.01.2008

18:03 Uhr

Vergangenes Jahr hatte Joachim Hunold die Schlagzeilen „seiner“ Air Berlin weithin selbst initiiert: mit den Übernahmen der Fluggesellschaften DBA und LTU und schließlich mit dem Versuch, auch die Thomas-Cook-Tochter Condor in sein Imperium einzureihen. Jetzt ist der Chef der zweitgrößten deutschen Airline nur Zuschauer. Und, wie das Unternehmen selbst verlauten lässt, ein ziemlich ahnungsloser. Was will der bislang nur Experten bekannte Finanzinvestor Vatas Holding mit seinem gestern verkündeten Engagement bei Air Berlin? Vatas selbst blieb einsilbig.

Der Erwerb von 15,412 Prozent der Stimmrechte, die das in Berlin ansässige Unternehmen zum größten Einzelaktionär der Fluggesellschaft macht, erwischte Banken und die Branche im nachweihnachtlichen Winterschlaf. Das zeigten die hilflosen Kommentare von Analysten und Experten deutlich.

Dem Airline-Boss Hunold, den alle nur Achim nennen, wird aber recht sein, dass sein Unternehmen bei Investoren auf Interesse stößt. Der Sprung der Aktie um fünf Prozent nach oben kommt ihm gerade gelegen. So wird Hunold den Einstieg von Vatas erst einmal ganz entspannt sehen.

Denn gute Nachrichten kann er gebrauchen. Niedrige Gewinne, die Expansionsstrategie, die viele Branchenkenner für unklar und auch übereilt halten, hohe Integrationskosten der übernommenen Fluggesellschaften: Das alles hat die Performance der Airline und ihrer Aktie nicht eben gestärkt. Und so wurde Air Berlin am Markt immer wieder auch selbst als potenzieller Übernahmekandidat gehandelt. Schließlich liegt die Marktkapitalisierung nur bei etwa einem Zehntel des Börsenwerts des in etwa gleich großen irischen Billigfliegers Ryanair.

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