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29.01.2007

16:05 Uhr

Airbus

Schmale Werkbank

VonMarkus Fasse

Es regt sich Widerstand gegen die Pläne von Airbus, Werke in Deutschland und Frankreich zu schließen und die Belegschaft abzuziehen. Ob eine breite, öffentliche Untersützung in diesem Fall etwas nützt, ist fraglich – und vielleicht auch wenig sinnvoll.

Dem Flugzeughersteller Airbus stehen turbulente Wochen bevor. Der einstige Überflieger ist innerhalb eines Jahres zum Sanierungsfall geworden. Das Desaster um den Riesenairbus A380 und der schwache Dollar zwingen den Mutterkonzern zur Neuausrichtung: In Deutschland und Frankreich stehen mehrere Werke zur Disposition.

In Deutschland formiert sich eine Abwehrfront. Die IG Metall ruft zu Protesten auf, ein halbes Dutzend Bundesländer will mit einer symbolischen Beteiligung am Mutterkonzern EADS mitreden. Doch dieses Investment wird ihnen am Ende wenig bringen. Denn insbesondere die industriellen Anteilseigener, Daimler-Chrysler und Lagardère, sind zu Recht entschlossen, den angeschlagenen Flugzeughersteller grundlegend zu sanieren.

Das neue Zeitalter bei Airbus hat bereits begonnen. Seit diesem Wochenende produziert der russische Luftfahrtkonzern Irkut Teile für Airbus, einfache Tätigkeiten gehen zunehmend an Zulieferer in Asien. Dabei wird es nicht bleiben. Ende des Jahrzehnts wird in China die A320 bereits in kleinen Stückzahlen endmontiert.

Wenn sich die Politik jetzt einschaltet, dann kann nicht Landesinteresse das Kriterium sein, sondern nur, welche Teile von Airbus hier zu Lande Zukunft haben. Die Ausgliederung von Komponentenwerken ist kaum zu verhindern. Eine Neuverteilung der Entwicklungskompetenzen vielleicht schon.

Überlegungen, die Entwicklungsteams in Toulouse zu konzentrieren, gibt es schon länger. Der Standort Hamburg hat hier viel zu verlieren. Sollte die neue Airbus-Führung diese Kompetenz von der Elbe abziehen, bliebe der Standort eine verlängerte Werkbank. Und die könnte im nächsten Jahrzehnt sehr schmal werden.

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