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09.01.2007

05:56 Uhr

Ob spanischer Ferienflieger oder asiatische Billigairline: Die Auftragslage ist inzwischen so gut, dass Airbus die Produktion des Kurzstreckenflugzeugs A320 hochfahren wird. In den kommenden Jahren muss in den Endmontagen in Hamburg und Toulouse ein Auftragsberg von 2 000 Flugzeugen abgearbeitet werden. Doch auch die schönsten Zahlen können über die Krise der EADS-Flugzeugtochter nicht hinwegtäuschen. Denn die Aufträge entfallen zu 90 Prozent auf das Kurzstreckenflugzeug vom Typ A320. Dessen Entwicklungskosten sind zwar längst abgeschrieben, doch die Kundschaft drängt auf fette Rabatte.

Airbus hat durch die Verzögerungen beim Großraumflugzeug A380 Einnahmeausfälle von fünf Milliarden Euro bis zum Jahr 2010 zu verkraften. Dabei droht das größte Problem von den Wechselkursen. Der Dollar hat in den vergangenen fünf Jahren fast ein Drittel seines Wertes verloren. Airbus produziert in Euro, abgerechnet wird aber in Dollar. Wenn Airbus jetzt nicht saniert wird, fliegt das Unternehmen in tiefrote Zahlen. Die Sanierung soll kommen, doch noch sind die Pläne nebulös. Im Prinzip haben sich die Großaktionäre Daimler-Chrysler, Lagardère und der französische Staat auf ein Programm verständigt. Ende der Woche wird die Airbus-Spitze die Gewerkschaften einweihen. Um zwei Milliarden Euro pro Jahr sollen die Kosten bei dem Flugzeughersteller sinken. Produktionen sollen ausgelagert, Werke verkauft werden. Widerstand ist also programmiert. Denn eine Sanierung bei vollen Auftragsbüchern dürfte den Beschäftigten nur schwer zu vermitteln sein.

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