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24.01.2006

14:29 Uhr

Analysten haben nicht immer unrecht. Jedenfalls haben sie die Reaktion des US-Unternehmens Engelhard richtig vorausgesehen. Der Vorstand der Engelhard Corporation – für den deutschen Chemiekonzern BASF wegen seiner Expertise bei Katalysatoren besonders interessant – hat das aus seiner Sicht feindliche Übernahmeangebot erwartungsgemäß erst einmal abgelehnt. Die gebotenen 37 Dollar je Aktie im offiziellen Übernahmeangebot, das bis zum 6. Februar noch läuft, werden als zu wenig angesichts der bereits von BASF in Aussicht gestellten 38 Dollar je Anteilsschein bewertet. Die US-Börse sieht bereits einen Wert von über 39 Dollar.

Vorstand und Aufsichtsrat von Engelhard empfinden das gemachte Gebot „einstimmig als inadäquat“ und empfehlen ihren Aktionären, ihre Aneile nicht zu diesem Preis anzubieten.

Allein schon diese Lesart zeigt, wohin die Reise geht. Letztlich ablehnen konnte der Engelhard-Vorstand die BASF-Offerte nicht, weil dann einige Aktionäre garantiert Schadensersatzforderungen gegen das Management des US-Unternehmens stellen würden. Die 37-Dollar-Bewerbung prompt zu akzeptieren, ginge auch nicht, weil dann wiederum Aktionäre mit der Begründung klagen könnten, es wäre mehr drin gewesen.

Jetzt geht es also erst einmal um eine „unabhängige Bewertung“ der Engelhard Corporation. „Unabhängige Berater“ wurden somit von Engelhard mit der Suche nach strategischen Alternativen beauftragt – wobei, so wörtlich, „auch ein eventueller Verkauf des Unternehmens nicht ausgeschlossen werden soll“.

Was in der offiziellen Engelhard-Stellungnahme noch folgt sind Hinweise auf die eigene Stärke, die derzeitige Unterbewertung (was die Börse so noch nicht nachvollzogen hat), die eigenen Pläne, die gute Ausgangsposition zur Generierung einer deutlichen Ertragssteigerung in den nächsten Jahren. Das alles haben die Analysten von BASF wohl auch so oder so ähnlich gesehen. Warum sonst sollte sich der Ludwigshafener Chemiekonzern so brennend für Engelhard interessieren.

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