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11.01.2007

05:12 Uhr

Apple

Mehr als ein Hype

VonSandra Louven

Nun ist es endlich raus: Apple bringt ein Musik-Handy names iPhone auf den Markt. Seit Monaten schon fiebert die Fangemeinde des Musikspielers iPod dieser Ankündigung entgegen.

Jedes Gerücht über den Marktstart, über mögliche Vertriebsmodelle oder Zulieferer hat in dieser Zeit die Aktienkurse der beteiligten Unternehmen beflügelt. Dennoch ist das iPhone mehr als nur ein Hype. Für die etablierten Handy-Hersteller wie Nokia, Motorola und Samsung ist es keine gute Nachricht. Diese argumentieren zwar, dass die zehn Millionen Geräte, die Apple-Chef Steve Jobs bis 2008 verkaufen will, gerade mal ein Prozent des Marktes ausmachen. Das stimmt aber nur zum Teil. Denn Jobs hat gar nicht den Massenmarkt im Visier. Er attackiert das teure Segment der Multimedia-Handys. Das iPhone spielt Musik und Videos, ruft E-Mails ab und macht Fotos. Nur etwa jedes zehnte Handy auf dem Markt ist mit derart vielen Funktionen ausgestattet. Das heißt: Zehn Millionen verkaufte iPhones bedeuten in diesem Luxus-Segment bereits einen Marktanteil von zehn Prozent.

Aber nicht nur das: Die teuren Multimedia-Geräte sind für die Hersteller ein besonders wichtiger Teil ihres Geschäfts. Denn dort wird das Geld verdient. Die Handy-Hersteller benötigen diese hohen Margen, um die geringeren Renditen aus dem Geschäft in Schwellenländern zu kompensieren. Dahin wenden sie sich derzeit verstärkt, um weiter zu wachsen. Dort können sie zwar anders als in den Industrienationen viele neue Kunden gewinnen. Diese fragen aber nur billige Geräte nach, die geringe Margen bringen. Apple attackiert die etablierten Betreiber also in einer Nische. Aber eben in der wichtigsten, die es in der Branche gibt.

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