Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.01.2007

05:00 Uhr

AUSBILDUNG

Erfolgreich

VonPeter Thelen

Die deutschen Industrie- und Handelskammern haben genauso wie die Bundesagentur für Arbeit und der Bund uneingeschränktes Lob verdient.

Zum dritten Mal in Folge überboten sie die Zusagen, die sie 2003 mit dem Ausbildungspakt gemacht haben. 65 Prozent der Lehrlinge, die zum Beginn des Ausbildungsjahres Ende September noch keine Lehrstelle hatten, wurden bis Januar erfolgreich nachvermittelt. Das ist Rekord und stellt den Bemühungen der Wirtschaftsverbände ein glänzendes Zeugnis aus.

Die 17 500 Jugendlichen, die gleichwohl immer noch keinen Ausbildungsplatz haben, tröstet das allerdings wenig. Sie blicken auf die 73 Prozent der deutschen Betriebe, die seit Jahren keine Ausbildungsplätze mehr bereitstellen. Die Hoffnung, dass sich deren Anteil als Folge der Konjunkturbelebung verkleinern würde, hat sich bislang nicht erfüllt.

Die Gründe dafür lassen sich erahnen: Die meisten Unternehmen sind nur bereit auszubilden, wenn sie ihre Lehrlinge im Anschluss auch im eigenen Unternehmen beschäftigen wollen. Sie werden sich also erst dann wieder in der Berufsausbildung engagieren, wenn sie sicher sind, dass sie auf längere Sicht auch mehr einstellen wollen.

Insoweit ist der Ausbildungsmarkt ein Spiegel des Arbeitsmarktes, auf dem gerade vor allem die Zeitarbeit boomt, weil den Betrieben das Vertrauen fehlt, dass sie dauerhaft mehr Beschäftigte brauchen. Solange das so bleibt, wird sich die Lage auch auf dem Ausbildungsmarkt nicht verbessern. Umso wichtiger ist es, dass die Bundesregierung den Konjunkturaufschwung nutzt, um über eine weitere Flexibilisierung des Arbeitsmarkts die Voraussetzungen für einen Abbau auch der Sockelarbeitslosigkeit zu schaffen. Solange das nicht gelingt, bleibt der Ausbildungspakt Flickschusterei – nötig, aber nicht hinreichend.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×