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21.10.2012

20:22 Uhr

Berufsleben

Karriere planen ist wie Krieg spielen

VonFrank Wiebe

Karriere schafft man nicht durch Intelligenz und Fleiß allein. An die Spitze kommt der Stratege und der Netzwerker. Die Karriereleiter ist wie Kriegsführung. Doch man darf es auch nicht übertreiben.

Frank Wiebe

Der Autor

Frank Wiebe ist Handelsblatt-Korrespondent in New York.

Kennen Sie auch diese Manager, die einen großen Teil des Tages damit verbringen, die Beziehungen zu ihren Chefs zu pflegen? Oder noch besser: sich mit den Chefs ihrer Chefs anzufreunden, um irgendwann ihre Chefs beerben zu können? Diese Leute, die einfach genial darin sind, Beziehungsnetze zu knüpfen - und ebenso genial, wenn es darum geht, anderen die Arbeit zu überlassen, die sie eigentlich selbst erledigen müssten?

Manche Leute machen Karriere, weil sie gut sind in ihrem Beruf. Andere machen Karriere, weil sie gut darin sind, Karriere zu machen. Auf manche trifft beides zu: Diese Leute haben das Zeug, es ganz nach oben zu schaffen.

Das Grundproblem ist: Niemand hat unendlich viel Zeit, Energie und Kreativität. Daraus folgt: Wer sich zu sehr darauf konzentriert, Karriere zu machen, der kann nicht seine ganze Energie in seine gegenwärtige Aufgabe stecken. Und umgekehrt: Wer sich völlig von seinem Job vereinnahmen lässt, hat kaum noch Zeit, sich um seine Karriere zu kümmern. Deswegen kann es im schlimmsten Fall so laufen, dass die einen ihren Job gut machen und damit den anderen ermöglichen, Karriere zu machen. Wer sich umschaut in seiner Firma, wird feststellen, dass dieser Fall gar nicht so selten ist. Und schlimm ist er deswegen, weil er die guten Mitarbeiter demotiviert und Leute nach oben bringt, die mit ihrem Karrieresprung dann überfordert sind.

Karriere macht man nicht allein durch Fleiß und Intelligenz. Man muss sich gegen Konkurrenten durchsetzen, Allianzen bilden - um sie dann im richtigen Augenblick wieder zu verlassen. Man erkämpft gemeinsam Positionen, zieht Verbündete nach. Aber sehr schnell wird der Verbündete wieder zum Konkurrenten - oder vielleicht ein ehemaliger Konkurrent zum Verbündeten. Sagen wir es ruhig offen: Bis zu einem gewissen Grad wird hier Krieg gespielt. Natürlich ist besser, ihn so ganz zivilisiert zu spielen als mit nackter Gewalt. Man kann es auch so formulieren: Manche Leute erarbeiten sich ihre Karriere - aber das gelingt nur selten. Andere erkämpfen sich die Karriere.

Kommentare (1)

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KKO

22.10.2012, 10:43 Uhr

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