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11.05.2012

21:16 Uhr

Bezahlte Einträge

Facebooks Test ist ein Spiel mit dem Feuer

VonAxel Postinett

Im sozialen Netzwerk Facebook sollen Nutzer sich die Aufmerksamkeit von Freunden bald erkaufen können. Ein Testprojekt dazu läuft derzeit. Es ist ein Test, der an den Grundfesten des Netzwerks rüttelt. Ein Kommentar.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett

Die Nachricht kam über die neuseeländische Webseite stuff.co.nz und verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Facebook testet in Neuseeland eine Bezahlfunktion, mit der normale Mitglieder - nicht etwa Unternehmen - ihre Nachrichten künstlich aufwerten können. Wird Bares über den Tisch gereicht, erscheint eine neue Meldung hervorgehoben in der Rubrik „Top Stories“, sobald sich ein Facebook-Freund auf der Seite anmeldet. Damit würde sichergestellt, dass alle Freunde die Meldung auch wirklich lesen (müssen). Eine Sprecherin bestätigte den Feldtest.

Der 100-Milliarden-Dollar-Börsenkandidat rüttelt mit dieser neuen potenziellen Einnahmequelle an den Grundfesten seines Netzwerks. Und das gleich aus mehreren Gründen. Bislang sortiert ein Software-Algorithmus die einlaufenden Meldungen nach Relevanz. Bilder oder Statusmeldungen von Freunden, mit denen man viel Kontakt hat und deren Posts man gerne kommentiert, erscheinen bevorzugt. Die nach Facebooks Meinung unwichtigen Meldungen und Personen werden ausgeblendet.

Schon die Umstellung auf dieses Prinzip - statt wie früher alle Meldungen chronologisch einlaufen zu lassen - hatte für viel Ärger gesorgt und lässt einen den Kontakt zu Menschen verlieren, die man eigentlich mag, aber nicht so so oft kontaktiert. Jetzt kommt noch einer oben drauf: Wer ein paar Cent oder Dollar auf den Tisch legt, wird wichtig und darf sich in den Freundeskreis wieder hochkaufen. Das ist so wie früher, als man sich in Suchmaschinen die vorderen Plätze in der Trefferliste erkaufen konnte, statt eine Anzeige zu schalten. Eine Praxis, die nicht gut bei den Nutzern angekommen ist, wie wir heute alle wissen.

Facebook gibt zu allem Überfluss auch noch offen zu, dass ein Nutzer, dank der von Facebook selbst geschaffenen Filter, längst nicht mehr davon ausgehen kann, dass ein Post alle seine Freunde erreicht. Gleichzeitig verweigert mir Facebook aber jegliche Information darüber, wie gut meine Postings angezeigt werden. Vielleicht muss ich ja gar keine Priorisierung kaufen? Oder doch? Egal, willst du sicherstellen, dass jeder mitbekommt, wenn du umgezogen bist, dann zahle besser für diese Nachricht.

Kommentare (7)

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Facebook_sucks

11.05.2012, 22:41 Uhr

Das ist doch top!!

Wenn ich also mal auf den Topf muß und sicherstellen möchte, daß sich aber auch wirklich kein einziger wundert, daß von mir für 15 Minuten keine neuen News kommen, dann wähle ich für dieses break announcement die Bezahlfunktion.

Danke Facebook!!!

Golo123

12.05.2012, 09:12 Uhr

Wozu braucht man eigentlich so einen Quatsch wie Facebook.......?

Bj@rn

12.05.2012, 09:14 Uhr

Facebook hat bereits die Grenzen des eigenen Wachstums erreicht. Der Trend geht eher dazu, die Lösung des eigenen Accounts zu beantragen. Noch vor 5 Jahren gab es diesen StudiVZ-Hype, der sich nun auch in Luft aufgelöst hat. Die Eigner haben VZ aber noch rechtzeitig jemanden andrehen können. Facebook hingegen ist vom eigenen Erfolg blind und will an die Börse. Augen auf beim Aktienkauf.

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